Kulturbahnhöfe OST-WEST-OST - Berliner Nachkriegsmoderne

  • Key visual OST-WEST-OST
  • Titelbild der Aussstellung in der Zwischenebene Schillingstraße

    Titelbild der Ausstellung in der Zwischenebene Schillingstraße

  • Ein History Walk führt zu 24 wichtigen Ankerpunkten an der Karl-Marx-Allee

    Ein History Walk führt zu 24 wichtigen Ankerpunkten an der Karl-Marx-Allee

  • Geschichte der Karl-Marx-Allee im Zwischengeschoss Weberwiese

    Geschichte der Karl-Marx-Allee im Zwischengeschoss Weberwiese

  • Künstlerische Fotografie von Maria Sewcz auf der Gleisebene Schillingstraße

    Künstlerische Fotografie von Maria Sewcz auf der Gleisebene Schillingstraße

  • Künstlerische Fotografie von Werner Huthmacher auf der Gleisebene Schillingstraße

    Künstlerische Fotografie von Werner Huthmacher auf der Gleisebene Schillingstraße

  • Künstlerische Fotografie von Arlett Mattescheck auf der Gleisebene Weberwiese

    Künstlerische Fotografie von Arlett Mattescheck auf der Gleisebene Weberwiese

  • Künstlerische Fotografie von Gebr. Kapitza auf der Gleisebene Weberwiese

    Künstlerische Fotografie von Gebr. Kapitza auf der Gleisebene Weberwiese

  • Großformatige Fotokunstwerke auf der Gleisebene Weberwiese

21. Oktober 2025

Die Ausstellungseröffnung der neuen Kulturbahnhöfe „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“ fand auf Einladung des Landesdenkmalamtes Berlin am 21. Oktober, um 15:00 Uhr im Eingang U-Bahnhof Schillingstraße (Ecke Karl-Marx-Allee/ Schillingstraße) mit Gästen aus Kultur, Politik und Wissenschaft statt. Die Ausstellung wurde durch Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, eröffnet und ist nun in den U-Bahnhöfen Weberwiese und Schillingstraße (U5) zu sehen.

Mit der Ausstellung „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“ wird erstmals das architektonische Erbe der Nachkriegszeit unmittelbar in den Zugängen der U-Bahnhöfe Schillingstraße und Weberwiese sichtbar gemacht. An einem der wichtigsten Orte der Berliner Stadtentwicklung – der Karl-Marx-Allee – wird erfahrbar, wie Ost und West nach 1945 mit unterschiedlichen Leitbildern auf die Herausforderungen des Wiederaufbaus reagierten. Die Ausstellung macht diese Vielfalt und den ideologischen Wettstreit ebenso greifbar wie die Aktualität der Fragen nach Wohnen, Stadtgestaltung und öffentlichem Raum. Die beiden jetzt fertiggestellten U-Bahnhöfe erzählen den östlichen Teil der Geschichte von Bau und Gegenbau: Es ist beabsichtigt, mittelfristig auch im U-Bahnhof Hansaplatz einen Kulturbahnhof einzurichten, der dann den Wiederaufbau mit dem Blick auf die Interbau 1957 in West-Berlin thematisiert.

Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin: „In Berlin verdichtet sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit all ihren Brüchen und Widersprüchen wie kaum an einem anderen Ort. Die Karl-Marx-Allee steht exemplarisch dafür: einst Prachtstraße der DDR – und zugleich Erinnerung an die Unfreiheit hinter den Fassaden des Sozialismus. Die Architektur beeindruckt bis heute. Diese Ausstellung hilft, die Geschichte zu verstehen. Gerade weil viele Jüngere die Teilung Berlins nicht mehr erlebt haben, ist es wichtig, die Erinnerung wachzuhalten. Mein Dank gilt allen, die sich mit Herzblut für dieses historische Erbe einsetzen – ihr Engagement macht Geschichte lebendig.“

Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: „Die Ensembles Karl-Marx-Allee und Hansaviertel bestechen durch ihren Städtebau, ihre Architektur und ihren öffentlichen Raum. Für den behutsamen Erhalt und die Weiterentwicklung braucht es auch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Und wo, wenn nicht hier in den Bahnhöfen, ist die Aufmerksamkeit beim Warten auf die U-Bahn größer. Die Bahnhöfe sind zentrale Orte des Berliner Ostens – nach Entwürfen von Alfred Grenander Ende der 1920er Jahre realisiert, sind sie heute geprägt durch die Sanierung der 2000er Jahre, aber auch offen für neue Nutzungen. Ihre bauliche Klarheit, die großzügigen Bahnsteigebenen und die zentrale Lage machen sie zu Kulturträgern im Alltag.“

Clara Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg: „Friedrichshain-Kreuzberg ist ein Bezirk, dessen Geschichte von Baustilen und Stadtentwicklung geprägt ist, die weit über ihre Zeit hinauswirken. Sie erzählen von Identität, von Vergangenheit und von den Herausforderungen des Erhalts und der Weiterentwicklung. Solche Orte fördern das Bewusstsein für unsere gemeinsame Geschichte. Die Kulturbahnhöfe bieten eine lebendige Plattform, um Geschichte erlebbar zu machen und den Austausch in unserer vielfältigen Stadtgesellschaft anzuregen.“

Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Facility Management: „Die Berliner Nachkriegsgeschichte mit ihrer Teilung hat bedeutende Stadträume und Bauten hinterlassen, die ein gemeinsames Erbe für unsere Stadt bilden. Die Ensembles der Karl-Marx-Allee und Interbau sind ein Beispiel, wie die Bürgerinnen und Bürger dieses Erbe annehmen, lokale Vereine gründen, um von vergangener Geschichte zu berichten und neue Geschichten zu entwickeln. Dies wird in der Ausstellung erlebbar.“

Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin: „Das Landesdenkmalamt Berlin möchte mit dem Projekt neue Wege in der Vermittlung denkmalgeschützter Quartiere beschreiten. Die U-Bahnhöfe Schillingstraße und Weberwiese liegen im Zentrum zweier bedeutender Ensembles des Berliner Wiederaufbaus nach 1945. Als Kulturbahnhöfe erhalten sie nicht nur eine kulturelle Aufwertung, sondern werden auch als öffentlich zugängliche Ausstellungsorte definiert – niedrigschwellig, aber anspruchsvoll. Durch das Projekt können diese architektur- und stadtgeschichtlich prägenden Orte auch emotional und gesellschaftlich aktiviert werden.“

Mit der Ausstellung sollen die Besucherinnen und Besucher eingeladen werden, mehr über die Planung, den Bau und den Alltag der Karl-Marx-Allee zu erfahren. Damit geht ein weiterer Berliner Kulturbahnhof in Betrieb. Dieses Mal wurde er vom Landesdenkmalamt Berlin initiiert und mit Mitteln des ehemaligen DDR-Parteivermögens (PMO) gefördert. Unser besonderer Dank gilt den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und der Wall GmbH für ihre Unterstützung und Kooperation.

Impressionen von der Ausstellungseröffnung am 21. Oktober 2025

  • Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut moderierte die Eröffnung

    Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut moderierte die Eröffnung

  • Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner eröffnete die Ausstellung offiziell

    Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner eröffnete die Ausstellung offiziell

  • Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen begrüßte die Gäste zur Eröffnung

    Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen begrüßte die Gäste zur Eröffnung

  • Wencke Wallstein, Bereichsleiterin Infrastruktur, vertrat die BVG als Hausherrin bei der Eröffnung

    Wencke Wallstein, Bereichsleiterin Infrastruktur, vertrat die BVG als Hausherrin bei der Eröffnung

  • Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner eröffnet die Ausstellung mit Vertreter:innen aus der Politik und von der BVG

    Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner eröffnet die Ausstellung mit Vertreter:innen aus der Politik und von der BVG

  • Die Ausstellungseröffnung wurde von einem Jazz-Duo begleitet

    Die Ausstellungseröffnung wurde von einem Jazz-Duo begleitet

  • Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut führt die ersten Besucherinnen und Besucher persönlich durch die Ausstellung

    Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut führt die ersten Besucherinnen und Besucher persönlich durch die Ausstellung

  • Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut führt die ersten Besucherinnen und Besucher persönlich durch die Ausstellung

    Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut führt die ersten Besucherinnen und Besucher persönlich durch die Ausstellung

