Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - 05.09.2025

Inhalt

1. Tag des offenen Denkmals 2025

Tag des offenen Denkmals 2025

Unter dem Motto „Denkmalpflege. MehrWert für Berlin“ findet am 13. und 14. September in Berlin der Tag des offenen Denkmals statt. Mehr als 350 Denkmale und über 900 Einzelveranstaltungen in allen Bezirken stehen auf dem Programm. Ausstellungen, Führungen, Radtouren, interaktive Formate, Gespräche, Performances, Kunst und Musik und natürlich viele große und kleine Denkmale machen das Berliner Denkmalwochenende wieder zu einem Fest für alle Sinne und Interessen.
Der Tag des offenen Denkmals ist das größte gemeinschaftlich organisierte Kulturprojekt Berlins – von Berlinerinnen und Berlinern für Berlinerinnen und Berliner. Öffentliche Einrichtungen, Vereine und Initiativen, Kirchengemeinden und Stiftungen, Firmen und Wohnungsbaugesellschaften sowie viele Privatpersonen zeigen gemeinsam und kostenfrei, wo für sie der MehrWert ihres Denkmals liegt und schaffen dabei selbst einen großen Wert. „Nur das kontinuierliches Engagement und der unermüdliche Einsatz aller Beteiligten machen es möglich, dass wir die reiche Geschichte und Kultur unserer Stadt an diesem Wochenende in besonderem Maße erleben können“, sagt Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut.

Das laufend ergänzte und aktualisierte Programm finden Sie hier: www.berlin.de/denkmaltag

Weitere Informationen in der Pressemitteilung

2. Stettiner Tunnel unter Denkmalschutz gestellt

Blick in den Stettiner Tunnel

Die als Personentunnel konzipierte Eisenbahnunterführung zwischen der Schwartzkopffstraße und der Gartenstraße wurde 1897 in Betrieb genommen und verlief unterhalb des Gleisfelds des Stettiner Bahnhofs. Der Stettiner Tunnel ist eines der wenigen baulichen Zeugnisse des Stettiner Bahnhofs, der im 19. und 20. Jahrhundert zu den bedeutendsten Kopfbahnhöfen Berlins für den Fern- und Vorortverkehr zählte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Tunnel aufgrund seiner Lage im Grenzgebiet teilweise zugeschüttet und verschlossen. Mit dem Bau der Berliner Mauer wurde er Teil des Grenzanlagen-Systems. „Mit der Unterschutzstellung würdigt das Landesdenkmalamt Berlin den Stettiner Tunnel als bedeutendes Denkmal der Stadt-, Verkehrs- und Zeitgeschichte – ein Bauwerk, das Berliner Eisenbahngeschichte, städtebauliche Entwicklung und die Erinnerung an die Teilung der Stadt auf einzigartige Weise verbindet“, sagt Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut.

Dank des Berliner Unterwelten e.V., der die Patenschaft für die Anlage übernommen hat, wird der Tunnel seit 2024 wieder instandgesetzt und gewartet. Der gemeinnützige Verein macht das Bauwerk der interessierten Öffentlichkeit regelmäßig im Rahmen von Führungen zugänglich, beispielsweise zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2025.

Weitere Informationen

3. Seltener Münzschatzfund aus dem 13. Jahrhundert am Molkenmarkt

Silberdenare (1260/65-1293), Durchmesser 1,5 cm

Am Berliner Molkenmarkt wurde ein seltener Münzschatz aus dem 13. Jahrhundert entdeckt: fünf ganze und ein halber Denar aus der Zeit der askanischen Markgrafen (1260/65-1293). Der Fund ist ein wichtiges Zeugnis der mittelalterlichen Stadtentwicklung. Gemeinsam mit weiteren besonderen Funden wurden die Münzen im Rahmen eines Presserundgangs am 6. August 2025 erstmals öffentlich präsentiert. Insgesamt konnten bei der größten Stadtkerngrabung Deutschlands bereits rund 700.000 Objekte geborgen werden, die Einblicke in das Alltagsleben Berlins vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert geben.
Im Rahmen von öffentlichen Führungen auf dem Molkenmarkt oder bei einem Besuch im PETRI Berlin können sich Interessierte jederzeit persönlich ein Bild von den Grabungen und aktuellen Funden auf dem Molkenmarkt machen.

Weitere Informationen und Impressionen des Rundgangs

4. Besuch des Regierenden Bürgermeisters auf dem Molkenmarkt

Besichtigung der Überreste eines Wohnhauses

Am 28. August besuchte der Regierende Bürgermeister von Berlin Kai Wegner mit Mitarbeitenden der Senatskanzlei die Ausgrabungen auf dem Molkenmarkt. Projektleiter Eberhard Völker und sein Team lieferten ihm einen spannenden Einblick in 800 Jahre Stadtgeschichte Berlins und ermöglichten einen unmittelbaren Zugang zu den aktuellen Grabungsflächen. Auch einige besondere Funde wie der kürzlich entdeckte Münzschatzfund konnten vor Ort präsentiert werden. Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut und Landesarchäologe Prof. Matthias Wemhoff begleiteten den Besuch.

