Ausstellung Denkmalpflege. MehrWert als du denkst

Keyvisual Ausstellung MehrWert breit

In der Ausstellung “Denkmalpflege. MehrWert als du denkst” zeigt das Landesdenkmalamt Berlin, welchen MehrWert für die Berliner Stadtgesellschaft denkmalgeschützte Bauten, Objekte und Gärten haben. Die ausgewählten Beispiele sollen Impulse geben, eigene Werte in Denkmalen zu entdecken. An einer interaktiven Station können die Besucherinnen und Besucher ihre Gedanken und Ideen zum Thema unmittelbar in die Ausstellung einbringen.

Die Ausstellung war zum ersten Mal im Rahmen des Tages des offenen Denkmals vom 12. bis 14. September 2025 im ICC Berlin zu sehen sein.

Im Jahr 2026 wird sie in jeweils aktualisierter Form an folgenden Orten zu sehen sein:

03. – 26. Februar
Rathausgalerie Charlottenburg,
Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin
Öffnungszeiten: Mo-Fr 09.00-18.00 Uhr

In Kooperation mit dem Verwaltungsinformationszentrum (VIZ) des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf

  • Programm zur Ausstellung in der Rathausgalerie

    GESPRÄCHSRUNDE: Denkmalorte – MehrWert im Alltag

    Denkmale prägen unsere Stadt. Nicht nur als historische Zeugnisse, sondern als lebendige Orte des Alltags: zum Wohnen, Lernen, Arbeiten, Feiern, Begegnen und Erholen. Sie schaffen Identität, Nachbarschaft und Lebensqualität und leisten damit einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, der weit über den Wert des einzelnen Gebäudes hinausgeht.
    Im Rahmen der Ausstellung „Denkmalpflege. MehrWert als du denkst“ möchten wir gemeinsam darüber diskutieren, warum Denkmalschutz eine Aufgabe ist, die uns alle betrifft und was Denkmale im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf für die Menschen bedeuten, die sie tagtäglich nutzen.

    Dazu laden wir Sie herzlich ein zur
    Gesprächsrunde „Denkmalorte – MehrWert im Alltag“
    Ort: Minna-Cauer-Saal, Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin
    Datum: Montag, 9. Februar 2026, 18.00 Uhr

    Um eine formlose Anmeldung per E-Mail an veranstaltungen@lda.berlin.de bis 08.02.2026
    wird gebeten.

    Programm

    Begrüßung
    Kristin Bauch, Bezirksbürgermeisterin Charlottenburg-Wilmersdorf

    Einleitung zur Ausstellung
    Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin

    Gesprächsrunde
    • Andreas Barz, Geschäftsführer Internationales Begegnungszentrum IBZ Berlin
    • Katja Baumeister-Frenzel, Vorsitzende Parkhaus Lietzensee e.V.
    • Bettina Gries, Leiterin Schoeler Schlösschen
    • Dr. Frauke Tietze, Leiterin der Denkmal-AG am Goethe Gymnasium Wilmersdorf

    Moderation: Nicole Hildebrandt, Landesdenkmalamt Berlin

    FÜHRUNGEN

    MehrWert im Detail: Die Magistratsbibliothek des Rathaus Charlottenburg

    Die ehemalige Magistratsbibliothek – heute Verwaltungsinformationszentrum – ist wichtiger Teil des kulturellen Gedächtnisses des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Seit ihrer Gründung um 1810 bewahrt sie als Verwaltungsbibliothek das Wissen der Menschen, die hier gewirkt haben. Während des Rundgangs lernen die Teilnehmenden die Räumlichkeiten der Bibliothek kennen und entdecken die dort bewahrten Schätze.

    12. Februar, 17:00 Uhr
    26. Februar, 17:00 Uhr

    Treffpunkt: Rathaus Charlottenburg, Rathausgalerie im 1. Obergeschoss.
    Referent: Thomas Wolfes, Leiter des VIZ.
    Wir bitten um Voranmeldung bis zum 11. bzw. 25. Februar unter: veranstaltungen@lda.berlin.de.

