Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen trauert um Dr. Hans Stimmann, den prägenden Stadtplaner der Nachwendezeit. Der ehemalige Senatsbaudirektor ist am 30. August 2025 im Alter von 84 Jahren verstorben.
Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: „Mit Hans Stimmann verliert Berlin einen der bedeutendsten Stadtplaner unserer Zeit. Sein Leitbild der europäischen Stadt, sein Eintreten für Baukultur und sein unermüdlicher Einsatz für die kritische Rekonstruktion haben das Gesicht Berlins nach der Wiedervereinigung nachhaltig geprägt. Viele Orte, die heute selbstverständlich Teil unseres Stadtbildes sind, tragen seine Handschrift. Berlin verneigt sich vor seinem Lebenswerk.“
Hans Stimmann war einer der prägenden Stadtplaner der Nachwendezeit. Sein Wirken hat die Baukultur Berlins nach 1990 entscheidend geformt. Nach einer Maurerlehre in seiner Heimatstadt Lübeck studierte und promovierte er an der TU Berlin, ehe er 1986 in Lübeck Bausenator wurde. 1991 berief ihn der Berliner Senat in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche zum Senatsbaudirektor.
Hans Stimmann schaffte es zusammen mit den Bausenatoren Wolfgang Nagel und Peter Strieder, das Selbstbewusstsein der für das wiedervereinigte Berlin zuständigen Planungsbehörde entscheidend zu stärken. Mit seiner klaren Vision der „kritischen Rekonstruktion“ setzte er seit 1991 Maßstäbe für den Umgang mit den Herausforderungen der ehemals geteilten und wieder zusammenwachsenden Stadt.
Zu seinen zentralen Leistungen gehören die Planungen für das Parlaments- und Regierungsviertel, den Potsdamer Platz, den neuen Hauptbahnhof sowie zahlreiche Wettbewerbe für Wohnungsbau, Schulen und Brücken. 1999 folgte das Planwerk Innenstadt, das den Anspruch formulierte, Berlin als „europäische Stadt“ weiter zu entwickeln und Fragen der städtebaulichen Mischung, der Wohnanteile und der Urbanität auf die politische Tagesordnung zu setzen.
Auch unter Senatorin Ingeborg Junge-Reyer prägte er die Hauptstadtentwicklung – mit Beharrlichkeit, Respekt bei Investoren und dem festen Glauben an ein lebenswertes, soziales und architektonisch anspruchsvolles Berlin.
Seine Ideen und Konzepte wirken bis heute nach: Viele Projekte, die in den 1990er und 2000er Jahren von ihm auf den Weg gebracht wurden, befinden sich aktuell in Umsetzung oder Weiterentwicklung, vom Alexanderplatz über das Kulturforum bis hin zur innerstädtischen Wohnraumentwicklung. Damit bleibt sein planerisches Erbe auch in den Debatten und Entscheidungen der Gegenwart präsent.