Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - 19.11.2025

Inhalt

1. Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2025, 25.11.2025

Blick in das Treppenhaus der ehemaligen australischen Botschaft

Wir freuen uns, die diesjährigen Preisträger des Berliner Denkmalpreises bekanntgeben zu dürfen. Die Ferdinand-von-Quast-Medaille 2025 erhalten das Ehepaar Dr. Dimitra und Prof. Dr. Friedrich Hoffmann sowie der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg KdöR, vertreten durch die Vorstandsvorsitzende Katrin Raczynski.

Dimitra und Friedrich Hoffmann sind seit mehr als vier Jahrzehnten Eigentümer des denkmalgeschützten Hausgartens des Gartenarchitekten Gustav Allinger. In dieser Zeit haben sie mit außergewöhnlichem Engagement und viel persönlichem Einsatz den Garten in seiner ursprünglichen Form bewahrt und ihn fortlaufend restauriert. Darüber hinaus teilen sie ihr umfassendes Wissen mit der Öffentlichkeit und machen den Garten zu einem Ort des Lernens und des Dialogs. Sie erhalten den Denkmalpreis 2025 für ihr Lebenswerk im Erhalt, der Pflege und der Vermittlung des Hausgartens von Gustav Allinger.

Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg hat das ehemalige Dienstgebäude der Australischen Botschaft in der DDR über mehrere Jahre denkmalgerechnet saniert und zu einem zukunftsorientierten Bildungsort umgestaltet. Aufgrund der Umnutzung des Gebäudes zu einem Bildungs- und KiTa-Standort war die Sanierung mit hohen Auflagen verbunden. Es ist besonders bemerkenswert, dass den Anforderungen des Denkmalschutzes dennoch vollständig entsprochen wurde. Das außergewöhnliche Engagement und die vorbildliche Sanierung durch den Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg haben das besondere Gebäude nicht nur denkmalgerecht erhalten, sondern ihm gleichzeitig eine neue, sinnvolle Nutzung zukommen lassen.

Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen wird die Auszeichnungen am 25. November 2025 im Bärensaal des Alten Stadthauses überreichen.
Die interessierte Öffentlichkeit ist zu diesem feierlichen Abend herzlich eingeladen.

Datum: Dienstag, 25. November 2025, 18.00 Uhr
Ort: Altes Stadthaus, Bärensaal, Klosterstraße 47, 10179 Berlin

Weitere Informationen

2. Erhalt des Studiengangs Konservierung und Restaurierung / Grabungstechnik an der HTW Berlin

Studierende der HTW präsentierten Restaurierungstechniken an verschiedenen Materialien.

Am 5. November veranstaltete das PETRI Berlin gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) einen besonderen Aktionstag. Journalistinnen und Journalisten waren eingeladen, in den Restaurierungswerkstätten des PETRI Berlin live zu entdecken, was das Studium der Konservierung und Restaurierung / Grabungstechnik an der HTW Berlin ausmacht. Studierende stellten ihre aktuellen Projekte vor – etwa die Restaurierung eines mittelalterlichen Herzbuches und eine Bronzenadel aus Mesopotamien. Anlass für den Aktionstag war die geplante Streichung des Studiengangs aufgrund der massiven Kürzungen des Berliner Senats im Hochschulbereich. Die Ausrichtung des Fachbereichs Konservierung / Restaurierung auf die Arbeit mit archäologischem Kulturgut ist deutschlandweit einzigartig. Gleiches gilt für den Bereich Grabungstechnik. Die Absolventinnen und Absolventen der HTW Berlin sind in Museen, Archiven, Denkmalämtern, Forschungseinrichtungen und in der freien Wirtschaft tätig und tragen entscheidend zum Schutz, zur Erforschung und Vermittlung unseres kulturellen Erbes bei. Beispielsweise haben alle Grabungstechnikerinnen und Grabungstechniker, die vom Landesdenkmalamt Berlin auf der Grabung Molkenmarkt beschäftigt sind, einen Abschluss an der HTW Berlin. Der bereits jetzt spürbare Fachkräftemangel würde sich durch den Wegfall dieses in Deutschland einzigartigen Studiengangs weiter verstärken und den Erhalt unseres kulturellen Erbes gefährden.