16. März – 15. Mai
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Württembergische Straße 6, 10707 Berlin
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10.00-18.00 Uhr

In Kooperation mit dem Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

  • Eröffnung der Ausstellung in der Senatsverwaltung

    Senatsbaudirektorin Prof. Petra Kahlfeldt und Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut werden die Ausstellung gemeinsam eröffnen und zu einem kleinen Empfang einladen.

    Ort: Eingangsfoyer, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin
    Datum: Dienstag, 17. März 2026, 18.00 Uhr

    Um eine formlose Anmeldung per E-Mail an veranstaltungen@lda.berlin.de bis 13.03.2026
    wird gebeten.

September
Paul Gerhardt-Stift, Müllerstraße 56-58, 13349 Berlin

November/Dezember
VHS Tempelhof-Schöneberg, Barbarossaplatz 5, 10781 Berlin

  • Impression 49h ICC

    Impressionen der MehrWert-Ausstellung im ICC

  • Ausstellung MehrWert im ICC

    Impressionen der MehrWert-Ausstellung im ICC

  • Ausstellung MehrWert im ICC

    Impressionen der MehrWert-Ausstellung im ICC

  • Ausstellung MehrWert im ICC

    Impressionen der MehrWert-Ausstellung im ICC

  • Ausstellung MehrWert im ICC

    Impressionen der MehrWert-Ausstellung im ICC

  • Ausstellung MehrWert im ICC

    Interaktiver Ausstellungsteil

  • Impression Tag des offenen Denkmals 2025

    Interaktiver Ausstellungsteil

  • Impression vom Tag des offenen Denkmals 2025

    Interaktiver Ausstellungsteil

  • Antworten auf die Frage "Was ist Euer Mehrwert von Denkmalen?"

    Antworten auf die Frage "Was ist Euer Mehrwert von Denkmalen?"

  • Antworten auf die Frage "Was ist Euer Mehrwert von Denkmalen?"

    Antworten auf die Frage "Was ist Euer Mehrwert von Denkmalen?"

  • Antworten auf die Frage "Was ist Euer Mehrwert von Denkmalen?"

    Antworten auf die Frage "Was ist Euer Mehrwert von Denkmalen?"

  • Antworten auf die Frage "Was ist Euer Mehrwert von Denkmalen?"

    Antworten auf die Frage "Was ist Euer Mehrwert von Denkmalen?"

  • Gedanken zur Denkmalpflege

    Gedanken zur Denkmalpflege

  • Gedanken zur Denkmalpflege

    Gedanken zur Denkmalpflege

  • Gedanken zur Denkmalpflege

    Gedanken zur Denkmalpflege

Die Ausstellungstafeln

Institut für Hygiene & Mikrobiologie

GESUNDHEIT

Frühling 1882: Robert Koch ist am Ziel. Endlich hat er ihn identifiziert, den Erreger der Tuberkulose! Eine bahnbrechende Entdeckung, die die Medizingeschichte prägt und die Eindämmung von Infektionskrankheiten ermöglicht. Seine Forschung am Berliner Hygiene-Institut reduziert die Sterblichkeit in den rasant wachsenden Städten deutlich.
Sommer 1961: Die Berliner Mauer teilt die Stadt und ihre Forschung. Im Westen entsteht das Institut für Hygiene und Mikrobiologie, eine brutalistische Ikone von Hermann Fehling und Daniel Gogel. Der Betonbau, geprägt von ausdrucksstarken, plastischen Formen und offenen Laborstrukturen, symbolisiert das Miteinander in der Forschung. Seit 2021 unter Denkmalschutz ehrt es die Berliner Hygiene-Forschung und deren zeitgemäße Frage: Was tun, um gesund zu bleiben?

