Drucksache - DS/1988/IV  

 
 
Betreff: Zum Gedenken an die staatlich organisierten Massenexekutionen tausender Dersimer in den Jahren 1937/38
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:B'90 Die Grünen/SPD/DIE LINKEAusschuss Integration
Verfasser:1. Gezik, Berna
2. Aydin, Sevim
Lenk, Wolfgang
Drucksache-Art:AntragBeschlussempfehlung
   Beteiligt:PIRATEN
Beratungsfolge:
BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Vorberatung
16.12.2015 
Öffentliche Sitzung der BVV Friedrichshain-Kreuzberg überwiesen   
Integrationsausschuss - Ausschuss für Migration, Teilhabe und Chancengleichheit Vorberatung
20.01.2016 
Öffentliche Sitzung des Integrationsausschusses - Ausschuss für Migration, Teilhabe und Chancengleichheit mit Änderungen im Ausschuss beschlossen   
Ausschuss für Kultur und Bildung Vorberatung
02.02.2016 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Bildung überwiesen   
Ausschuss für Kultur und Bildung Vorberatung
19.03.2019 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Kultur und Bildung erledigt   

Beschlussvorschlag

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Das Bezirksamt wird beauftragt, der Dersim Gemeinde einen Ort zur Errichtung eines Denkmals zum Gedenken an den Völkermord 1937/38 zur Verfügung zu stellen.

Der Standort soll gemeinsam mit Gemeindevertreter*innen der Dersim Gemeinde e.V. und dem Grünflächenamt abgestimmt werden und an einer öffentlich gut begehbaren und sichtbaren Stelle, in der Nähe der Dersim Gemeinde sein.
Ferner wird das Bezirksamt beauftragt, die Gemeinde bei der Suche nach Fördergeldern zum Zweck der Errichtung des Denkmals zu unterstützen.

 

Begründung:

1937/38 verübte die Türkische Armee ein Massaker an der Bevölkerung Dersims, dessen Kerngebiet im heutigen Tunceli, süstlich der Türkei liegt. Die Bewohner Dersims sind den Kirmanc/Zaza Aleviten bzw. kurdischen Aleviten zugehörig. 1937-1938 starben im Zuge des Einmarschs der Türkischen Armee und der Massenexekutionen tausender Dersimer*innen. Die Hintergründe dieses staatlichen Gewaltakts sind bis zum heutigen Tag nicht hinreichend aufgeklärt, jedoch sind die Ereignisse im Kollektivgedächtnis der Nachkommen Überlebender sehr präsent.

2011 entschuldigte sich der damalige Ministerpräsident Erdogan für das geschehene Unrecht und das Massaker an den Dersimer*innen, ohne in die Details der historischen Umstände oder die Gründe für die Militäroperationen einzugehen.

In Berlin leben viele Tausend Dersimer*innen, die sich einen offiziellen Ort zum würdigen Gedenken an das erfahrene Unrecht wünschen. Ferner soll ein weiteres Zeichen in der Öffentlichkeit gegen Völkermord und staatliche organisiertes Verbrechen gesetzt werden. 

 

 

BVV 16.12.2015

Die Bezirksverordnetenversammlung beschließt:

 

Überweisung:

Integrationsausschuss Ausschuss für Migration, Teilhabe und Chancengleichheit

Ausschuss für Kultur und Bildung (federführend)

 

 

Int 20.01.2016

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

 

Das Bezirksamt wird beauftragt, der Dersim Gemeinde einen Ort zur Errichtung eines Denkmals zum Gedenken an die staatlich organisierten Massenexekutionen tausender Dersimer in den Jahren 1937/38 zur Verfügung zu stellen.

Der Standort soll gemeinsam mit Gemeindevertreter*innen der Dersim Gemeinde e.V. und dem Grünflächenamt abgestimmt werden und an einer öffentlich gut begehbaren und sichtbaren Stelle, in der Nähe der Dersim Gemeinde sein.

Ferner wird das Bezirksamt beauftragt, die Gemeinde bei der Suche nach Fördergeldern zum Zweck der Errichtung des Denkmals zu unterstützen.

 

 
 

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