Landesprogramm integrierte Gesundheitszentren (LIG)

Gesundheitszentrum

Aus dem Landesprogramm Integrierte Gesundheitszentren (LIG) werden niedrigschwellige Präventions-, Gesundheitsförderungs- und Sozialberatungsangebote im Kontext der ambulanten Primärversorgung in Berlin gefördert. Durch multiprofessionelle Zusammenarbeit – bestehend aus ärztlicher Versorgung, psychosozialer Beratung, Prävention und Gemeinwesenarbeit – wird ein integriertes und auf die teilweise komplexen Bedarfe im Sozialraum ausgerichtetes Gesundheitsangebot gewährleistet.

Ziel des Programms

Ziel des Landesprogramms ist es, die ambulante vertragsärztliche Versorgung mit gesundheitsförderlichen und psychosozialberatenden Angeboten strukturell und örtlich so zu bündeln und zu verzahnen, dass insbesondere sozial benachteiligte Personen hiervon profitieren können. In den geförderten Projekten arbeiten Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachkräfte, Sozialarbeitende, psychologische Fachkräfte und weitere Akteurinnen und Akteure eng zusammen, um ganzheitliche und bedarfsgerechte Hilfeangebote zu schaffen.

Diese Form der koordinierten Versorgung soll insbesondere Menschen in herausfordernden Lebenslagen zugutekommen und zur gesundheitlichen Chancengleichheit beitragen. Die Integration von Gesundheitsförderung, Beratung und medizinischer Versorgung stärkt zugleich die Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) im Sozialraum.

Umsetzung in den Bezirken

Seit 2023 werden integrierte Gesundheitszentren in vier Berliner Bezirken gefördert:
Neukölln, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Spandau.

Die Projekte unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Zielgruppen, Kooperationspartner und Struktur. Neben zentralen Gesundheitszentren fördert das Programm seit 2024 auch dezentrale Versorgungsformen, etwa in Form von Kombi-Praxen mit Sozialberatung. Grundlage ist eine Gesamtkonzeption mit definierten Förderkriterien, die 2022 entwickelt wurde.

Förderverfahren und Kriterien

Die Auswahl erfolgt über ein jährlich stattfindendes Interessenbekundungsverfahren. Antragsberechtigt sind die für Planung, Koordination und Qualitätsentwicklung zuständigen Organisationseinheiten der Berliner Bezirksämter (QPK) in Kooperation mit freien Trägern und weiteren Akteuren.

Voraussetzungen für die Förderung:
  • multiprofessionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe
  • sozialraumbezogene Bedarfsanalysen und Stakeholder-Einbindung
  • niedrigschwellige, diskriminierungssensible Ansätze
  • Beratung mit aufsuchenden Elementen und „Komm-Strukturen“
  • Qualitätsmanagement und kontinuierliche Evaluation

Bisherige Erkenntnisse

Erste Erkenntnisse aus dem Förderzeitraum 2023 zeigen: Erfolgreich sind integrierte Gesundheitszentren vor allem dann, wenn eine breit aufgestellte, engagierte Teamstruktur, die ärztliche Zugänglichkeit und eine enge Kooperation vor Ort gewährleistet sind. Gleichzeitig zeigen sich auch strukturelle Herausforderungen:

Förderliche Faktoren:
  • Bündelung der Leistungen unter einem Dach
  • hohe Motivation der Mitarbeitenden
  • enge Zusammenarbeit im Sozialraum
Herausforderungen:
  • begrenzte personelle Ressourcen bei hoher Nachfrage
  • Unsicherheit über langfristige Projektperspektive
  • Kooperation mit Arztpraxen

Geförderte Integrierte Gesundheitszentren

Weiterführende Informationen

Stethoskop

Aktionsprogramm Gesundheit

Mit dem Aktionsprogramm Gesundheit stärkt das Land Berlin die Gesundheit von Menschen mit besonderen Gesundheitsrisiken und erhöhtem gesundheitlichen Förderbedarf. Weitere Informationen

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Landesgesundheitskonferenz

Landesgesundheitskonferenz Berlin

Übersichtsseite: Struktur und Aufgaben der Landesgesundheitskonferenz (LGK), Gesundheitsziele, Empfehlungsberichte und Dokumentation. Weitere Informationen

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Gesundheitsförderung und Prävention

Übersichtsseite: Die Senatsverwaltung unterstützt eine Reihe von Maßnahmen im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention. Weitere Informationen

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

Abteilung Gesundheit