Institut für Hygiene und Mikrobiologie
Erbaut: 1969-1974
Denkmalschutz: 2021
Weitere Informationen

Funkturm

SIGNALWIRKUNG

Es knistert. Und plötzlich spricht eine Stimme: „Achtung! Hier Funkturm Lietzensee. Zwischen Havel und Oberspree! Der Funkturm sendet im Programm. Die Funkturmweihe vom Kaiserdamm.“ Mit diesen Worten begann 1926 die erste Hörfunksendung, die vom Funkturm ausgestrahlt wurde. Wenige Jahre später folgte nach ersten Testübertragungen das weltweit erste Fernsehprogramm. Wie die neuen Technologien verkörpert auch die Architektur des Funkturms den modernen Zeitgeist jener Jahre. Das Bauwerk verzichtet auf jeglichen Schmuck. Prägend für seine Gestalt sind die filigrane Stahlkonstruktion und die vorkragenden Plattformen. Mit einer Höhe von 147 Metern ist der Funkturm das höchste und zugleich älteste Gebäude auf dem Messegelände. Im Jahr 2026 feiert er seinen 100. Geburtstag.

Funkturm
Erbaut: 1924-1926
Denkmalschutz: 1988
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Rathaus Charlottenburg

BÜRGERSTOLZ

Charlottenburg um 1900. Der Turm des neuen Rathauses wächst stetig empor, bis er schließlich eine Höhe von 88 Metern erreicht. Er überragt nun deutlich die Kuppel des in Sichtweite liegenden Schlosses. Sehr zum Ärger des deutschen Kaisers. Wilhelm II. soll fortan immer einen Umweg zum Schloss gefahren sein, um das unliebsame Bauwerk nicht sehen zu müssen – so erzählen es jedenfalls die Charlottenburger. Dass die Bürgerschaft die Konkurrenz mit dem Schloss nicht scheute, spricht von ihrem Selbstbewusstsein und Stolz. Ihr Rathaus symbolisierte Eigenständigkeit, Wohlstand und den Status ihrer Großstadt. Seit 1920 gehört Charlottenburg zu Berlin. Was einst das Rathaus einer selbstständigen Stadt war, ist zu einem Bezirksrathaus geworden: Damals wie heute bleibt es Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger und ein weithin sichtbarer Fixpunkt im Kiez.

Rathaus Charlottenburg
Erbaut: 1899-1905 & 1911-1913 & 1947-1952
Denkmalschutz: 1971
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Flughafen "Otto Lilienthal"

AUFBRUCH

17. Januar 1976. Auf dem neu eröffneten Flughafen Berlin-Tegel herrscht ohrenbetäubender Lärm. 15.000 Menschen erleben den Moment, in dem die Concorde für einen Testflug in die Lüfte steigt. Tegel und die Concorde – beide sind nicht nur durch das futuristische Design verbunden. Sie verkörpern auch den Aufbruchsgeist der Zeit. Nach der Vision eines Drive-In-Airports entwickeln die Architekten Meinhard von Gerkan, Volkwin Marg und Klaus Nickels ein Flughafenkonzept, das die neuen Massentransportmittel der 1960er Jahre beispielhaft miteinander verbindet. Dank der inneren Autoumfahrung und der dezentralen Abfertigungsbereiche brauchen die Fluggäste selten mehr als 15 Minuten für den Umstieg vom PKW ins Flugzeug. Für West-Berlin ist Tegel noch mehr als ein funktionales Designwunder. Für die eingeschlossene Stadt symbolisiert er Weltläufigkeit, Offenheit und einen Aufbruch in die Moderne.

