Ein Stück Klinikum Benjamin Franklin für Zuhause

Screenfassade aus an Rückenwirbeln erinnernden Betonelementen.

Campus Benjamin Franklin. Screenfassade

Kurzmeldung vom 27.08.2026

Aktion zum Tag des Offenen Denkmals 2026

Zum Tag des offenen Denkmals 2026 werden die ikonischen Betonelemente der ehemaligen Fassade des Benjamin Franklin Krankenhauses in Berlin-Steglitz zu besonderen Erinnerungsstücken. Berlinerinnen und Berliner können im Rahmen der Aktion ein originales Fassadenelement als symbolisches Erinnerungsstück erhalten und damit zugleich die Charité – Universitätsmedizin Berlin unterstützen. Seien auch Sie dabei und bewahren ein Stück Architekturgeschichte!

Die Screenfassade aus filigranen Betonelementen prägte einst das unverwechselbare Erscheinungsbild des Klinikums Steglitz (heute Campus Benjamin Franklin). Die Betonelemente bildeten eine zweite Haut vor den Fassaden und verliehen dem Behandlungsgebäude eine besondere Leichtigkeit. Bei näherer Betrachtung erschloss sich die an Rückenwirbel angelehnte Form der einzelnen Elemente. Die Screenfassade diente als Sonnenschutz und verwies mit ihrer an die menschliche Anatomie erinnernden Gestaltung auf die Funktion des Gebäudes als Krankenhaus.

Rückbau der Fassade 2025

Der schlechte Erhaltungszustand der Betonfertigteile machte jüngst ihren großflächigen Rückbau erforderlich. Der Beton bröselte, die verbindenden Elemente korrodierten, erste Bauteile stürzten herab. Ein von der Charité beauftragtes Gutachten kam zu dem Schluss, dass die gesamte Fassade instabil ist. Es mussten sofort Maßnahmen zum Schutz von Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden der Charité ergriffen werden.

Der Rückbau der Fassade erfolgte in Abstimmung zwischen der Charité Berlin und den Denkmalbehörden und ist mit der Auflage verbunden, ein Konzept für den originalgetreuen Wiederaufbau der Screenfassade zu erarbeiten. Zudem wurden einige Elemente musterhaft eingelagert.

Aktion der Charité – Universitätsmedizin Berlin

Im Rahmen der Aktion stehen 140 originale Betonelemente der früheren Fassadenstruktur – die sogenannten „Wirbelkörper“ – zur Verfügung. Die ersten 140 Unterstützerinnen und Unterstützer, die über die Charité-Aktionsseite oder per Überweisung einen Unterstützungsbetrag entrichten und dort ihr Interesse an einem Wirbelkörper angeben, können ein solches Element als symbolisches Erinnerungsstück erhalten. Als Orientierung wird ein Unterstützungsbetrag von 250 Euro empfohlen.
Darüber hinaus besteht selbstverständlich die Möglichkeit, unabhängig von der Aktion eine zusätzliche Spende zugunsten der Erhaltung des Campus Benjamin Franklin zu leisten.

Die Vergabe erfolgt in der Reihenfolge der bestätigten Unterstützungs-/Zahlungseingänge und nur, solange der Vorrat reicht.
Die Abholung findet am Samstag, den 12. September 2026, zwischen 12:00 und 14:00 Uhr am Campus Benjamin Franklin statt. Begleitet wird die Aktion von einem Rahmenprogramm.

Die Spenden können per Überweisung oder über ein Spendenformular erfolgen.

Zum Spendenformular auf der Website der Charité

Charité-Spendenkonto für Ihre Unterstützung

Kontoinhaber: Charité – Universitätsmedizin Berlin
IBAN: DE68 1007 0000 0592 9799 00
BIC: DEUTDEBB
Kreditinstitut: Deutsche Bank
Verwendungszweck: IA 64500164

Programm am Tag des offenen Denkmals

Wann: Samstag, 12. September 2026, 12.00-14.00 Uhr
Wo: Charité Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin

Programm

Begrüßung
  • Simon Batt-Nauerz, Leiter des Geschäftsbereichs Bau, Infrastrukturelles und Nachhaltigkeitsmanagement (BIN) der Charité
  • Patrick Steinhoff, Bezirksstadtrat Steglitz-Zehlendorf
  • Prof. Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor Landesdenkmalamt Berlin
Historische Einführung in das Denkmal Campus Benjamin Franklin
  • Prof. Dr. Thomas Beddies, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medzin der Charité

Anschließend Übergabe der Betonelemente

  • Charité Campus Benjamin Franklin

    Klinikum Steglitz – Charité Campus Benjamin Franklin. Eingang West

  • Klinikum Steglitz - Campus Benjamin Franklin (CBF)

    Klinikum Steglitz – Charité Campus Benjamin Franklin. Flachbau und Bettenhaus

  • Lageplan mit Funktionsgliederung, 2004

    Lageplan mit Funktionsgliederung, 2004

  • Screenfassade aus an Rückenwirbeln erinnernden Betonelementen.

    Detailansicht der Screenfassade. Zustand 2010

  • Stapel abgenommener Betonelemente der Screenfassade.

    Betonelemente der Screenfassade nach dem Rückbau

  • Rückgebautes Betonelement der Screenfassade

    Betonelement der Screenfassade

Geschichte Klinikum Steglitz

Das Klinikum Steglitz galt einst als „modernster Krankenhausbau Europas“. Das Zentralklinikum vereinte nahezu alle medizinischen Fachkliniken, Einrichtungen der Forschung und der klinischen Lehre der Freien Universität unter einem Dach. Ausschlaggebend für seine Gründung war die politische Situation im geteilten Berlin. Im Berliner Südwesten fehlte es an medizinischer Versorgung und mit der Charité lag das einzige Universitätskrankenhaus im Ostteil der Stadt. Der in den Jahren 1959/1961–1968 realisierte Entwurf des US-amerikanischen Architekturbüros Curtis & Davis (in Zusammenarbeit mit Franz Mocken) griff die damals aktuellen Entwicklungen im Klinikbau auf. Finanziert wurde der Bau durch die US-amerikanischen Benjamin-Franklin-Stiftung. In Anerkennung dieser Unterstützung trägt das Klinikum Steglitz seit 1994 den Namen Benjamin Franklins. Aufgrund seiner geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung steht die Gesamtanlage seit 2012 unter Denkmalschutz. Einst als Ersatzbau errichtet, gehört das Klinikum mittlerweile zur Charité.

Weitere Informationen zum Denkmal

Denkmalfilm: Vom Pesthaus zum Prestigeobjekt. Die Geschichte der Charité

Denkmalfilm über die Geschichte der Charité und ihre Gebäude.

Formate: video/youtube

Die Gebäude der Charité erzählen viel mehr als nur die Geschichte eines Krankenhauses. Was früher als Pesthaus am Stadtrand begann, ist heute das größte Universitätsklinikum Europas und ein Zentrum für Spitzenforschung. Hier treffen Hightech und historische Architektur aufeinander: Fast die Hälfte der Gebäude steht unter Denkmalschutz und erzählt von 300 Jahren Krankenhausgeschichte – von Zeiten des Wachstums bis hin zu Weltkriegen und der Teilung Deutschlands. Begleiten Sie uns in alte Hörsäle, erkunden den geheimnisvollen Sauerbruch-Bunker und entdecken versteckte Orte, die normalerweise verschlossen sind!

Kontakt

Landesdenkmalamt Berlin
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