Personalpolitisches Aktionsprogramm beschlossen
Pressemitteilung vom 02.06.2026
Aus der Sitzung des Senats am 2. Juni 2026:
Ein moderner und attraktiver Arbeitgeber: Das Land Berlin hat ein breites Spektrum an Maßnahmen und Projekten im Personalmanagement auf den Weg gebracht. Das geht aus dem Bericht zum Personalpolitischen Aktionsprogramm (PPAP) hervor, den der Senat heute auf Vorlage von Finanzsenator Stefan Evers beschlossen hat. Dieser wird dem Abgeordnetenhaus nun zur Kenntnisnahme vorgelegt.
Der aktuelle Bericht zum PPAP betrifft den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025. Eingegangen wird auf die Fortschritte in den fünf Handlungsfeldern, die mit dem Personalentwicklungsprogramm 2030 (PEP 2030) definiert worden sind: Innovation von Recruiting und Onboarding, Systematisierung von Qualifizierung und Kompetenzaufbau, Attraktivitätssteigerung des Landes Berlin als Arbeitgeber, Modernisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen (einschließlich Besoldung und Dienstrecht) und Zusammenwirken von Digitalisierung und Personalmanagement.
Im ersten Handlungsfeld wurden die Ausführungsvorschriften über die Ausschreibung von Stellen (AV Stellenausschreibung) überarbeitet. In Abstimmung mit der Novellierung wurden im landesweiten E-Recruiting-System rund 800 Stellenausschreibungen der Behörden und Einrichtungen des unmittelbaren Landesdienstes in ein modernes, prägnantes und einheitliches Erscheinungsbild überführt.
Ein wesentlicher Baustein dieses Handlungsfeldes war auch die Modernisierung des Dienstrechts. Mit der umfassenden Reform des Laufbahnrechts wurden der Einstieg in die Beamtenlaufbahn des allgemeinen Verwaltungsdienstes erleichtert und Beförderungsmöglichkeiten flexibler ausgestaltet.
Im zweiten Handlungsfeld ist die Neugründung der Verwaltungsakademie Berlin (VAk) als Landesamt für Aus- und Fortbildung sowie Interne Beratung hervorzuheben. Anlass für die grundlegende Veränderung der Organisation waren personalpolitische Anforderungen in den Bereichen Digitalisierung, Transformation und Führungskräfteentwicklung.
In diesem Zusammenhang hat die Finanzverwaltung im Rahmen des PEP 2030 ein berlinweites Führungsleitbild entwickelt und damit zugleich ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag der Jahre 2023 bis 2026 umgesetzt. Das Führungsleitbild Berlin definiert Führungsqualität einheitlich im Sinne von New Work – und stärkt damit eine moderne, kooperative und zukunftsgerichtete Führungskultur.
Hinsichtlich des dritten Handlungsfeldes ist anzumerken, dass die erste landesweite Befragung „Impuls Berlin gestartet und abgeschlossen wurde. Diese lieferte der Verwaltung ein wichtiges Stimmungsbild. Außerdem wurden die Rahmendienstvereinbarungen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (RDV BEM) und zum Schutz der Beschäftigten vor Gewalt im Berliner Landesdienst (RDV Gewaltschutz) abgeschlossen und umgesetzt. Erstere stellt einen wesentlichen Baustein zur Stärkung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements dar und schafft eine verbindliche Grundlage für das betriebliche Eingliederungsmanagement. Letztere schärft das Bewusstsein für den Umgang mit Gewalt am Arbeitsplatz und stellt den Dienststellen einen einheitlichen Handlungsrahmen zur Verfügung.
Ebenfalls vorangetrieben wurde das Beschäftigtenwohnen durch die Koordinierungsgruppe. Als Basis floss zum Beispiel der Wohnraumbedarf von Beschäftigten bis 2031 ein, insbesondere von Nachwuchskräften. Auch finden sich bereits Angebote im Bestand auf dem Berliner Karriereportal. Die landeseigene Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH hat bereits eine Vielzahl von Angeboten im Segment Beschäftigtenwohnen. Hierzu zählt auch das Projekt „Home Base. Es zielt darauf ab, Auszubildende und dual Studierende des öffentlichen Dienstes mit Wohnraum zu versorgen, insbesondere diejenigen in Mangelberufen.
Im vierten Handlungsfeld ging es vor allem um die Ermittlung von Änderungs- und Anpassungsbedarfen im Beamtenrecht. Die laufbahnrechtlichen Vorschriften wurden mit der sogenannten Dienstrechtsreform I überarbeitet. Ziel war es, die Flexibilität von Maßnahmen zur Personalgewinnung und -entwicklung zu erhöhen.
Beispielhaft für das fünfte Handlungsfeld ist die Einrichtung der Leitstelle Transformation zu nennen. Damit sind nun alle Transformations- und Digitalisierungsprojekte im Querschnittsfeld Personal in der Abteilung Landespersonal unter einem Dach gebündelt. Das betrifft vor allem die Projekte Serviceorientiertes Personalmanagement (SPM), die elektronische Personalakte (ePA), den E-Recruiting Verfahrensbetrieb (Rexx).
Staatssekretär Wolfgang Schyrocki: „Die Berliner Verwaltung muss digitaler, moderner und KI-fähiger werden – und zugleich die Menschen gewinnen und qualifizieren, die diese Veränderung gestalten. Genau deshalb setzen wir auf eine moderne, vorausschauende Personalpolitik. Der aktuelle Bericht zeigt: Wir haben 2025 konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht – von modernerem Recruiting über bessere Führung bis hin zu digitalen Personalprozessen. Damit stärken wir die Verwaltung als leistungsfähigen Dienstleister für die Stadt und als attraktiven Arbeitgeber für die Beschäftigten.“
Der Senat legt seit 2017 die Schwerpunkte der Personalpolitik für den unmittelbaren Berliner Landesdienst in einem PPAP fest. Die Fortschreibung des PPAP erfolgt in diesem Jahr zum letzten Mal in der aktuellen Berichtsform. Die strategische Weiterentwicklung der Personalpolitik des Landes Berlin wird künftig im Rahmen des PEP 2030 abgebildet.
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