Das Corbusier-Haus ist ein Wohnkomplex in Charlottenburg-Wilmersdorf, der 1956 bis 1958 vom gleichnamigen Architekten im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (Interbau) entworfen wurde. Nach Projekten in Marseille und Nantes fügt er sich in die Reihe der von Le Corbusier (eigentlich Charles-Édouard Jeanneret-Gris) erdachten „Unité d’habitation“ – umgangssprachlich „Wohnmaschinen“ – ein. Diese Wohnanlagen wurden als vertikale Stadt konzipiert und wiesen in der Mitte des 20. Jahrhunderts dem sozialen Wohnungsbau den Weg.
Das 17-geschossige, auf Stützen stehende Hochhaus verfügt über 557 Wohnungen, die über neun mittig angelegte „Straßen“ erschlossen werden. Das Haus ist 141 Meter lang, 23 Meter breit und 53 Meter hoch. Spezifische deutsche Bauvorschriften führten zu starken baulichen Abweichungen von Le Corbusiers ursprünglicher Vision. So konnte beispielsweise das vorgesehene sogenannte Modulor-Maßsystem – ein auf menschlichen Proportionen basierendes Maß für Architektur und Design – aufgrund deutscher Regelungen über die Mindestraumhöhe von Sozialwohnungen nicht maßstabsgetreu umgesetzt werden. Außerdem wurden die geplanten infrastrukturellen Einrichtungen der „vertikalen Stadt“ nur teilweise umgesetzt. Diese Abweichungen führten dazu, dass Le Corbusier sich später vom ausgeführten Bau distanzierte.
Ursprünglich war dieses Großprojekt für das Hansaviertel in Tiergarten vorgesehen. Da das Haus für dieses Gebiet zu groß war, einigte Le Corbusier sich mit dem Berliner Senat auf den „olympischen Hügel“. Hier wurde das Gebäude in einer Rekordzeit von 18 Monaten errichtet. Die Wohnungen wurden 1979 in Eigentumswohnungen umgewandelt, seit 1995 steht das Haus unter Denkmalschutz.
Blick in den Westen
Bild: Landesdenkmalamt Berlin / Wolfgang Reuss
Corbusier-Haus
Bild: Despositphotos.com / Jule Berlin
Olympiastadion / Olympiapark
Das denkmalgeschützte Ensemble im Berliner Ortsteil Westend gehört in Europa zu den bedeutendsten und größten Sportanlagen des 20. Jahrhunderts. Die Anlage diente jahrzehntelang als Hauptquartier der britischen Streitkräfte und wurde erst nach deren Abzug 1994 wieder ein lebendiger Teil der Hauptstadt.
Das ganze Jahr trainieren Athletinnen und Athleten in den vielfältigen Sportanlagen unterschiedlichste Sportarten auf verschiedenen Niveaus, von Freizeit- über Breiten- bis Spitzensport. Gleichzeitig ist das Gelände aufgrund seiner Vielfältigkeit und Größe ein beliebter Schauplatz für unterschiedliche Events und beheimatet außerdem das Berliner Sportmuseum.
Neben der Eliteschule des Sports, der Poelchau-Oberschule und Hertha BSC nutzen über 40 Vereine und Verbände die Anlage für Hobby-, Profi- und Schulsport.
Das Reiterstadion und das Maifeld dienen als Veranstaltungsstätte für Kulturevents wie das Musikfestival „Lollapalooza“ oder die „Pyronale“. Und auch die Waldbühne ist Teil des Olympiaparks Berlin. Die Freilichtbühne bietet Platz für über 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Führungen durch den Park und das Stadion sind beliebte Entdeckungstouren für Menschen aus Berlin sowie ihre Gäste.
Bild: SenStadt / Falcon Crest Air
NSQ Stadteingang West
Durch den Umbau des Autobahndreiecks am Funkturm eröffnen sich im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Möglichkeiten für ein Neues Stadtquartier in innenstadtnaher Lage. Das Gebiet gehört zu den letzten großen Brachflächen dieser Art und erstreckt sich zwischen Gleisanlagen, der AVUS – der „Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße“ und ersten ausschließlich von Autos genutzten Straße der Welt –, dem ICC (Internationales Congress Centrum) und dem Grunewald. Der ehemalige Güterbahnhof Grunewald bildet die Kernfläche des Gebiets.
Für das neue Quartier ist eine gemischte Nutzung mit Wohnungen, Gewerbeflächen und einem Bildungsstandort vorgesehen. Ergänzt wird dies durch Grünflächen und öffentliche Freiräume.
Zugleich ist die Einbindung in den gesamtstädtischen Kontext entscheidend. Dazu gehört sowohl die Vernetzung mit dem umliegenden Stadtraum als auch die Anbindung an den Grunewald als wichtiges Naherholungsgebiet. Die vorhandenen und geplanten Stege und Brücken bieten hierfür gute Voraussetzungen, insbesondere für Fuß- und Radverbindungen.
Darüber hinaus stehen der behutsame Umgang mit bestehenden Baudenkmalen, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sowie Maßnahmen zum Klimaschutz im Fokus der weiteren Entwicklung.