  • Eingang zum neuen Kulturbahnhof Schillingstraße

    Eingang zum neuen Kulturbahnhof Schillingstraße

  • Die ersten Besucherinnen entdecken die Ausstellung

    Die ersten Besucherinnen entdecken die Ausstellung

  • Fotokunstwerke auf der Gleisebene am U-Bahnhof Schillingstraße

    Fotokunstwerke auf der Gleisebene am U-Bahnhof Schillingstraße

  • Im Anschluss an die Eröffnung fand ein Empfang im Salon Babette statt

    Im Anschluss an die Eröffnung fand ein Empfang im Salon Babette statt

  • Im Anschluss an die Eröffnung fand ein Empfang im Salon Babette statt

    Im Anschluss an die Eröffnung fand ein Empfang im Salon Babette statt

Hintergrundinformationen zur Ausstellung

Die Namensschöpfung OST WEST OST
Die Namensschöpfung OST WEST OST steht für die gemeinsame Geschichte der Karl-Marx-Allee, erster Bauabschnitt (OST), Interbau 1957 (WEST) und Karl-Marx-Allee, zweiter Bauabschnitt (OST) in der ehemals geteilten Stadt. Das gemeinsame Erbe aus der Zeit der Teilung bietet die Chance, die Berliner Nachkriegsmoderne in Ost und West neu zu erzählen. Das Landesdenkmalamt hat die Geschichte und Bedeutung in der Bewerbung als UNESCO-Welterbe „Karl-Marx-Allee und Interbau 1957. Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne“ umfassend dargestellt und das bürgerschaftliche Engagement in beiden Gebieten gefördert. Zahlreiche lokale Vereine engagieren sich für die Gebiete und sind nun auch Teil der Ausstellung. Geschichte neu erzählt ist immer auch die Geschichte von Menschen.

Drei Ebenen – drei Perspektiven Die Ausstellung „OST WEST OST – Berliner Nachkriegsmoderne“ erstreckt sich auf die drei Ebenen der U-Bahnhöfe:
  • Auf der Stadtebene werden QR-Codes an jedem der insgesamt sieben U-Bahn-Eingänge der U-Bahnhöfe Schillingstraße und Weberwiese auf der Linie 5 installiert. Mit den QR-Codes führt die digitale Spurensuche des History Walks zu 24 Ankerbauten zwischen Alexanderplatz und Frankfurter Tor. In den QR Codes sind z.B. Informationen zur Baugeschichte, Architektur und Städtebau genauso gespeichert wie zu den Menschen, die die Karl-Marx-Allee planten, hier gelebt und gearbeitet haben. Die Codes sind auch online über die Website des Landesdenkmalamtes Berlinabrufbar.
  • Auf der Zwischenebene bietet die informativen wie bildmächtigen Ausstellung Geschichten zu Planung, Bau und Alltag der Karl-Marx-Allee.
  • Auf der Bahnsteigebene werden in großformatigen Fotokunstwerken die Bauwerke der Allee neu inszeniert.
  • Die kurzweilige Ausstellung in den beiden U-Bahnhöfen wird begleitet durch eine modern gestaltete Webanwendung, die vertiefende Informationen in Wort und Bild liefert.

Architektur und Alltag
In der Ausstellung wird u.a. aus dem Leben von Planerinnen und Planern, von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, von Bewohnerinnen und Bewohnern und von dem heutigen bürgerschaftlichen Engagement entlang der Karl-Marx-Allee erzählt.
Hermann Henselmann, Chefarchitekt des DDR-Städtebaus, u. a. verantwortlich für die Karl-Marx-Allee und Hans Scharoun, Architekt und Denker einer „organischen Moderne“ werden genauso portraitiert wie eine ehemalige Bewohnerin des Hauses des Kindes oder eine ehemalige Verkäuferin in den Pavillonbauten. Seit einigen Jahren setzen sich auf sehr kreative und öffentlichkeitswirksame Weise lokale Vereine für die Geschichte des Städtebaus, der Architektur, für das Leben in der Karl-Marx-Allee damals und heute ein. Auch sie werden Teil der Ausstellung.
Diese Porträts und Erzählungen sind keine Heldenepen, sondern Mosaiksteine einer Stadt im Wandel – zwischen Plan und Bruch, Ideologie und Alltag, Ost und West und wieder Ost. Diese Geschichten sind über die QR-Codes auf den Bahnhöfen abrufbar.
Damit geht ein weiterer Berliner Kulturbahnhof in Betrieb. Dieses Mal wurde er vom Landesdenkmalamt Berlin initiiert und mit Mitteln des ehemaligen DDR-Parteivermögens (PMO) gefördert.

