Finanzierung

Baupläne und Lineal
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Finanzierung der Hochschulen

Seit dem Jahr 1997 wird die Grundfinanzierung der Landeshochschulen in den Hochschulverträgen mittelfristig vereinbart. Gegenwärtig wendet das Land Berlin jährlich mehr als 1,2 Milliarden Euro allein für die Zuschüsse an die staatlichen Hochschulen des Landes auf. Hinzu kommen Programmfinanzierungen in den Bereichen Lehre und Gleichstellung sowie die Forschungsförderung im Rahmen der Einsteinstiftung und des Instituts für angewandte Forschung Berlin (IFAF). Zudem erhält das Land Bundesgelder im Rahmen des Hochschulpakts 2020, die über die Hochschulverträge und Sonderprogramme an die Hochschulen weitergegeben werden.

Im Jahr 2009 wurde für die Berechnung der Grundfinanzierung der Hochschulen ein System der leistungsbasierten Hochschulfinanzierung eingeführt. Seither wird nicht mehr nur ein geringer Teil der jährlichen Zuschüsse nach Leistungskriterien verteilt, sondern die gesamte Zuschussbemessung wird anhand von Leistungs- und Belastungsindikatoren vorgenommen.

Zuschüsse an die staatlichen Hochschulen

Bildvergrößerung: Diagramm Zuschüsse an die staatlichen Berliner Hochschulen 2009 bis 2017
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Das Land Berlin hat die Zuschüsse für konsumtive Zwecke an die Landeshochschulen in den letzten Jahren stetig erhöht. Diese Steigerungen werden in der Laufzeit der aktuellen Hochschulverträge bis 2017 fortgesetzt. Ein Teil dieser Steigerungen wird durch Bundesmittel aus dem Hochschulpakt 2020 ermöglicht. Hinzu kommen Mittel aus Sonderprogrammen sowie Investitionsmittel von jährlich 69 Millionen Euro und Mittel für gesonderte Baumaßnahmen, die in der nebenstehenden Grafik nicht enthalten sind.

Hochschulpakt 2020

Mit der 1. Säule des Hochschulpakts 2020 verfolgen Bund und Länder ein Programm zur Aufnahme zusätzlicher Studienanfängerinnen und -anfänger. Mit den so geschaffenen zusätzlichen Aufnahmekapazitäten gegenüber dem Basisjahr 2005 sollen zunächst die Absolventinnen und Absolventen der doppelten Abiturjahrgänge Studiermöglichkeiten erhalten. Darüber hinaus soll dem gestiegenen Qualifikationsbedarf Rechnung getragen werden. Die Kosten tragen Bund und Länder je zur Hälfte. Zusätzliche Mittel erhält das Land Berlin dafür, dass die Berliner Hochschulen in überdurchschnittlichem Umfang Studierende aus anderen Bundesländern ausbilden.

Die Bundesmittel werden vom Land an die Hochschulen weitergereicht. Dies geschieht im Rahmen der leistungsbasierten Hochschulfinanzierung sowie über Zusatzfinanzierungen zum Beispiel durch die Qualitätsoffensive Lehre.

Leistungsbasierte Hochschulfinanzierung

Mit den vorangegangenen Hochschulverträgen 2010 – 2013 wurde die Finanzierung der Berliner Landeshochschulen auf ein System der leistungsbasierten Hochschulfinanzierung umgestellt. Das bedeutet, dass die jährlichen Zuschüsse jeweils anhand von Indikatoren berechnet werden, die die Leistungen bzw. Belastungen der einzelnen Hochschulen abbilden. So werden zum Beispiel im Bereich Lehre die Anzahl der Studierenden in der Regelstudienzeit und die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen herangezogen.

Im Bereich Forschung erfolgt die Mittelbemessung unter anderem anhand der eingeworbenen Drittmittel und der besetzten Professuren sowie anhand von Indikatoren, die die internationale Attraktivität der Universitäten und die regionale Vernetzung der Fachhochschulen darstellen.