Bild: Landesdenkmalamt / Anne Herdin
ICC / Funkturm
Zwischen 1973 und 1979 im Auftrag des Landes Berlin im Ortsteil Westend erbaut, wurde das Internationale Congress Centrum Berlin (ICC) schnell zu einem weltweit bekannten Wahrzeichen der Stadt. Das Gebäude zählte lange Zeit zu den bedeutendsten Bauwerken der deutschen Nachkriegszeit und prägte in der Zeit des Kalten Krieges das Image West-Berlins als freie Weltstadt. Bis zu seiner Schließung im Jahr 2014 war das ICC eines der modernsten Kongresszentren der Welt und bot in 80 verschiedenen Sälen Platz für bis zu 20.000 Menschen. In unmittelbarer Nähe zum Berliner Messegelände erstreckt sich das silberglänzende Gebäude direkt neben der Stadtautobahn.
Seit 2019 steht es unter Denkmalschutz. Als bedeutendster Vertreter der High-Tech-Architektur in Deutschland ist eine Besonderheit des Gebäudes sein authentischer Erhaltungszustand. Derzeit plant das Land Berlin, das ICC Berlin zu einem lebendigen Ort der Begegnung für Kunst, Kultur, Kreativwirtschaft, Innovation und Technologie wiederzubeleben und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Der Berliner Funkturm ist ein 146,7 Meter hoher Stahlfachwerkturm auf dem Messegelände im Ortsteil Westend und ebenfalls eines der Wahrzeichen der Stadt. Er wurde vom Architekten Heinrich Straumer entworfen, 1926 zur 3. Großen Deutschen Funk-Ausstellung Berlin in Betrieb genommen und ist damit 43 Jahre älter als der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz. Seit 1966 steht der Funkturm unter Denkmalschutz.
Bild: SenStadt / Dirk Schröter
Teufelsberg
Der Teufelsberg wurde ab 1950 aus 26 Millionen Kubikmetern Kriegsschutt auf dem Gelände der Wehrtechnischen Fakultät aufgehäuft und nach und nach mit einer halben Million Bäumen und 40.000 Sträuchern bepflanzt. Erst 1976 wurden die Begrünungsarbeiten abgeschlossen. Bis 2015 galt der Teufelsberg mit seinen 120,1 Metern als höchste Erhebung Berlins. Nach einer amtlichen Messung sind jedoch seither die Arkenberge in Pankow offiziell neue Spitzenreiter.
In den 1970ern wurde ein Teil des Areals für kurze Zeit vom Bezirk Wilmersdorf für den Weinanbau genutzt. Vor allem aber ist der südwestliche Hauptgipfel des Teufelsbergs zwischen 1971 und 1992 einer der wichtigsten Standorte der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) außerhalb der Vereinigten Staaten. Die NSA überwacht von hier aus mit einer Radar-Abhörstation u. a. den sowjetischen Kommunikationsverkehr. Nach der Schließung der Anlage 1992 nutzten Künstlerinnen und Künstler, alternative Kulturprojekte und Graffiti-Artists das Areal.
Ab 1996 plante eine Investorengruppe die Errichtung von Eigentumswohnungen, Restaurants, Sportanlagen, eines Fünf-Sterne-Hotels sowie eines Spionage-Museums. Dieser Plan schlug allerdings wegen Widerstands aus der Bevölkerung durch die Aktionsgemeinschaft Teufelsberg, fehl. Seit 2018 stehen die Spionageanlage und der Teufelsberg unter Denkmalschutz.
Mittlerweile befindet sich der Teufelsberg mit seinem markanten Kuppelbau in Privatbesitz und für den Besuch des Geländes muss man Eintritt bezahlen. Der Teufelsberg beherbergt neben Freizeitanlagen und einer Rodelbahn eine große Street-Art-Ausstellung mit über 400 Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler.
Bild: Pixabay / Sinusxl
Potsdam / Gemeinsame Landesplanung
Potsdam ist die Hauptstadt des Landes Brandenburg, mit rund 185.000 Einwohnerinnen und Einwohnern auch dessen bevölkerungsreichste Stadt – und seit 1990 zudem UNESCO-Welterbe-Stadt.
Potsdam ist geprägt von mehr als 1.000 Jahren Geschichte, bekannt für seine prachtvollen Schlösser wie Sanssouci oder Babelsberg, die weitläufigen Parkanlagen und die malerische Lage an der Havel und an mehreren Seen. Internationale Einflüsse haben in Architektur, Handwerk und Lebensweise überall sichtbare Spuren hinterlassen und wirken bis in die Gegenwart nach: Die Stadt ist auch heute noch ein wichtiges Zentrum für Bildung, Wissenschaft und Kunst. Das ist an vielen Orten in der Stadt erlebbar: im Holländischen Viertel, auf dem Weberplatz in Babelsberg oder in der Russischen Kolonie Alexandrowka.
Städtebauliche Relevanz hat die Stadt außerdem als Sitz der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg, kurz GL. Die GL ist sowohl eine Abteilung der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen als auch des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg. Seit 1996 ist sie die oberste für Raumordnung zuständige Landesbehörde und nimmt in dieser Rolle deren Aufgaben und Befugnisse wahr. Dazu gehört auch, im Verwaltungsverfahren für beide Länder unter eigenem Namen zu handeln.
Hauptaufgaben der GL sind die Erarbeitung von Strategien und Konzepten der Raumentwicklung und eine ausgewogene Verteilung der Entwicklungschancen und -potenziale im Gesamtraum Berlin-Brandenburg. Dies geschieht insbesondere im Hinblick auf die Bewahrung natürlicher Lebensgrundlagen im Einklang mit der Stärkung des Wirtschaftsraumes.
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