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3. „Jung, aber Denkmal: Kulturforum“ jetzt auf YouTube

Jung, aber Denkmal: Kulturforum

Anlässlich der anstehenden Sanierung der Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße hat die Reihe „Jung, aber Denkmal“ nach städtebaulichen Zukunftsperspektiven für das Kulturforum gefragt. Zunächst führte Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin, in die wechselvolle Geschichte des Ortes zwischen Neuer Nationalgalerie und Philharmonie ein. Anschließend diskutierte er mit Prof. Petra Kahlfeldt (Senatsbaudirektorin), Prof. Dr. Achim Bonte (Generaldirektor der Staatsbibliothek zu Berlin), Katja Erke (Landschaftsarchitektin und Vertreterin der Architektenkammer Berlin), Stephan Schütz (gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner) sowie dem Autor Jürgen Tietz, wie dieses „unvollendete“ Forum weitergedacht werden kann. Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist jetzt auf YouTube verfügbar.

Link zu YouTube: Jung, aber Denkmal: Kulturforum

4. Vermittlungsangebot Münzschatz vom Molkenmarkt

Münzschatzfund vom Molkenmarkt

Im Sommer 2025 sorgte ein kleiner Münzschatzfund auf dem Molkenmarkt für Aufsehen. Die Silberdenare waren bei den Ausgrabungen des Landesdenkmalamtes Berlin auf dem Molkenmarkt entdeckt worden und sind nun im PETRI Berlin ausgestellt. Was sind das für Münzen? Wie alt sind sie, was ist auf ihnen zu sehen? Wie hoch war ihr Wert?

In einem Workshop können Kinder und Jugendliche den Fund selbst unter die Lupe und andere mittelalterliche Münzen als Repliken in die Hand nehmen. Auf Silberfolie werden Denare, Groschen und Hohlpfennige selbst geprägt und so kann ein eigener Münzschatz mit nach Hause genommen werden.

Dieses kostenfreie Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren.

Datum: 30. November 2025, 13. und 21. Dezember, jeweils 14.00-16.00 Uhr und am 27. und 30. Dezember jeweils ab 15.00 Uhr
Ort: PETRI Berlin, Gertraudenstraße 8, 10178 Berlin

Weitere Informationen und Anmeldung

5. Internationale Konferenz „Modernism # Progressive Heritage“, 28.+29.11.2025

Die Konferenz „Modernism # Progressive Heritage“ geht der Frage nach, wie das städtebauliche, architektonische, kulturelle und gesellschaftliche Erbe der Moderne heute besser geschützt und produktiv gemacht werden kann und wie sich die Situation in einzelnen Ländern Zentraleuropas darstellt. Hierzu werden Projekte und Ideale der Moderne des 20. Jahrhunderts in Bezug zu aktuellen politischen Tendenzen gesetzt. Der Geist der Moderne war verbunden mit demokratischen und emanzipatorischen Werten. Demgegenüber stehen heute fast überall in Europa antidemokratische und rückwärtsgewandte politische Agenden. Das Anliegen der Veranstalter ist es, aus der Diskussion dieser Themen heraus länderübergreife Werte, Gefährdungsszenarien und good practice-Beispiele herauszuarbeiten sowie mögliche Kooperationen auf europäischer Ebene zu begründen beziehungsweise bereits bestehende Zusammenarbeiten zu stärken.

Die Konferenz bildet einen der Hochpunkte zum Abschluss der diesjährigen “Triennale der Moderne”, einem Festival zur Baukultur und Ideengeschichte der Moderne mit Programm in Dessau, Weimar und in Berlin, maßgeblich gefördert vom Landesdenkmalamt Berlin.

Datum: 28.+29. November 2025
Ort: Rathaus Tempelhof, Tempelhofer Damm 165, 12099 Berlin

Programm und weitere Informationen

6. Kulturbahnhöfe OST WEST OST – Führung zur Fotokunst, 02.12.2025

Schulklasse vor dem U Eingang Schillingstraße

Die neue Ausstellung “OST WEST OST — Berliner Nachkriegsmoderne” erkundet in zwei Berliner U-Bahnhöfen der Linie 5 die Karl-Marx-Allee, Berlins weltberühmte Magistrale. In den U-Bahnhöfen Schillingstraße und Weberwiese lädt die Ausstellung ein, mehr über die Planung, den Bau und den Alltag der Karl-Marx-Allee zu erfahren. Auf den Bahnsteigen verwandeln großformatige Bildserien die Räume in Galerien.

