Am 01.06.2025 startete das auf zwei Jahre angelegte gemeinsame Forschungsprojekt zur Erfassung und Erforschung der NS-zeitlichen Zwangsarbeitslager Berlins zwischen dem Landesdenkmalamt Berlin und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit (Stiftung Topographie des Terrors).
Ziel des Projektes ist die systematische Erfassung und Inventarisierung der Barackenlager in der ehemaligen Reichshauptstadt Berlin, die während des Zweiten Weltkriegs errichtet wurden. Nach dem Krieg sind viele dieser Lager für Wohnungslose und Geflüchtete bzw. Vertriebene sowie Displaced Persons weiter genutzt worden. Im Laufe der Jahrzehnte sind viele dieser Lagerstandorte auch umgenutzt, verschwunden und vergessen worden. Durch den hohen Baudruck und die Verdichtung aller Stadtbereiche sind viele dieser Objekte in den letzten Jahrzehnten aus dem Stadtbild verschwunden.
Das Projekt soll den noch vorhandenen oberirdischen und unterirdischen Bestand systematisch erfassen und dokumentieren und hiermit einen wichtigen Beitrag zur Unterschutzstellung der letzten Relikte der NS-Zwangsarbeit leisten. Die Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkrieges bildete eine wichtige Säule zur Aufrechterhaltung der deutschen Kriegswirtschaft aber auch der Infrastruktur, vor den Augen der deutschen Gesellschaft offen sichtbar. Viele dieser Objekte sind oberflächig nicht mehr erhalten und heute nur noch mit archäologischen Mitteln erfassbar.
Für das Projekt wurden mit Lydia Dollmann und Gonzalo Compañy zwei hervorragende und international anerkannte Fachleute gewonnen. Lydia Dollmann hat an der Freien Universität Berlin Politologie studiert und an zahlreichen zeitgeschichtlichen Projekten zur NS- und DDR-Geschichte mitgewirkt. Gonzalo Compañy hat Archäologie studiert und beschäftigt sich seit über zwei Jahrzehnten mit Lagern und den materiellen Überresten von Krieg und Staatsgewalt in Deutschland, Spanien und Argentinien.