Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - Juli 2025

Inhalt

1. PETRI Berlin feierlich eröffnet

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, Senatorin Franziska Giffey, SPK-Präsidentin Marion Ackermann und Senator Christian Gaebler erkunden gemeinsam mit Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut und Landesarchäologe Prof. Matthias Wemhoff als Erste das Haus.

Am 23. Juni 2025 wurde das PETRI Berlin mit über 200 Gästen aus Kultur, Wissenschaft und Politik vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner feierlich eröffnet und damit das Angebot der Berliner Museumslandschaft um einen neuen interaktiven Vermittlungsort erweitert. Im Anschluss an den Festakt konnten die Gäste das PETRI erkunden. Das „Archäologische Fenster“ im Untergeschoss bietet einen Blick in die mittelalterliche Stadtstruktur. Hier wird nicht nur die historische Tiefe Berlins erfahrbar, sondern auch die verschiedenen Facetten der Archäologie. In den weiteren Etagen zeigen gläserne Werkstätten, ein Projektraum des Landesdenkmalamtes und das Magazin des Museums für Vor- und Frühgeschichte verschiedene Arbeitsprozesse der Archäologie. Ein Schauregal mit archäologischen Funden von der Steinzeit bis zur nahen Vergangenheit verbindet die oberirdischen Geschosse miteinander.

Das PETRI Berlin ist ein Kooperationsprojekt des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin und des Landesdenkmalamtes Berlin und ist ab sofort von Dienstag bis Sonntag für alle geöffnet.

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2. Neu unter Denkmalschutz: Finanzamt Reinickendorf

Ein Eindruck von der farbenfrohen Innengestaltung des Finanzamts Reinickendorf

Das Landesdenkmalamt Berlin hat das Finanzamt Reinickendorf am Eichborndamm 208 in Berlin-Wittenau unter Denkmalschutz gestellt. Der markante Bau von Rainer G. Rümmler entstand in den Jahren 1971 bis 1976 und überzeugt durch seine auffällige Architektur, seine farbenfrohe Gestaltung sowie seine städtebauliche Bedeutung. Denn das Gebäude war Teil eines größeren Plans: In den 1960er Jahren sollte an der Ecke Am Nordgraben/Eichborndamm ein neues Verwaltungszentrum für Reinickendorf entstehen. Das Finanzamt war ein zentraler Baustein dieser städtebaulichen Idee – und ist bis heute ein echtes Unikat.

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3. Neues Forschungsprojekt zur NS-Zwangsarbeit in Berlin gestartet

Gonzalo Compañy und Lydia Dollmann leiten das neue Forschungsprojekt, Juni 2025

Am 1. Juni 2025 hat ein auf zwei Jahre angelegtes gemeinsames Forschungsprojekt des Landesdenkmalamtes Berlin und des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit (Stiftung Topographie des Terrors) begonnen. Ziel des Projektes ist die systematische Erfassung und Inventarisierung der während des Zweiten Weltkrieges errichteten Zwangsarbeitslager in der ehemaligen Reichshauptstadt Berlin. Im Fokus stehen insbesondere die Barackenlager, von denen bislang viele nur unzureichend dokumentiert sind.

Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur denkmalfachlichen Bewertung und möglichen Unterschutzstellung der letzten baulichen Relikte der NS-Zwangsarbeit in Berlin. Mit Lydia Dollmann und Gonzalo Compañy konnten zwei international anerkannte Expert:innen für dieses Vorhaben gewonnen werden.

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4. Löwenbrücke im Berliner Tiergarten wiedereröffnet

Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Ute Bonde, Dr. Boris Reyher, Managing Director beim Planungsbüro sbp und Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut eröffnen die Löwenbrücke.

Nach aufwändigen Restaurierungs- und Neubauarbeiten erstrahlt die erste Hängebrücke Berlins wieder in neuem Glanz. Die 1838 von Hofbauinspektor Ferdinand Hesse errichtete Brücke wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die gusseisernen Löwen zerstört. 1957 leicht verändert wiedererrichtet, musste die Brücke 2008 zurückgebaut werden.

