Programmstart Tag des offenen Denkmals 2025

Pressemitteilung vom 04.08.2025

Unter dem Motto „Denkmalpflege. MehrWert für Berlin“ findet am 13. und 14. September in Berlin der Tag des offenen Denkmals statt. Mehr als 350 Denkmale und über 900 Einzelveranstaltungen in allen Bezirken stehen auf dem Programm. Ausstellungen, Führungen, Radtouren, interaktive Formate, Gespräche, Performances, Kunst und Musik und natürlich viele große und kleine Denkmale machen das Berliner Denkmalwochenende wieder zu einem Fest für alle Sinne und Interessen.

Das laufend ergänzte und aktualisierte Programm ist ab sofort online: www.berlin.de/denkmaltag

Eine starke Gemeinschaft für Berlins Denkmale – Die Veranstaltenden

Der Tag des offenen Denkmals ist das größte gemeinschaftlich organisierte Kulturprojekt Berlins – von Berlinerinnen und Berlinern für Berlinerinnen und Berliner. Öffentliche Einrichtungen (Senatsverwaltungen, Bezirksämter, Museen, [Volks-]hochschulen und Forschungseinrichtungen), Vereine und Initiativen, Kirchengemeinden und Stiftungen, Firmen und Wohnungsbaugesellschaften sowie viele private Denkmaleigentümerinnen und Denkmalfreunde zeigen gemeinsam und kostenfrei, wo für sie der MehrWert ihres Denkmals liegt und schaffen dabei selbst einen großen Wert. „Nur ihr kontinuierliches Engagement und ihr unermüdlicher Einsatz machen es möglich, dass wir die reiche Geschichte und Kultur unserer Stadt an diesem Wochenende in besonderem Maße erleben können“, sagt Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut.

Neue Orte entdecken

Dank dieses Engagements wächst das Programm zum Tag des offenen Denkmals von Jahr zu Jahr. Auch 2025 gibt es wieder neue Denkmale zu entdecken, von denen hier nur eine Auswahl vorgestellt wird.

Das Schoeler Schlösschen ist das älteste Gebäude in Wilmersdorf. Nach einer langen Restaurierungsphase ist das barocke Landhaus nun wieder zugänglich und kann am gesamten Wochenende besichtigt werden. Das Nordsternhaus in Berlin-Schöneberg wurde 1913/14 nach Plänen von Paul Mebes für die Nordstern-Lebensversicherungs-Gesellschaft errichtet und ist heute Sitz der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz. Im Rahmen von Führungen kann das Gebäude erstmals besichtigt werden. Das Wohnhaus Bolle wurde von dem Architekten Egon Eiermann in den Jahren 1934–35 für den Fabrikanten Dr. Johannes Bolle errichtet. Es zeichnet sich durch einen höchst eigenwilligen Grundriss, differenzierte Raumhöhen und die intensive Verknüpfung von Innen- und Außenräumen aus. Der Bodenbelag aus Solnhofener Bruchsteinplatten zieht sich beispielsweise von der Eingangsterrasse durch den gesamten Wohnbereich im Erdgeschoss. Das Haus ist am Samstag geöffnet. Auf dem Campus Buch ist das ehemalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung vertreten. Es wurde von 1928 bis 1930 nach Entwürfen von Carl Sattler erbaut und ist ein bedeutendes Zeugnis für die Geschichte der Hirnforschung, der Genetik und der Psychiatrie. Während der Zeit des Nationalsozialismus war das Bucher Institut jedoch durch die Verstrickung in die nationalsozialistische Euthanasiepolitik auch ein Ort des Verbrechens. Das heutige Oskar-und-Cécile-Vogt-Haus ist am Sonntag geöffnet. Dort ist außerdem eine Ausstellung mit wissenschaftlichen Geräten aus einem Jahrhundert biomedizinischer Forschung zu sehen. Das Pförtnerhaus der ehemaligen Städtischen Gasanstalt – Ernst-Thälmann-Park wurde denkmalgerecht hergerichtet. Nach einer partizipativen Planung erfolgte der Umbau durch Firmen und im Selbstbau. Gemäß der Frage „Wie wenig ist genug?” steht dieses kleine, aber feine Projekt für die Schaffung nachhaltiger Orte für die Nachbarschaft mit minimalem Budget, Muskelkraft und Teilhabe. Es ist am Sonntag geöffnet. Das Seglerhaus am Wannsee wurde von 1909 bis 1910 nach den Plänen von Otto Berlich erbaut. Es war ein gesellschaftlicher Treffpunkt in der Kolonie Alsen und ist bis heute der Heimathafen vieler erfolgreicher Regattasegler. Es ist am Sonntag geöffnet. Neben Hausführungen kann die Miniaturfregatte Royal Louise, ein Nachbau der Yacht der Hohenzollern, besichtigt werden.

