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Berlin fördert innovative Projekte im Bereich Klimaschutz und Mobilitätswende

Pressemitteilung vom 20.07.2021

Aus der Sitzung des Senats am 20. Juli 2021:

Auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, hat der Senat in seiner heutigen Sitzung ein Förderpaket für innovative Maßnahmen für den Klimaschutz und die Mobilitätswende in Höhe von 42 Mio. Euro beschlossen. Dabei sollen insgesamt 13 Vorhaben mit weitreichender Klimawirkung vorausschauend gefördert werden und somit die Transformation Berlins zu einer klimafreundlichen und menschengerechten Metropole stärken.
Die folgenden, vielfältigen Maßnahmen und Projekte verstärken den Klimaschutz in den Bereichen Gebäude, Verkehr und Energieversorgung sowie öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen.

1. Umsetzung eines Modellprojekts zur digitalen Parkraumbewirtschaftung: Technische Lösungen zur digitalen Parkraumüberwachung können in diesem Projekt in Modellgebieten in ausgewählten Bezirken erprobt werden. Ziel ist die mobile Prüfung digitaler Parkberechtigungen („virtuelle Parkscheine / Vignetten“) durch Scanfahrzeuge und die notwendige digitale Erfassung der Parkstände im Vorfeld. Dies kann den Parkdruck und Parksuchverkehr − auch das Falschparken − reduzieren und gleichzeitig den hohen und aufwändigen Personaleinsatz auf Seiten der bezirklichen Ordnungsämter minimieren und somit die Einführung der Parkraumbewirtschaftung erleichtern.

2. Innovative Projekte zur Umgestaltung von Straßen oder Plätzen zur Förderung des Fußverkehrs: Modellprojekte zur Förderung des Fußverkehrs umfassen die Schaffung von Räumen, in denen der motorisierte Individualverkehr keine oder nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, sowie die Nutzbarmachung von Straßen und Plätzen als Orte der Begegnung, des Verweilens, der Erholung, der Kommunikation und des Spielens. Damit soll Berlins Verkehrsinfrastruktur noch menschengerechter gestaltet werden. Straßen und Plätze werden fußgängerfreundlich (um-)gestaltet mit direkten, sicheren und barrierefreien Wegen, ausreichend Platz und einer hohen Aufenthaltsqualität, zum Beispiel durch die Errichtung von Sitzgelegenheiten oder den Ausbau fußgängerfreundlicher Nebenstraßen. Kreuzungen sowie Gehwege an Einmündungen werden durch Bordabsenkungen barrierefrei. Die Projekte sollen einerseits möglichst vielen Nutzerinnen und Nutzern dienen, die
(all-)täglichen Wege des Fußverkehrs verbessern und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Andererseits sollen sie als Leuchtturmprojekte aufzeigen, welche innovativen Möglichkeiten der Fußverkehrsförderung und -planung auch im Vergleich mit anderen Städten existieren und demnach übertrag- und skalierbar wirken.

3. Pilotprojekt ‚Mitlaufendes Licht‘ im Zuge von Fuß- und Radwegen in Grünanlagen bzw. übergeordneten Radverbindungen: Für dieses innovative Beleuchtungsprojekt werden die Leuchten mit moderner Sensortechnik ausgestattet und können so miteinander kommunizieren. Erkennt ein solcher Radarsensor (Reichweite bis zu 100 Meter) eine Bewegung, kann er sowohl den Ort, die Geschwindigkeit und die Größe des sich bewegenden Objekts registrieren. Daraus ermittelt die Anlage, ob es sich um einen Wegenutzenden handelt, welche Leuchten auf dem prognostizierten Weg liegen und lässt diese Leuchten entsprechend schalten. Hat die Person den beleuchteten Bereich verlassen, dimmt die Anlage nach einer gewissen Abklingzeit wieder auf das vorherige Level. Auf diesem Wege kann die nötige Energie für den Betrieb der (voraussichtlich) 20-Watt-LED-Leuchten (im Vergleich: 70 Watt je Leuchte in der bisherigen Anlage) weiter gesenkt werden.

4. Informationsplattform Elektromobilität: Es wird eine betreiberunabhängige Datenplattform entwickelt, welche Statusinformationen der angeschlossenen Ladeinfrastruktur bereitstellt, und verbessert damit die Informationslage zur öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur im Berliner Stadtgebiet. Hiermit soll die Informationslage über freie Lademöglichkeiten und für das Direktladen aufgerufene Preise an den Ladeeinrichtungen ermöglicht werden. Durch die verbesserte Information über freie Lademöglichkeiten wird die Auslastung im Bestand erhöht und Suchverkehr vermieden.

5. Investive Maßnahmen zur Umsetzung des Masterplans „Mobilität 4.0 − Berliner Strategie für Intelligente Verkehrssysteme“: Der Masterplan „Mobilität 4.0 – Berliner Strategie für Intelligente Verkehrssysteme“ legt für die Metropolregion Berlin die notwendigen Maßnahmen und Vorgaben für intelligente Verkehrslösungen im straßengebundenen Verkehr fest. Intelligente Verkehrssysteme vernetzen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, Verkehrsinfrastruktur und Fahrzeuge über innovative Informations- und Kommunikationstechnologien. Sie ermöglichen den für ein nachhaltiges Mobilitäts- und Verkehrsmanagement unabdingbaren Daten- und Informationsaustausch sowie die Umsetzung der verkehrspolitischen Ziele einer verlässlichen, sicheren, effizienten und umweltfreundlichen Mobilität.