Flughafen Tegel
Erbaut: 1965-1979
Denkmalschutz: 2019
Denkmalfilm Bye, bye Flughafen Tegel

Blick in die denkmalgeschützte Humboldt-Bibliothek

WISSEN

Den Brüdern und Bildungsvisionären Wilhelm und Alexander von Humboldt hätte es sicher gefallen, diese Bibliothek mit ihrem Namen nur wenige hundert Meter von ihrem alten Familienschloss zu wissen. Tegel ist stolz auf die Humboldts und kann stolz sein auf diese monumentale und gleichzeitig intime Bibliothek, wie der Architekt Charles Moore sein Werk beschreibt. In dem Gebäude der Internationalen Bauausstellung 1987 können Besucherinnen und Besucher nicht nur Bücher, sondern auch die architektonische Postmoderne studieren. Historische Baustile werden auf spielerische Weise kombiniert. Der große mehrschiffige und offene Raum besitzt Anklänge an Industrie- und Sakralgebäude. Die hohen, wellenförmigen Wände aus Büchern beeindrucken ebenso wie die lange Galerie und die hölzerne Decke des angeschnittenen Tonnengewölbes. Aus den großen Fenstern fällt der Blick bis zum Tegeler See. Ein Ort zum Vertiefen.

Humboldt-Bibliothek
Erbaut: 1989
Denkmalschutz: 2019
Weitere Informationen

Als Baum gestalteter Pfeiler im U-Bahnhof Paulsternstrasse

FANTASIE

Mond und Sterne scheinen auf eine langsam vorbeiziehende Sommerlandschaft. Gräser, Blumen und Bäume sind in sanftes Abendlicht getaucht. Rainer G. Rümmler entwirft als Baubeamter unzählige Berliner U-Bahnhöfe. Seine Bahnhöfe der 1984 fertiggestellten U7-Erweiterung Richtung Spandau laden zu einer Reise in die Vergangenheit ein – von den Katakomben der Zitadelle bis zum großzügigen Rathausgewölbe. Die Haltestelle „Paulsternstraße“ ist dabei das außergewöhnlichste Beispiel für die Fantasie des Architekten. Pate für das Design ist eine von ihm selbst verfasste Erzählung: Eine Reisegruppe, die nachts in einer Kutsche von Berlin nach Spandau unterwegs ist, macht Rast im Gasthaus Paul Sterns. Rast macht man heute nur kurz, bevor die nächste U-Bahn kommt, und doch war man entführt in eine Traumwelt.

U-Bahnhof Paulsternstraße
Erbaut: 1975-1984
Denkmalschutz: 2017
Weitere Informationen

Historische Anzeigetafel von 1989 an der Regattastrecke in Grünau

BEWEGUNG

Berlin ist eine der wasserreichsten Städte Deutschlands. Kein Wunder, dass sich der Wassersport hier seit über 150 Jahren großer Beliebtheit erfreut. Wer die Dahme auf der Höhe von Grünau entlangfährt, spürt: An diesem Ort gerät die Stadt in Bewegung. Eingebettet in die Seenlandschaft liegt eine der traditionsreichsten Regattastrecken Berlins. Bereits zu Kaisers Zeiten lassen sich hier Rudervereine nieder und bauen prächtige Bootshäuser. Für die Olympischen Spiele 1936 wird das Areal stark umgestaltet. Auf der neuen Regattatribüne des Architekten Herbert Ruhl verfolgen Tausende die olympischen Wettkämpfe. In der DDR trainiert hier die Nationalmannschaft. Noch heute ist die inzwischen denkmalgeschützte Anlage in Benutzung. In die 2024 sanierte Tribüne konnte das Wassersportmuseum Grünau einziehen. Und gerudert wird natürlich auch weiterhin!

