Neue Kulturbahnhöfe „OST WEST OST - Berliner Nachkriegsmoderne“ werden eröffnet

Pressemitteilung vom 21.10.2025

Die Ausstellungseröffnung der neuen Kulturbahnhöfe „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“ findet auf Einladung des Landesdenkmalamtes Berlin am 21. Oktober, um 15:00 Uhr im Eingang U-Bahnhof Schillingstraße (Ecke Karl-Marx-Allee/ Schillingstraße) mit Gästen aus Kultur, Politik und Wissenschaft statt. Die Ausstellung wird durch Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, eröffnet und ist ab sofort in den U-Bahnhöfen Weberwiese und Schillingstraße (U5) zu sehen.

Mit der Ausstellung „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“ wird erstmals das architektonische Erbe der Nachkriegszeit unmittelbar in den Zugängen der U-Bahnhöfe Schillingstraße und Weberwiese sichtbar gemacht. An einem der wichtigsten Orte der Berliner Stadtentwicklung – der Karl-Marx-Allee – wird erfahrbar, wie Ost und West nach 1945 mit unterschiedlichen Leitbildern auf die Herausforderungen des Wiederaufbaus reagierten. Die Ausstellung macht diese Vielfalt und den ideologischen Wettstreit ebenso greifbar wie die Aktualität der Fragen nach Wohnen, Stadtgestaltung und öffentlichem Raum. Die beiden jetzt fertiggestellten U-Bahnhöfe erzählen den östlichen Teil der Geschichte von Bau und Gegenbau. Es ist beabsichtigt, mittelfristig auch im U-Bahnhof Hansaplatz einen Kulturbahnhof einzurichten, der dann den Wiederaufbau mit dem Blick auf die Interbau 1957 in West-Berlin thematisiert.

Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin: „In Berlin verdichtet sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit all ihren Brüchen und Widersprüchen wie kaum an einem anderen Ort. Die Karl-Marx-Allee steht exemplarisch dafür: einst Prachtstraße der DDR – und zugleich Erinnerung an die Unfreiheit hinter den Fassaden des Sozialismus. Die Architektur beeindruckt bis heute. Diese Ausstellung hilft, die Geschichte zu verstehen. Gerade weil viele Jüngere die Teilung Berlins nicht mehr erlebt haben, ist es wichtig, die Erinnerung wachzuhalten. Mein Dank gilt allen, die sich mit Herzblut für dieses historische Erbe einsetzen – ihr Engagement macht Geschichte lebendig.“

Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: „Die Ensembles Karl-Marx-Allee und Hansaviertel bestechen durch ihren Städtebau, ihre Architektur und ihren öffentlichen Raum. Für den behutsamen Erhalt und die Weiterentwicklung braucht es auch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Und wo, wenn nicht hier in den Bahnhöfen, ist die Aufmerksamkeit beim Warten auf die U-Bahn größer. Die Bahnhöfe sind zentrale Orte des Berliner Ostens – nach Entwürfen von Alfred Grenander Ende der 1920er Jahre realisiert, sind sie heute geprägt durch die Sanierung der 2000er Jahre, aber auch offen für neue Nutzungen. Ihre bauliche Klarheit, die großzügigen Bahnsteigebenen und die zentrale Lage machen sie zu Kulturträgern im Alltag.“

Clara Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg: „Friedrichshain-Kreuzberg ist ein Bezirk, dessen Geschichte von Baustilen und Stadtentwicklung geprägt ist, die weit über ihre Zeit hinauswirken. Sie erzählen von Identität, von Vergangenheit und von den Herausforderungen des Erhalts und der Weiterentwicklung. Solche Orte fördern das Bewusstsein für unsere gemeinsame Geschichte. Die Kulturbahnhöfe bieten eine lebendige Plattform, um Geschichte erlebbar zu machen und den Austausch in unserer vielfältigen Stadtgesellschaft anzuregen.“

Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Facility Management: „Die Berliner Nachkriegsgeschichte mit ihrer Teilung hat bedeutende Stadträume und Bauten hinterlassen, die ein gemeinsames Erbe für unsere Stadt bilden. Die Ensembles der Karl-Marx-Allee und Interbau sind ein Beispiel, wie die Bürgerinnen und Bürger dieses Erbe annehmen, lokale Vereine gründen, um von vergangener Geschichte zu berichten und neue Geschichten zu entwickeln. Dies wird in der Ausstellung erlebbar.“

Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin: „Das Landesdenkmalamt Berlin möchte mit dem Projekt neue Wege in der Vermittlung denkmalgeschützter Quartiere beschreiten. Die U-Bahnhöfe Schillingstraße und Weberwiese liegen im Zentrum zweier bedeutender Ensembles des Berliner Wiederaufbaus nach 1945. Als Kulturbahnhöfe erhalten sie nicht nur eine kulturelle Aufwertung, sondern werden auch als öffentlich zugängliche Ausstellungsorte definiert – niedrigschwellig, aber anspruchsvoll. Durch das Projekt können diese architektur- und stadtgeschichtlich prägenden Orte auch emotional und gesellschaftlich aktiviert werden.“

Mit der Ausstellung sollen die Besucherinnen und Besucher eingeladen werden, mehr über die Planung, den Bau und den Alltag der Karl-Marx-Allee zu erfahren. Damit geht ein weiterer Berliner Kulturbahnhof in Betrieb. Dieses Mal wurde er vom Landesdenkmalamt Berlin initiiert und mit Mitteln des ehemaligen DDR-Parteivermögens (PMO) gefördert. Unser besonderer Dank gilt den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und der Wall GmbH für ihre Unterstützung und Kooperation.

Digitale Pressemappe

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Als Kontakt für Nachfragen steht Ihnen im Landesdenkmalamt Berlin zur Verfügung:
Nicole Hildebrandt, Tel. (030) 90259-3670, nicole.hildebrandt@lda.berlin.de

Zum Onlineauftritt der Ausstellung: www.berlin.de/ost-west-ost-kulturbahnhoefe/