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Berliner Grundschulkinder erinnern mit App und Podcast an Judenverfolgung – britische Queen lobt Gedenkprojekt

Pressemitteilung vom 24.01.2022

Die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Astrid-Sabine Busse, hat heute gemeinsam mit einem Vertreter der Britischen Botschaft, dem Botschaftssprecher Nicholas Wareham, ein interessantes Gedenkprojekt an der Grundschule am Teutoburger Platz im Bezirk Pankow besucht. Angeleitet von ihrer Lehrerin haben Schülerinnen und Schüler der vierten, fünften und sechsten Viert- und Sechstklässlerinnen und -klässler der Grundschule die Geschichte der jüdischen Familie Zeisler rekonstruiert, die einst in der Templiner Straße lebte. Genau an dem Ort, an dem heute die Grundschule steht. Sie beschäftigten sich mit den Stolpersteinen vor der Schule, die an den jungen Daniel Zeisler und seine Eltern erinnern, die im Holocaust ermordet wurden. Drei ältere Geschwister konnten aus Nazi-Deutschland flüchten. Eine App zu den Stolpersteinen wurde entwickelt. Zudem führten die Schülerinnen und Schüler per Videoschalte ein Interview mit der in England lebenden Holocaust-Überlebenden Eva Evans. Dies und der daraus entstandene Podcast erregten sogar die Aufmerksamkeit der Queen und führten zu einem Schreiben aus Windsor Castle an die Tochter von Frau Evans, in dem die Privatsekretärin der britischen Königin das Projekt lobte.

Astrid-Sabine Busse, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die Erinnerung an die Judenverfolgung und den Holocaust während der NS-Zeit wach zu halten. Das ist uns Pädagoginnen und Pädagogen ein Bildungsauftrag. Und ich bin beeindruckt, wie sehr sich Schülerinnen und Schüler hier gemeinsam mit ihren Lehrkräften und weiteren Partnerinnen und Partnern engagiert haben.“

Nicholas Wareham, Botschaftssprecher der British Embassy: „Die Schüler und Schülerinnen der Grundschule am Teutoburger Platz haben gezeigt, wie Geschichte und Erinnerung lebendig wird: mit Interesse und Aufklärung, mit persönlichen Geschichten, mit Kontakt zwischen allen Generationen und verschiedenen Ländern. Das großartige Engagement von ihnen, die Wege der Überlebenden nachzugehen, hat Königin Elizabeth II. gewürdigt. Ich schließe mich ihr an.“

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie unterstützt und finanziert viele weitere Angebote, um Antisemitismus heutzutage wirksam zu begegnen. So gibt es eine Kooperation mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und dem Berliner Anne Frank Zentrum. Die Verwaltung arbeitet zudem zusammen mit dem Verein „Gesicht zeigen!“, der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (Kiga) oder auch mit Meet-to-respect, wo Rabbiner und Imame zusammen in Schulklassen gehen und Vorurteile abbauen. Es werden viele Fortbildungen für Lehrkräfte angeboten und zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Seit Ende 2019 gibt auch eine Handreichung „Umgang mit Antisemitismus an Grundschulen“. Eine Neuauflage ist in diesem Jahr geplant.