Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - 03.09.2026

Impression der TAUT-Meile in der Waldsiedlung Zehlendorf

Impression der TAUT-Meile in der Waldsiedlung Zehlendorf

Herzlich willkommen zu den Denkmal News!

Im Fokus dieser Ausgabe steht das gemeinsame Engagement für unsere Berliner Denkmale. Mehrere Festivals und der Tag des offenen Denkmals laden auf vielfältige Weise ein, Berlins Denkmale neu zu entdecken. Öffentliche Einrichtungen, Vereine und Initiativen, Kirchengemeinden und Stiftungen, Firmen und Wohnungsbaugesellschaften sowie viele private Denkmaleigentümer*innen und Denkmalfreund*innen zeigen gemeinsam und kostenfrei, wo für sie der Mehrwert ihres Denkmals liegt.

Eine interessante Lektüre wünscht das Landesdenkmalamt Berlin.

Impressionen vom Festival „Siedlungen der Moderne. 100 Waldsiedlung Zehlendorf“

Ein neu installiertes Tastmodell macht die Siedlung inklusiv für alle nachvollziehbar.

Es wurde gefeiert, gejubelt, musiziert und getanzt. Mit einem bunten Festival beging die Waldsiedlung Zehlendorf vom 27. bis 30. August ihren 100. Geburtstag. Viele Gäste, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Politik und Verwaltung waren gekommen, um gemeinsam auf den neuen Welterbestatus der Siedlung anzustoßen. Ausstellungen, Führungen, Workshops und exklusive Salons wechselten sich mit Streetfood, Festumzug und Musik auf der zentralen TAUT-Meile ab. Veranstaltet wurde das Festival vom Landesdenkmalamt Berlin in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern vor Ort.

Doch die Vermittlung des Welterbes Waldsiedlung Zehlendorf als Teil der Siedlungen der Berliner Moderne endet nicht mit dem Festival. Ein neues Tastmodell sowie Stelen, die im Rahmen eines Festaktes offiziell eingeweiht wurden, informieren ab sofort über die architektonische und historische Bedeutung der Wohnsiedlung. Und auch die starke Gemeinschaft der Bewohnenden wird den Geist der Erbauer nach 100 Jahren weiter in die Zukunft tragen.

Filmische Impressionen vom Festival 100 Jahre Waldsiedlung Zehlendorf

Tag des offenen Denkmals 2026

Noch eine Woche bis zum Tag des offenen Denkmals! Am 12. und 13. September warten neue und sonst verschlossene Denkmale, exklusive Baustellenbesichtigungen und Expert*innenführungen an über 350 Orten in der Stadt. Entdecken Sie u. a. das Gemeindezentrum Am Fennpfuhl – seit 2026 neu auf der Denkmalliste -, das Kino L’Aiglon, den Garten des Verlegers Langenscheidt oder die U-Bahnarchitektur der U7. Hunderte Touren, darunter Ausstellungs- und Gebäudeführungen, Orgelführungen, Turmbesteigungen sowie Stadtspaziergänge und Radtouren zu bestimmten Themen, Orten oder Epochen, bieten ganz besondere Einblicke in die Berliner Denkmallandschaft. Und es kommen immer noch neue Angebote hinzu. Ein erneuter Blick in das Programm lohnt daher jederzeit.

Zum Programm

Ein Stück Klinikum Benjamin Franklin für Zuhause

Ein Exemplar der abgenommenen Wirbelelemente aus Beton

Zum Tag des offenen Denkmals veranstaltet die Charité – Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt eine ganz besondere Aktion. Die originalen Betonelemente der ehemaligen Fassade des Klinikums Benjamin Franklin werden zu persönlichen Erinnerungsstücken. Berlinerinnen und Berliner können im Rahmen der Aktion ein originales Fassadenelement als symbolisches Erinnerungsstück erwerben und damit zugleich den Erhalt des Campus Benjamin Franklin unterstützen.

