Das Landesdenkmalamt Berlin hat das Finanzamt Reinickendorf aufgrund seiner geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung unter Denkmalschutz gestellt. Der markante Bau am Eichborndamm 208 in Berlin-Wittenau entstand in den Jahren 1971 bis 1976 nach Entwürfen von Rainer G. Rümmler, dem damaligen Leiter der Entwurfsabteilung bei der Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen.
Das Gebäude war Teil eines größeren Plans: In den 1960er Jahren sollte an der Ecke Am Nordgraben/Eichborndamm ein neues Verwaltungszentrum für Reinickendorf entstehen. Das Finanzamt war ein zentraler Baustein dieser städtebaulichen Idee – und ist bis heute ein echtes Unikat. Mit seiner auffälligen Architektur und der farbenfrohen Gestaltung hebt es sich deutlich von anderen Verwaltungsbauten ab.
Ein besonderer Hingucker ist das markante Keramikrelief am Treppenturm, das von der Künstlerin Susanne Riée gestaltet wurde. Auch im Inneren zeigt das Gebäude seine farbenfrohe Seite – insbesondere das Wegeleitsystem oder die original erhaltene Kantine, die Besucherinnen und Besucher zurück in die 1970er Jahre versetzt.
Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen:
„Der Architekt und Baubeamte Rainer G. Rümmler hat in Berlin bemerkenswerte Spuren hinterlassen. Besonders vielen U-Bahn-Fans dürfte er unter anderem mit der Gestaltung des Eingangsgebäudes am Fehrbelliner Platz und dem Mosaik im U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz präsent sein. Aber auch über Tage sieht man seine Arbeiten. Das neungeschossige Finanzamt Reinickendorf ist ein beeindruckendes Gebäude und eine echte Landmarke im Berliner Norden. Mit dem Denkmalschutzstatus wird das Schaffen des Berliner Architekten gewürdigt.“
Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin:
„Ob die Staffelung der Baukörper, die große gelbe Hausnummer ‚208‘ oder die abgerundeten Ecken – dieser Bau erzählt von der Formensprache und Farbenfreude der 70er Jahre in West-Berlin. Das Gebäude ist ein spannendes Beispiel für das kreative Schaffen Rümmlers und erinnert uns daran, wie viel Gestaltungslust in der Architektur dieser Zeit steckte.“
Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) ist als Immobiliendienstleisterin für das Land Berlin für über 5.000 landeseigene Immobilien verantwortlich und betreut mit der Aufnahme in die Denkmalliste nun auch das Finanzamt Reinickendorf.
Dr. Matthias Hardinghaus, Geschäftsführer der BIM:
„Wir freuen uns nun auch einen jüngeren Bau unter den Berliner Verwaltungsbauten mit seiner besonderen Gestaltung im Sinne des Denkmalschutzes bewahren zu dürfen.“