Regattastrecke Grünau
Erbaut: 1934-1936 & 1951-1952 & 1989-1990
Denkmalschutz: 2016
Weitere Informationen

Detail des Leitsystems mit Neonröhren

INNOVATION

15 Quadratmeter groß ist das Arbeitszimmer in der Wohnung von Ralf Schüler, in dem der Wettbewerbsentwurf für den Bau einer neuen Kongresshalle mit 30.000 Quadratmeter 1965 entsteht. Er konzipiert den Bau gemeinsam mit seiner späteren Frau Ursulina Schüler-Witte in Tag- und Nachtarbeit während ihrer gemeinsamen Urlaubszeit. Die Jury hingegen vermutet große amerikanische Architektenbüros als Urheber, doch war der Entwurf des Berliner Architektenpaares innovativer. Ihr auf Kommunikation ausgerichtetes Gesamtkunstwerk ist noch heute ein Gebäude der Superlative. Als einzigartige Großstadtskulptur begrüßt es am Ende der AVUS, mit seiner an Raumschiffe erinnernden Architektur ist es einer der wichtigsten deutschen Bauten der Nachkriegszeit – und seit 2023 ein Highlight am Tag des offenen Denkmals mit mehr als 30.000 Besucherinnen und Besuchern.

Internationales Congress Centrum (ICC)
Erbaut: 1973-1979
Denkmalschutz: 2019
Weitere Informationen

Gartenstadt Falkenberg

LEBENSFREUDE

„Da alles seine Farbe hat, so muss auch alles, was Menschen tun, farbig gestaltet sein“. Die Siedlung der Gartenstadt Falkenberg wird von seinem damals aufsehenerregenden Farbkonzept getragen. Für den Architekten Bruno Taut ist dies Ausdruck gebauter Lebensfreude. Sich wiederholende Häusertypen mit Nutzgärten nehmen die Form des Geländes auf und fügen sich zu einem malerischen Straßenraum zusammen. Und doch wird das Wohnen hier erschwinglich. Der Reformwohnungsbau bildet einen Kontrapunkt zum herrschenden Wohnungselend zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Siedlung schafft Wohnraum für ärmere Familien, mit kleinen Gärten für den Anbau von Obst und Gemüse sowie Gas-, Strom- und Wasseranschluss. Die eher dorftypische Infrastruktur unterstützt das rege soziale Leben. Ein vorbildliches Projekt, dessen vollständige Umsetzung der Erste Weltkrieg verhindert.

Gartenstadt Falkenberg
Erbaut: 1913-1916
Denkmalschutz: 1977
Weitere Informationen

Weltzeituhr am Alexanderplatz

ORIENTIERUNG

Täglich begegnen sich hier 400.000 Menschen, Straßenbahnen fahren vorbei und neue Gebäude wachsen in den Himmel. Der Alexanderplatz ist ständig in Bewegung. Inmitten des Trubels dreht sich seit 1969 die Weltzeituhr. Sie zeigt die Zeit an jedem Ort der Welt – das drehende Stundenband in der Mitte der zylinderförmigen Uhr macht es möglich! Der praktische und zugleich kunstvolle Zeitmesser ist ein beliebter Treffpunkt und bietet sowohl Einheimischen als auch Besuchenden eine Orientierung inmitten der Großstadt. Die von dem Industriedesigner Erich John entworfene Uhr ist zusammen mit dem Brunnen der Völkerfreundschaft das Kernstück der sozialistischen Umgestaltung des Alexanderplatzes. Beide Kunstwerke sollen das internationale Selbstverständnis der DDR ausdrücken. Mittlerweile steht die Weltzeituhr unter Denkmalschutz und erinnert daran, dass Wandel und Beständigkeit am Alexanderplatz untrennbar miteinander verbunden sind.

