Lenné-Dreieck

Bildvergrößerung: Luftbild Lenne-Dreieck 1989
Lenné-Dreieck 1989 Bild: Landesarchiv Berlin

Das ca. 4 ha große sog. Lenné-Dreieck. zwischen Großem Tiergarten und Potsdamer Platz war 1988 Gegenstand des dritten zwischen der DDR und dem Senat von Berlin vereinbarten Gebietsaustausches. Das von Lennéstr., Bellevuestr. und Ebertstr. begrenzte Gelände gehörte seit der Bildung Groß-Berlins 1920 zum Stadtbezirk Mitte und kam mit diesem 1945 zum sowjetischen Sektor. Beim Bau der Mauer 1961 wurde der Zipfel durch die Sperranlagen abgeschnitten und blieb als nur provisorisch umzäunte, nach West-Berlin hinragende Brachfläche bestehen. Durch die am 31. März 1988 unterzeichnete Vereinbarung zum Gebietsaustausch kam das Lenné-Dreieck am 1. Juli 1988 zum West-Berliner Bezirk Tiergarten.

Über Berlin hinaus bekannt wurde das Lenné-Dreieck, als es im Vorfeld der Austauschregelung am 25. Mai 1988 vor allem aus Protest gegen den hier vom Senat beabsichtigten Schnellstraßenbau besetzt wurde. Bei der Räumung des Geländes am 1. Juli 1988 “flüchteten” mehr als 180 der Besetzer über die Mauer nach Ost-Berlin, das sie wenig später über die üblichen Grenzübergänge wieder verließen.

Wende und Vereinigung überholten die Pläne zum Schnellstraßenbau. Das Lenné-Dreieck wurde Teil des Städtebaulichen Ideenwettbewerbs für den Bereich Potsdamer/Leipziger Platz und ist heute mit Büro-Hotel-Wohnkomplexen bebaut.