Die markante Screenfassade prägte einst das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Klinikums. Ihre filigranen Betonelemente dienten als Sonnenschutz und erinnerten in ihrer Form an menschliche Wirbel. Wegen ihres schlechten Erhaltungszustandes musste die Fassade 2025 zurückgebaut werden. In Abstimmung mit den Denkmalbehörden soll ein Konzept für ihren originalgetreuen Wiederaufbau erarbeitet werden.
Die Übergabe der Erinnerungsstücke findet am 12. September von 12 bis 14 Uhr am Campus Benjamin Franklin statt.

Zur Spendenaktion

20 Jahre erfolgreiche Studierendenworkshops: Einladung zur Präsentation am Tag des offenen Denkmals

Schlossteich im Landschaftspark Glienicke

Seit 20 Jahren bringt der Studierendenworkshop des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) junge Menschen verschiedener Fachrichtungen zusammen, um aktuelle Themen der Denkmalpflege zu diskutieren und neue Perspektiven zu gewinnen.
In diesem Jahr steht der Workshop, u.a. in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin (Abteilung Gartendenkmalpflege und Städtebauliche Denkmalpflege), unter dem Titel „Viel beansprucht – Historische Parkanlagen im Klimawandel“. Vom 6. bis 13. September beschäftigen sich Studierende im Landschaftspark Klein-Glienicke mit den Folgen von Hitzewellen, Dürreperioden, Starkregen und Überschwemmungen für Gartendenkmale. Sie setzen sich mit rechtlichen und fachlichen Anforderungen auseinander und entwickeln eigene, kreative und maßgeschneiderte Lösungen für deren nachhaltige Zukunft.
Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals präsentieren die Studierenden am Samstag, den 12. September im Schloss Klein-Glienicke ihre erarbeiteten Projekte. Wir laden herzlich dazu ein, die Ergebnisse kennenzulernen und gemeinsam 20 Jahre Studierendenworkshop des DNK zu feiern.

Termin: 12. September, 14.00-18.00 Uhr
Ort: Schloss Klein-Glienicke (Gartensaal), Königstraße 36, 14109 Berlin

Weitere Informationen zu den DNK-Studierendenworkshops

Festival der Berliner Industriekultur

Der Tag des offenen Denkmals ist zugleich der Startpunkt für das Festival der Berliner Industriekultur. Koordiniert vom Berliner Zentrum für Industriekultur wird Berlin vom 12. September bis 4. Oktober 2026 zur Bühne für die Industriekultur. Rund 100 Veranstaltungen machen das sichtbare und unsichtbare Erbe der Industrialisierung erlebbar. Dazu zählen Fabriken, Infrastrukturen, Wohnsiedlungen und vieles mehr.

Über 50 Partner bieten ein einzigartiges Programm: Etablierte Schauplätze und spannende Geheimtipps öffnen ihre Türen für außergewöhnliche Events – gemeinsam mit Kunst- und Kulturschaffenden, Bildungseinrichtungen und der Berliner Wirtschaft. Die Bandbreite reicht von Stadtführungen mit exklusiven Einblicken über gemeinsame Fotowalks und historische Verkehrsrallyes bis zu Gaumenfreuden an Orten der Industriekultur. Industriegeschichte verbindet sich mit heutiger Lebenskultur und sorgt für viele Aha-Erlebnisse.

Weitere Informationen zum Festival

Industriekultur ausgegraben – Archäologie der Moderne

3D-Modell des Elektrizitätswerkes am Molkenmarkt

Im Rahmen des Festivals der Berliner Industriekultur eröffnet das Landesdenkmalamt archäologische Einblicke in den Beginn der Elektrifizierung Berlins. Führungen über die Ausgrabungsfläche am Molkenmarkt erzählen von einem der ältesten Elektrizitätswerke, dessen Reste sich im Boden erhalten haben.