Im dritten Leistungsbereich – Gleichstellung/Diversity – sind insbesondere Neuberufungen von Frauen, weiblich besetzte Professuren, die Anzahl der beruflich qualifizierten Studierenden und berufsbegleitende Bachelorprogramme ausschlaggebend.

Hinzu kommt ein indikatorenunabhängiger Ausgleichsbetrag (Sockelfinanzierung). Mit Hilfe der leistungsbasierten Hochschulfinanzierung setzt das Land darüber hinaus finanzielle Anreize zur Erfüllung besonderer Zielvorgaben, zum Beispiel hinsichtlich der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Es garantiert den Hochschulen für zusätzliche Leistungen in den drei Bereichen in einem festgelegten Umfang eine verlässliche Finanzierung.

Sonderprogramme

Bildvergrößerung: Cover Broschüre Qualitäts- und Innovationsoffensive 2016
Bild: SenBJW

Das Land Berlin vergibt im Rahmen von Sonderprogrammen zusätzliche Mittel für besondere Zwecke. So hat Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres am 6. Juni 2016 mit den Berliner Hochschulen die neue Berliner Qualitäts- und Innovationsoffensive 2016-2020 unterzeichnet. Die Berliner Hochschulen erhalten über dieses Programm Sondermittel in Höhe von 55 Millionen Euro. Diese Mittel werden von den Hochschulen u.a. verwendet für

  • die Weiterentwicklung der Qualität von Studium und Lehre
  • Verbesserungen der Beschäftigungsbedingungen
  • Berücksichtigung der zunehmenden Vielfalt der Studierenden
  • die gezielte Förderung von Gründungsinitiativen.

Die neue Berliner Qualitäts- und Innovationsoffensive schließt an die bisherige Qualitätsoffensive für die Lehre an, ist jedoch finanziell erweitert und geht inhaltlich darüber hinaus. Neu aufgenommen sind beispielsweise die Unterstützung von Unternehmensgründungen aus den Hochschulen heraus bzw. Aktivitäten der Hochschulen im Bereich Entrepreneurship.

Daneben dient das Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre der gezielten Unterstützung der wissenschaftlichen Karriere von Frauen an Hochschulen. Konkret gefördert werden Qualifizierungsmaßnahmen auf allen Karrierestufen, vorgezogene Berufungen von Frauen oder die Verankerung von Genderaspekten in Lehre und Forschung. Im Bereich der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) liegt zudem ein Fokus auf der Steigerung des Frauenanteils in den entsprechenden Studiengängen. Das Programm läuft bereits über mehrere Jahre und wurde zuletzt bis zum Jahr 2020 verlängert. Das jährliche Fördervolumen aus Landesmitteln liegt aktuell bei rund 2,9 Millionen Euro.

Hochschulbauten

Eine Vielzahl an Gebäuden und Standorten sind notwendig, um die elf staatlichen Hochschulen Berlins und die Charité mit ihren Studierenden und Beschäftigten angemessen unterzubringen. Das Land Berlin hat den staatlichen Hochschulen zur Eigenbewirtschaftung für Hochschulzwecke landeseigene Liegenschaften mit insgesamt rund 1,4 Millionen Quadratmetern Nutzfläche sowie für die Hochschulmedizin zusätzlich etwa 400.000 Quadratmetern Nutzfläche übertragen. Diese Flächen sind von den Hochschulen aus konsumtiven Mitteln instand zu halten und zu bewirtschaften.

Bedarfe für Bauprojekte verschiedenster Art und Größe ergeben sich nicht nur aus fachlichen Gründen, sondern auch durch die Notwendigkeit der Sanierung des alten, zum Teil denkmalgeschützten Gebäudebestandes, durch notwendige Altlastenbeseitigung und energetische Optimierung oder durch die Anpassung an geänderte Vorschriften, wie zum Beispiel im Brandschutz.