Impressionen des Besuchs

5. Fotokunst trifft Baukunst – Neue Kulturbahnhöfe zur „OST WEST OST - Berliner Nachkriegsmoderne“ im Entstehen

Ab dem 22. Oktober 2025 wird in den U-Bahnhöfen Schillingstraße und Weberwiese auf der Linie U5 die Ausstellung „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“ gezeigt werden. Sie lädt ein, mehr über die Planung, den Bau und den Alltag der Karl-Marx-Allee zu erfahren.
Vier Fotografinnen und Fotografen zeigen dabei vier Sichtweisen. Auf jedem Bahnhof präsentieren auf 18 Hintergleisflächen je zwei Foto-Serien die ikonischen Bauwerke entlang der Karl-Marx-Allee auf neue konzeptionelle Weise. Von der klassischen Totale, von Einblicken in die gebauten und belebten Stadträume, bis zum poetischen Detail – OST WEST OST macht die Stadt zur Galerie.

· Werner Huthmacher ist ein Architekturfotograf mit besonderem Gespür für Struktur, Rhythmus und Lichtführung im gebauten Raum.
· Maria Sewcz nähert sich den Orten essayistisch – fragmentarisch, persönlich und politisch.
· Arlett Mattescheck verbindet Porträt- und Stadtraumfotografie mit einem Blick für das Atmosphärische und Zwischenmenschliche.
· Philipp & Pascal Kapitza arbeiten gestalterisch präzise mit Fokus auf urbanem Wandel.

Die Kombination dieser Positionen ermöglicht eine vielfältige fotografische Interpretation der Bahnhöfe – mal dokumentarisch, mal künstlerisch, mal unmittelbar sozial.
Am 21. Oktober um 15.00 Uhr lädt das Landesdenkmalamt Berlin zur Eröffnungsveranstaltung im Eingang U-Bahnhof Schillingstraße ein (Ecke Karl-Marx-Allee / Schillingstraße).

Weitere Informationen

6. Einladung zum GartenForum Glienicke: „Am anderen Ort. Translozierte Bauwerke und Bauteile in Gärten Berlins und Brandenburgs“

Im 19. Jahrhundert bildete sich in Preußen ein neues Bewusstsein für den Wert baulicher Zeugnisse vergangener Epochen heraus, wobei vor allem die Baukunst des Mittelalters an Bedeutung gewann. In besonderen Fällen wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um vom Abriss bedrohte historische Gebäude an neue Standorte zu translozieren. Dabei spielte neben dem Erhaltungswillen auch die jeweilige Interpretation der alten Bausubstanz durch die beim Wiederaufbau beteiligten Personen eine große Rolle.
Dieses Phänomen wird in der Veranstaltung anhand von Bauprojekten für das preußische Königshaus untersucht. Mit einem zweiten Beitrag wird ein 1927 auf einer Insel im Lausitzer Gutspark Saßleben geschaffener Pavillon gewürdigt, den der Berliner Warenhausunternehmer Georg Wertheim mit gesammelten Bauteilen unterschiedlicher Herkunft errichten ließ. Eine aktuelle Bauforschung förderte neue Erkenntnisse zur Herkunft dieser Spolien zutage und liefert ein denkmalpflegerisches Konzept für den Erhalt dieses geheimnisvollen Bauwerks zwischen Gartengestaltung, Familiengeschichte und Verfall.

Anmeldung per E-Mail an info@gartenforum-glienicke.de bis 01.10.2025

Weitere Informationen auf der GartenForum Glienicke-Website

7. Termine 2025

  • 13./14. September: Tag des offenen Denkmals
  • 25. September: Beginn Triennale der Moderne
  • 25.-26. September: GartenForum Glienicke: „Weiterbildung – Gartendenkmalpflege: Sträucher in historischen Gärten“
  • 08. Oktober: GartenForum Glienicke: „Am anderen Ort. Translozierte Bauwerke und Bauteile in Gärten Berlins und Brandenburgs“
  • 15. Oktober: Quo vadis Mäusebunker?
    Eine Veranstaltung des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf, Abteilung Kultur in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin
  • 18./19. Oktober: Symposium „100 Jahre Hufeisensiedlung“
    Eine Veranstaltung gefördert durch das Landesdenkmalamt Berlin
  • 21. Oktober, 15.00 Uhr: Eröffnung Ausstellung „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“
  • 04. November, 19.30 Uhr: Jung, aber Denkmal
  • 06. November: GartenForum Glienicke: „Friedhöfe: Details unter der Lupe“
  • 25. November, 18.00 Uhr: Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2025
  • 26. November: Tag der Berliner Archäologie
  • 04. Dezember: GartenForum Glienicke: „Die Klostergärten von Neuzelle“