Überreste der Industriekultur kommen neben anderen Zeugnissen der Moderne auch an zahlreichen anderen Orten Berlins bei archäologischen Ausgrabungen regelmäßig zum Vorschein. Besondere Beispiele, darunter auch Funde aus dem E-Werk vom Molkenmarkt, sind im PETRI Berlin zu sehen. Sie stehen im Mittelpunkt von zwei Sonderführungen zum Festival der Industriekultur am 24. und 26. September. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die Sonderausstellung „Berliner Skulpturenfund – ‚Entartete Kunst‘ im Bombenschutt“ zu besuchen – ein weiterer Meilenstein der Archäologie der Moderne.

Weitere Informationen und Anmeldung im Festival-Programm

Ein ungewöhnlicher Berliner „Boden“fund präsentiert im PETRI Berlin

Bronzekopf von der Skulptur „Springendes Mädchen“ des Berliner Bildhauers Wolfgang Schaper (1895–1930)

Bei Reinigungsarbeiten im Teltowkanal wurde 2024 ein bronzener Kopf geborgen. Es handelt sich um den Kopf der Skulptur „Springendes Mädchen“ des Berliner Bildhauers Wolfgang Schaper (1895 – 1930). Schaper hatte an der Berliner Akademie der Künste studiert und zeichnete sich vor allem durch seine Sportdarstellungen aus. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört der „Diskuswerfer“ (1927), der noch heute in der Nähe des Berliner Olympiastadions bewundert werden kann. Parallel entstand die Skulptur „Springendes Mädchen“ für den Volkspark Mariendorf. Die Figur wurde 1970 durch Vandalismus zerstört, der Kopf war seitdem verschwunden. Die Überreste der Statue wurden später eingeschmolzen.
Erst 54 Jahre später tauchte der ausdrucksstarke, aber stark beschädigte Kopf wieder aus dem Teltowkanal auf. Nach einer aufwendigen Restaurierung wird er ab dem 4. September der Öffentlichkeit im PETRI Berlin im Schauregal im 1. Obergeschoss präsentiert, bevor er im Magazin der Gartendenkmalpflege des Landesdenkmalamtes Berlin einen Platz findet.

Zur Website des PETRI Berlin

Aktuelle Veröffentlichung

Infoblatt „Landesgesetzliche Entwicklungen im Denkmalrecht 2023-26“
Das Landesdenkmalamt hat in einem Infoblatt die wesentlichen denkmalrechtlichen Änderungen seit 2023 durch das Schneller-Bauen-Gesetz und das Gesetz für einfaches Bauen zusammengefasst.

Zum Download als PDF

Termine 2026

19. Juni – 25. Oktober: Chodowiecki 300: Zwischen Kunst und Konfession.
Eine Ausstellung des Hugenottenmuseums Berlin, gefördert vom Landesdenkmalamt Berlin, der Akademie der Künste Berlin und der Französischen Kirche zu Berlin

03. September: NS-Zwangsarbeit am Bahnhof Köpenick
Eine Kooperationsveranstaltung des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit, Museen Treptow-Köpenick und des Landesdenkmalamtes Berlin

12./13. September: Tag des offenen Denkmals

12. September – 04. Oktober: Festival der Berliner Industriekultur

01. Oktober: Vortrag „Methoden und Möglichkeiten der Grabungstechnik – Vom 3D-Modell zum Grabungsplan“

09. Oktober: 14. Forum für Industriekultur und Gesellschaft

02. November – 18. Dezember: Ausstellung „Denkmalpflege. MehrWert als du denkst“
Eine Ausstellung des Landesdenkmalamtes Berlin in Kooperation mit der Albert-Einstein-Volkshochschule Schöneberg

03. November: Jung, aber Denkmal: U-Bahn-Architektur

06. – 07. November: Internationale Tagung „Im Blick der Anderen. In the View of Others: Berlin – The international Discourse on European Postwar Modernism”

11. November: GartenForum Glienicke: Die Simonschen Anlagen in Seelow. Geschichte und Wiederherstellung

24. November: Tag der Berliner Archäologie

25. November: Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2026