Der denkmalgerechte Wiederaufbau erfolgte nach Recherchen zur ursprünglichen Konstruktion. Die Farbgebung und das Tragwerk entsprechen weitgehend dem historischen Vorbild. Seit dem 03.07.2025 ist die Löwenbrücke wieder für den Fußverkehr zugänglich.

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5. Welterbefestival Hufeisensiedlung

Hufeisenwoche - Das Festival Siedlungen der Moderne: 100 Jahre Grundsteinlegung Großsiedlung Britz

Das Welterbefestival 2025 findet vom 23. bis 26. Juli 2025 in der Hufeisensiedlung in Britz statt. Anlass ist die 100jährige Grundsteinlegung der Hufeisensiedlung, die als Siedlung der Berliner Moderne seit 2008 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Ganze 5 Tage gestalten Künstlerinnen und Künstler, Expertinnen und Experten, Schülerinnen und Schüler sowie der lokale Verein, die Vonovia, die Anwohnenden und Gäste aus Politik und Verwaltung ein lebendiges Programm. Wir feiern die Idee der Gemeinschaft, die schon in den 1920er Jahren die Welt der Architektur und Stadtplanung zu großen gebauten Visionen führte und bis heute einen Lösungsansatz darstellt. Es begleitet uns wieder das charmante akademische Stegreif Orchester durch alle Programmpunkte. Unter dem Namen „Taut Euch!“ werden Schulworkshops der Fritz-Karsen-Schule präsentiert, Salons in Privathäusern abgehalten und ein großes Fest auf der Hufeisenwiese gefeiert. Begeben Sie sich mit uns auf eine Zeitreise in die 1920er Jahre Berlins. Kommen Sie uns besuchen und machen Sie mit und vor allem erzählen Sie es weiter, indem Sie diese Mail weiterleiten.

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6. Ausstellung „OST WEST OST - Berliner Nachkriegsmoderne“

Ab dem 22. Oktober 2025 wird in den U-Bahnhöfen Schillingstraße und Weberwiese auf der Linie U5 die Ausstellung „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“ gezeigt. Sie lädt ein, mehr über die Planung, den Bau und den Alltag der Karl-Marx-Allee zu erfahren. Die Kulturbahnhöfe wurden vom Landesdenkmalamt Berlin in Zusammenarbeit mit den lokalen Vereinen initiiert, mit Mitteln des Vermögens der Parteien- und Massenorganisationen der ehemalige DDR (PMO) finanziert und durch die BVG und Wall AG gefördert. Die Ausstellung steht symbolisch für eine Stadt im Wandel, in der Industriekultur, Mobilität, Kunst und soziale Innovation aufeinandertreffen. Sie sind nicht nur Erinnerungsorte, sondern auch Zukunftslabore für eine offene, kreative Stadtgesellschaft.

Die Namensschöpfung OST WEST OST steht für die gemeinsame Geschichte der Karl-Marx-Allee, erster Bauabschnitt (OST), Interbau 1957 (WEST) und Karl-Marx-Allee, zweiter Bauabschnitt (OST) in der ehemals geteilten Stadt. Das gemeinsame Erbe aus der Zeit der Teilung bietet die Chance, die Berliner Nachkriegsmoderne in Ost und West neu zu erzählen. Das Landesdenkmalamt hat die Geschichte und Bedeutung in der Bewerbung als UNESCO-Welterbe „Karl-Marx-Allee und Interbau 1957. Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne“ umfassend dargestellt und das bürgerschaftliche Engagement in beiden Gebieten gefördert. Zahlreiche lokale Vereine engagieren sich für die Gebiete und sind nun auch Teil der Ausstellung.

7. Termine 2025

  • 17. Juli, 18.00 Uhr: GartenForum Glienicke: Pflanzenschau und Kulturpolitik – Die Potsdamer Freundschaftsinsel
  • 13./14. September: Tag des offenen Denkmals
  • 25. September: Beginn Triennale der Moderne
  • 18./19. Oktober: Symposium „100 Jahre Hufeisensiedlung“
    Eine Veranstaltung gefördert durch das Landesdenkmalamt Berlin
  • 21. Oktober, 15.00 Uhr: Eröffnung Ausstellung „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“
  • 04. November, 19.30 Uhr: Jung, aber Denkmal
  • 25. November, 18.00 Uhr: Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2025
  • 26. November: Tag der Berliner Archäologie