Fotokunst trifft Baukunst Vier Fotografinnen und Fotografen – vier Sichtweisen: Auf der Gleisebene der U-Bahnhöfe Schillingstraße und Weberwiese der Linie U5 erscheint die Nachkriegsmoderne im künstlerischen Blick ganz neu. Auf jedem Bahnhof präsentieren 18 Hintergleisflächen je zwei Foto-Serien, die ikonische Bauwerke entlang der Karl-Marx-Allee auf neue konzeptionelle Weise einfangen. Von der klassischen Totale, von Einblicken in die gebauten und belebten Stadträume, bis zum poetischen Detail – OST WEST OST verwandelt die Transiträume der Bahnsteige in Galerien.
  • Werner Huthmacher ist ein Architekturfotograf mit besonderem Gespür für Struktur, Rhythmus und Lichtführung im gebauten Raum.
  • Maria Sewcz nähert sich den Orten essayistisch – fragmentarisch, persönlich und politisch.
  • Arlett Mattescheck verbindet Porträt- und Stadtraumfotografie mit einem Blick für das Atmosphärische und Zwischenmenschliche.
  • Philipp & Pascal Kapitza arbeiten gestalterisch präzise mit Fokus auf urbanem Wandel.
    Die Kombination dieser Positionen ermöglicht eine vielfältige fotografische Interpretation der Bahnhöfe – mal dokumentarisch, mal künstlerisch, mal unmittelbar sozial.
    Alle wurden über ein professionelles Auswahlverfahren mit Juryentscheidung beauftragt. Grundlage waren ihre bestehenden fotografischen Positionen und ihre Fähigkeit, sich sensibel und zugleich eigenständig mit urbanen Orten auseinanderzusetzen.

Das Ausstellungsteam
Koordinierung: Sabine Ambrosius I Projektleitung: kursiv | text-objekt-raum GmbH, Albrecht Viertel Thomas Bache I Kuratorinnen: BEST projekte für baukultur und stadt, Dr. Nicola Bröcker Dr. Celina Kress, I Ausstellungsgestaltung: fischer Ausstellungsgestaltung, Brigitte Fischer, Prof. Rolf Eusterschulte, Lena Roob, I Wissenschaftliche Beratung Dr. Thomas Flierl I Übersetzung: Brendan Bleheen I Künstler:innen Arlett Mattescheck, Maria Sewcz, Werner Huthmacher, Pascal & Philipp Kapitza

Die Kuratorinnen
Dr. Nicola Bröcker ist Kunsthistorkerin und Freie Lektorin (Akademie der deutschen Medien). Sie arbeitet als Publizistin und Redakteurin in den Fachgebieten Architektur und Denkmalpflege.

Dr. Celina Kress ist Architektin und Planungshistorikerin. Sie ist assoziierte Wissenschaftlerin am Center for Metropolitan Studies der TU Berlin und Autorin grundlegender Publikationen zur Architektur- und Planungsgeschichte.

Unser Dank gilt
den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und der Wall GmbH

Pressefotos zur aktuellen Berichterstattung

  • Key visual OST-WEST-OST

    JPG-Dokument (1.2 MB)

  • Titelbild der Aussstellung in der Zwischenebene Schillingstraße

    JPG-Dokument (148.3 kB)

  • Geschichte der Karl-Marx-Allee im Zwischengeschoss Weberwiese

    JPG-Dokument (172.7 kB)

  • Großformatige Fotokunstwerke auf der Gleisebene Weberwiese

    JPG-Dokument (169.6 kB)

  • Plakat Ausstellung OST-WEST-OST

    JPG-Dokument (70.7 kB)

  • Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner eröffnet die Ausstellung mit Vertreter:innen aus der Politik und von der BVG

    JPG-Dokument (537.3 kB)

  • Programm zur Eröffnung der Kulturbahnhöfe OST-WEST-OST

    PDF-Dokument (93.1 kB)

Kontakt

Landesdenkmalamt Berlin
Altes Stadthaus

Nicole Hildebrandt