Im U-Bahnhof Schillingstraße sind dies Werke von Maria Sewcz mit dem Titel „unterdessen“ und von Werner Huthmacher mit dem Titel „everything merges with the light“, im U-Bahnhof Weberwiese Werke von Arlett Mattescheck mit dem Titel „Lost in Transition“ und von Philipp & Pascal Kapitza mit dem Titel „ich hatte eine Verwandte“.

Am Dienstag, den 2. Dezember, laden die Fotokünstlerinnen und Fotokünstler zu einer persönlichen Führung ein. Sie bietet Raum zum Diskurs über den ungewöhnlichen Ort und die künstlerischen Positionen.

Datum: Dienstag, 02. Dezember 2025, 18.00 Uhr
Ort: Eingang zum U-Bahnhof Schillingstraße (U5) Karl-Marx-Allee 32, gegenüber Café Moskau – Weiterfahrt zur Weberwiese

Weitere Informationen zur Ausstellung

7. GartenForum Glienicke: Die Klostergärten von Neuzelle, 04.12.2025

Die Neuzeller Klosteranlage

Das Zisterzienserkloster Neuzelle gilt als Meisterwerk barocker Gartenkunst in Brandenburg. Die letzte Veranstaltung des GartenForums Glienicke in diesem Jahr widmet den Klostergärten gleich zwei Vorträge. Während sich der erste Beitrag mit der Geschichte und der denkmalgerechten Wiederherstellung der Klostergärten befasst, beschäftigt sich der zweite Beitrag mit der für Neuzelle bedeutenden Zitruskultur – inklusive kleiner Kostproben.

Datum: Donnerstag, 04. Dezember 2025, 18.00 Uhr
Ort: Kavalierflügel Schloss Glienicke, Königstraße 36, 14109 Berlin

Weitere Informationen und Anmeldung

8. LDA intern

Stellenausschreibung: Wissenschaftliches Volontariat im Bereich Archäologie
Wir suchen zeitlich befristet für zwei Jahre eine/n Wissenschaftliche/n Volontär/in (w/m/d) mit Schwerpunkt Archäologie in der Abteilung Bodendenkmalpflege des Landesdenkmalamtes Berlin. Die Dauer des Volontariats beträgt zwei Jahre. Die Bewerbungsfrist ist der 08. Dezember 2025.
Weitere Informationen u.a. zur gewünschten Qualifikation, den Vorzügen der Arbeitsstelle sowie den erforderlichen Bewerbungsunterlagen finden Sie hier.

Neu im LDA: Dr. Christin Nezik
Christin Nezik promovierte nach ihrem Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum über die finnische Architektur der Moderne. Im Jahr 2023 schloss sie ihre Promotion mit der Arbeit „Die Suche nach dem zeitgemäßen Bauen 1890–1950. Adaptionen vernakulärer Architektur im Werk von Hermann Gesellius, Armas Lindgren, Eliel Saarinen und Alvar Aalto“ ab. Von 2019 bis 2022 war sie Mitglied der DFG-Forschungsgruppe „Museale Architekturdörfer 1880–1930: Kontaktzonen des Eigenen im transnationalen Austausch“. Ihr Fokus lag hier auf der Montage regionaler Haustypen im Freilichtmuseum Seurasaari in Helsinki. Zuletzt betreute sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin ein Erfassungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum und der Stadt Bochum zur Architektur der 1960er bis 1980er Jahre. Seit dem 1. November 2025 ist Christin Nezik wissenschaftliche Volontärin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landesdenkmalamt Berlin.

9. Termine 2025

  • 25. November: Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2025
  • 26. November: Tag der Berliner Archäologie
  • 28.+29. November: Internationale Konferenz „Modernism # Progressive Heritage“
  • 30. November: PETRI Berlin: Vermittlungsangebot Münzschatz vom Molkenmarkt
  • 02. Dezember: Künstler:innenführung OST-WEST-OST – Berliner Nachkriegsmoderne
  • 04. Dezember: GartenForum Glienicke: „Die Klostergärten von Neuzelle“
  • 13. Dezember: PETRI Berlin: Vermittlungsangebot Münzschatz vom Molkenmarkt
  • 21. Dezember: PETRI Berlin: Vermittlungsangebot Münzschatz vom Molkenmarkt
  • 27. Dezember: PETRI Berlin: Vermittlungsangebot Münzschatz vom Molkenmarkt
  • 30. Dezember: PETRI Berlin: Vermittlungsangebot Münzschatz vom Molkenmarkt