Im Wettbewerb Mittendrin Berlin! „Zentren reloaded – Kreative Köpfe für Berlin gesucht“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK Berlin) und privaten Partnerinnen und Partnern wurden drei Gewinner für ihre innovativen Ansätze für so genannte neue Dritte Orte in Berliner Zentren und Geschäftsstraßen ausgezeichnet. Die drei Initiativen Kooperative Südliche Friedrichstadt, der Kreisler e. V. und die ZIK Kulturräume UG erhalten jeweils 20.000 Euro für die Umsetzung ihrer Konzepte. Mittendrin Berlin! unterstützt mit dieser öffentlich-privaten Partnerschaft lokale Initiativen in der Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung.
Im aktuellen Wettbewerb wurden im Mai 2025 aus insgesamt 47 Bewerbungen sechs Gruppen für die zweite Wettbewerbsphase ausgewählt. Diese Konkretisierungsphase nutzen die Gruppen, um Ihre Ideen und Konzepte weiter auszuarbeiten. Die Konzepte werden bis zum Sommer 2026 umgesetzt. Seit 2005 hat Mittendrin Berlin! 37 Standortkooperationen bei Umsetzung ihrer Projekte mit einer Summe von über einer Million Euro unterstützt.
Alexander Slotty, Staatssekretär für Bauen:
„Die ausgewählten Projekte beeindrucken durch ihre kreativen Ideen für die Belebung und Gestaltung Berliner Zentren. Dabei setzt Mittendrin Berlin! auf die Innovations- und Tatkraft engagierter Netzwerke und Initiativen sowie bürgerschaftliches Engagement. Mit der Umsetzung der Projekte werden die Standorte durch ergänzende Handels-, Kultur- oder Sportangebote bereichert und die Aufenthaltsqualität im Quartier deutlich verbessert.“
Robert Rückel, Vizepräsident der IHK Berlin:
„Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie Innovationen aus Berlin für Berlin die nachhaltige Stadtentwicklung beschleunigen, die lokale Wirtschaft stärken und echte Wirkung in unserer Stadt entfalten können. Wer attraktive Zentren und einen wettbewerbsfähigen Handel will, braucht Lösungen, die im Kiez entstehen und die Wirtschaft, Kultur und Stadtentwicklung zusammendenken. Gerade in Zeiten herausfordernder Konjunktur und zurückhaltendem Konsum braucht es Initiativen wie den Wettbewerb Mittendrin Berlin!, die unsere Stadt voranbringen. Aufgabe der Politik ist es, diese Potenziale zu ermöglichen und zu fördern.“
Folgende Initiativen wurden ausgezeichnet:
„Kultursommer am Mehringplatz“ I Kooperative Südliche Friedrichstadt (Friedrichshain-Kreuzberg)
Der Beitrag der Initiative „Kooperative Südliche Friedrichstadt“ zielt auf die Entwicklung einer zehnwöchigen Veranstaltungsreihe „Kultursommer am Mehringplatz“ ab, die von Mai bis Juli 2026 geplant ist. Grundlage hierfür sind drei Programmsäulen mit attraktiven Markt-, Familien- und Kulturangeboten, darunter Theater, Musik, Lesungen und Mitmachformate, die sich gleichermaßen an Anwohnende aus dem Quartier und Besucherinnen und Besucher richten. Der „Kultursommer am Mehringplatz“ soll dazu beitragen, am Mehringplatz einen lebendigen Treffpunkt für alle Generationen zu schaffen. So soll ein „Dritter Ort“ entstehen, der gemeinschaftlich entwickelt wird, kulturelle Vielfalt sichtbar macht und die Identifikation mit dem Standort stärkt. Lokale Initiativen, Vereine, Gewerbetreibende und verschiedene, ansässige Kulturinstitutionen werden eng in die Programmgestaltung und Umsetzung eingebunden. Dies stärkt die Quartierskultur, leistet einen wichtigen Beitrag zur
Aktivierung der Erdgeschosszonen und belebt den öffentlichen Raum nachhaltig.
„Wutzky wuppt et!“ I Kreisler e. V. (Neukölln)
„Wutzky wuppt et!“ ist das Motto des Beitrags der Initiative „Kreisler e. V.“, die zusammen mit Unterstützung lokaler Vereine, Gewerbetreibender und Bewohnerinnen und Bewohnern plant, eine ungenutzte Grünfläche am Rotraut-Richter-Platz in einen Treffpunkt für die Nachbarschaft zu entwickeln. In einer gemeinsamem Bauwoche soll eine multifunktionale Begegnungsfläche als flexibles Stadtmöbel entstehen. Dies kann genutzt werden als Erholungsort, als lokaler Veranstaltungsort für unterschiedliche Bildungs- und Bewegungsangebote, als Werkstatt für Aktionen aus dem benachbarten Repair-Café. Zusammen mit einer Wildblumenwiese und einem Nano-Wald soll insgesamt ein klimaangepasster, konsumunabhängiger „Dritter Ort“ in gemeinschaftlicher Verantwortung entstehen, der neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnet und zur Aufwertung des öffentlichen Raums vor dem Wutzky Center beiträgt.
„Zeit ist knapp – Kultur statt Leerstand“ I ZIK Kulturräume UG (Steglitz-Zehlendorf)
„Kultur statt Leerstand“ ist der Ansatz der Initiative „ZIK Kulturräume UG“ für eine leerstehende Fläche im Erdgeschoss des Steglitzer Kreisels. Durch das Engagement der Gruppe entsteht in Kooperation mit zahlreichen Partnern ein belebter „Dritter Ort“: Feste Öffnungszeiten und ein kuratiertes Programm mit täglichen, wöchentlichen und monatlichen Angeboten wie Rollschuhlaufen, Kiezflohmarkt, einer Bühne für Jam Sessions oder Ausstellungen lokaler Kunstschaffenden laden Anwohnende sowie Besucherinnen und Besucher ein, vorbeizukommen. Der vielfach kostenfreie Zugang zu den Programmpunkten macht Teilhabe möglich und belebt den Standort mit spürbaren Ausstrahlungseffekten. Der „Mittendrin Markt“ speziell für gewerbliche Händlerinnen und Händler soll bereits ab Dezember starten und zur Vernetzung und Einbindung der lokalen Gewerbetreibenden beitragen.
Als „Dritte Orte“ werden Räume außerhalb der eigenen vier Wände und des Arbeitsorts bezeichnet. Diese Orte sind für verschiedene beispielsweise soziale, kulturelle, Bildungs- oder Bewegungsnutzungen offen und ermöglichen niederschwellig Begegnung und Austausch.
Mit vielfältigen, oft konsumfreien Angeboten tragen sie zu einer integrativen Stadtgesellschaft bei und sind geeignet, Zentren zu beleben und neue Zielgruppen anzusprechen.
Weitere Informationen bietet die Internetseite Mittendrin Berlin! und der Instagram-Kanal @berlinmittendrin.