6. Innovationen im Zuge von Maßnahmen der Radverkehrsinfrastruktur, insbesondere der Radschnellverbindungen und der Radfernwege: Im Zuge des Ausbaus der Berliner Radinfrastruktur werden innovative Maßnahmen weiterentwickelt und etwa neue Baustoffe erprobt und zur Anwendungsreife gebracht. Dies gilt bei Grünbeschichtungen von Radverkehrsanlagen (innovative Versuche mit durchgefärbtem Asphalt), Buchungs-, Zugangs- und Abrechnungssysteme für gesicherte Radabstellanlagen wie Fahrradparkhäuser sowie für die Einrichtung von Fahrradbarometern und zugehörigen Fahrradzählstellen.

7. Grundhafte Erneuerung und Ausbau der Toiletteninfrastruktur im Berliner Grün durch ökologische und klimafreundliche, autarke Toiletten: Im Rahmen eines Innovationsprojekts wird untersucht, wie Grünflächen in Berlin mit ökologischen und klimafreundlichen Toiletten versorgt werden können und dabei mit den Anforderungen in einer klimaneutralen, ökologischen, gendergerechten und barrierefreien Stadt an Standorten, die nicht über Strom, Wasser- und Abwassermedien erschlossen sind, kombiniert werden können.

8. Leuchtturmprojekt zur Klimaschutz- und Ressourcenschutzwende im kommunalen Wohnungsbau: Die städtische Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH wird sowohl das bestehende „Typenhaus plus“ zu einem „Typenhaus Nachhaltigkeit“ als auch eine nachhaltige Low-Level-Baumaßnahme (unter anderem Lehmeinsatz statt Klimatisierung) gestalten und in den nächsten Jahren realisieren. Durch dieses Projekt kann ein wichtiger Effekt für mehr Klima- und Ressourcenschutz im kommunalen Wohnungsbau erreicht und wichtige Signale für den Wohnungsbau insgesamt gesetzt werden.

9. Berliner Agentur für Ressourcenschonung: Es entstehen Anlaufstellen für Berliner Unternehmen, die je nach Bedarf gezielte Beratungen, Informationen und Förderungen zur Etablierung von Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft vermitteln und dazu motivieren, Ressourcen-Einsparpotenziale zu nutzen, neuen Anforderungen an die Zirkularität gerecht zu werden und einen freiwilligen betrieblichen Umweltschutz zu betreiben.

10. Sensornetzwerk Klimaanpassung − Schaffung einer leistungsfähigen blau-grünen Infrastruktur (BGI): Das Projekt validiert die Wirkung von Maßnahmen der BGI und stellt Daten für eine Vielzahl von damit im Zusammenhang relevanten Fragestellungen für Planerinnen und Planer, Betreibende von Anlagen, Forschung und Behörden zur Verfügung. Diese Daten können etwa für angepasste Bewässerungsstrategien der urbanen Vegetation vor dem Hintergrund des Klimawandels und knapper werdenden Wasserverfügbarkeiten maßgebliche Impulse setzen.

11. Förderung der Wärmewende mittels innovativer geothermischer Lösungen für die Fernwärmeversorgung: Um die Klimaschutzziele des Landes Berlin zu erfüllen, stellen Nah- und Fernwärmenetze ein effizientes Versorgungssystem für Heiz- und Prozesswärme dar. Durch den Einsatz von geothermischen Systemen (tiefe und mitteltiefe Geothermie, Aquiferspeicher) zur Wärmespeicherung und -gewinnung könnten bedeutende Fortschritte bei der Reduzierung der Kohlendioxidemissionen bei der Wärmebereitstellung ermöglicht werden und sollten durch gezielte Förderung überall dort zum Einsatz kommen, wo zum einen der lokale Wärmebedarf hoch genug ist und zum anderen auch tiefe Grundwasserleiter wirtschaftlich und ohne Risiko für die Trinkwasserversorgung erschlossen werden können.

12. Digitale Instrumente für ein ganzheitliches operationelles Wasserressourcenmanagement:
Projektziel ist die Weiterentwicklung und die Kombination innovativer digitaler und bewährter Instrumente, für Gefährdungs- und Vulnerabilitätsanalysen unter anderem für Extremsituationen wie Trockenwetterperioden oder Havariefälle sowie für modellbasierte Vorhersagen, Frühwarnung und Maßnahmenentwicklung, um Handlungsoptionen beurteilen und Maßnahmenstrategien ableiten zu können. Dies dient als Grundlage für ein optimiertes ganzheitliches und integriertes Wasserressourcenmanagement im Land Berlin.

13. Dekarbonisierung der Berliner Forsten in Kooperation mit den Berliner Stadtwerken: Die Berliner Forsten sollen klimapositiv werden und können damit ein Vorbild für die Berliner Bürgerinnen und Bürger, Verwaltungen, Betriebe und Forschung sein. Die Zusammenarbeit mit den Berliner Stadtwerken ermöglicht in diesen Bereichen lokale Synergien und Wertschöpfung. Geplant ist, die Forstdienstgebäude, Fahrzeuge und Geräte im Betrieb zu dekarbonisieren, das heißt die Umstellung auf regenerative Energieträger umzusetzen.