Führungen, Spaziergänge und Rad- und Bustouren

Der Tag des offenen Denkmals zeichnet sich jedoch nicht nur durch die zahlreichen geöffneten Denkmale aus. Mit über 320 verschiedenen Führungsangeboten, darunter Ausstellungs- und Gebäudeführungen, Orgelführungen, Turmbesteigungen sowie Stadtspaziergänge zu bestimmten Themen, Orten oder Epochen, werden ganz besondere Einblicke in die Berliner Denkmallandschaft geboten. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Viele Führungen werden am Wochenende mehrfach wiederholt. Aufgrund der großen Nachfrage bitten die Veranstaltenden allerdings oft um rechtzeitige Anmeldung. Alle Details können der jeweiligen Programmankündigung entnommen werden.

Noch mehr entdecken lässt sich auf verschiedenen Themen-Radtouren oder bei zwei mehrstündigen Bustouren. Ein besonderes Highlight für Liebhaber alter Verkehrsmittel sind die Traditionsfahrten mit historischen Bussen der BVG auf den Linien 118, 218 und 316. Sie bringen die Besucherinnen und Besucher im Berliner Südwesten zu verschiedenen Veranstaltungsorten.

Ein besonderes Highlight 2025: 49h ICC

Zum Tag des offenen Denkmals präsentiert sich das ehemalige Internationale Congress Centrum (ICC) Berlin unter dem Motto „49h ICC“ erneut als offenes Haus und bietet die seltene Chance, die Säle, Foyers und Design-Details der sonst verschlossenen Architektur-Ikone im Originalzustand zu besichtigen. Erstmals werden bislang unzugängliche Räume geöffnet – darunter Saal 2, der zweitgrößte Veranstaltungssaal des Hauses. Begleitet wird die Öffnung von einem abwechslungsreichen Programm mit Ausstellungen, Führungen und Workshops. Die Öffnung des ICC ist ein Projekt von visitBerlin, ermöglicht durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt Berlin und der Messe Berlin.

Kinder- und Familienprogramm

Auch für Kinder und Familien hat der Tag des offenen Denkmals etwas zu bieten. Es gibt Familienführungen beispielsweise an der Gedenkstätte Berliner Mauer oder in der Philharmonie, ein Märchentheater am Jagdschloss Grunewald, Bastelstationen wie im Industriesalon Schöneweide, eine GPS-Entdeckertour am alten Wasserwerk Teufelssee oder einen Familientag im Peter Edel in Weißensee.

Das Landesdenkmalamt Berlin gibt ein umfangreiches, illustriertes Programmheft heraus, das kostenfrei im Alten Stadthaus ausliegt (Klosterstraße 47 in Berlin-Mitte, Mo–Fr, 8–18 Uhr). Die Adressen weiterer Auslagestellen finden Sie unter www.berlin.de/denkmaltag.

Die Veranstaltungen sind bis auf wenige Ausnahmen kostenfrei, für Führungen wird häufig um rechtzeitige Anmeldung gebeten.

Pressefotos für die aktuelle Berichterstattung stehen unter www.berlin.de/denkmaltag im Pressebereich zur Verfügung.

Kontakt im Landesdenkmalamt Berlin:
Nicole Hildebrandt, Tel. (030) 90259-3670, nicole.hildebrandt@lda.berlin.de