Weltzeituhr
Erbaut: 1969-1970
Denkmalschutz: 2015
Denkmalfilm Die Geschichte des Alexanderplatz

Garten Liebermann

INSPIRATION

Der Maler Max Liebermann ist bereits 62 Jahre alt, als er den Kaufvertrag für das 7.000 Quadratmeter große Grundstück am Großen Wannsee unterschreibt. Er hat Sehnsucht nach lichtdurchfluteten Räumen, die innen und außen miteinander verbinden. In der neuen Villenkolonie Alsen baut er seine Sommerresidenz und einen Rückzugsort für seine Familie. Die Ideen für die Gestaltung des Gartens stammen von Liebermann selbst und seinem Freund Alfred Lichtwark. Sie entsprechen einer damals gänzlich neuen, rein architektonischen Vorstellung der Gartenkunst: eine moderne, einfache und geradlinige Anlage, in der vor allem robuste und heimische Pflanzen wachsen. Nutz-, Blumen- und Heckengärten verbinden sich mit freiem Blick auf das Seeufer zu einem Gesamtkunstwerk. Der Garten wird für Liebermann Quelle seiner Inspiration und bevorzugtes Motiv in seinen späten Lebensjahren. Nachspüren können wir dieser Schönheit noch heute.

Garten Liebermann
Erbaut: 1910
Denkmalschutz: 2014
Weitere Informationen

Renaissance-Theater

ELEGANZ

Hinter den schlanken Rundbogenfenstern aus blauem Glas ist alles bereit für einen großen Auftritt im heute einzigen erhaltenen Art-déco-Theater Deutschlands. Der Architekt Oskar Kaufmann ist ein Meister des Theaterbaus. Er verwandelt den alten Kinosaal auf dem spitzen Eckgrundstück in eine Zauberwelt der Innenarchitektur. Schwingende Decken, Wände und Treppen sowie verzierte Spiegel oder Lampen fügen sich zu einem spektakulären und bewegten Formenreichtum zusammen. In die feine Seidenwandbespannung sind kunstvolle Muster eingewebt. Auch die Farben ziehen die Blicke in den Bann: Goldgelb, Lachsrot, Ultramarinblau, Ocker, Blaugrün und Weinrot in den Foyers und Wandelgängen. Im eleganten Zuschauerraum schaffen kostbare Oberflächen und edle Hölzer eine intime Atmosphäre. Der Vorhang hebt sich, das Schauspiel kann beginnen.

Renaissance-Theater
Erbaut: 1901-1902
Denkmalschutz: 1971
Weitere Informationen

Ausstellung MehrWert Texttafel Morgen

Heute schon an morgen gedacht?

Sichtbarer Klimaschutz ist die Photovoltaikanlage auf dem Dach. Ist das Windrad auf dem Feld. Die Wärmepumpe im Keller. Neue Techniken, neue Lösungen. Notwendig. Aber nicht der einzige Weg im Kampf gegen die Erderwärmung. Auch Denkmalpflege ist Klimaschutz – nur nicht so plakativ sichtbar. Weil die Methoden nicht neu sind, sondern bewährt. Und weil das Klima auf einer anderen Ebene geschützt wird – effizient und ganzheitlich. Denkmäler stehen für den MehrWert, der sich ergibt, wenn Dinge bleiben. Wenn Materialien über Jahrzehnte hinweg ihren Dienst tun. Damit dies gelingt, muss man Denkmäler pflegen, restaurieren. Mit einem Blick darauf, den Kern der Konstruktion zu erhalten. Klar, das ist nicht immer einfach und macht Dialog notwendig. Aber miteinander zu reden ist in einer Gesellschaft, die als polarisiert gilt, ohnehin das Beste. Diese Kultur der Nachhaltigkeit ist die Gegenbewegung zu einem Wirtschaftssystem, das stets nach Neuem, nach Billigem, nach noch mehr Konsum verlangt – oft verbunden mit hohen Kosten für die Umwelt, die vor allem kommende Generationen tragen müssen. Denkmalpflege zeigt: Langlebigkeit ist der beste Klimaschutz. Weil Ressourcen geschont werden. Weil die Natur unberührt bleibt. Weil klimafreundliche Baustoffe eingesetzt werden. Wie würde eine Gesellschaft aussehen, die sich diese Methode zu eigen macht? Es wäre eine Gesellschaft, die verantwortungsvoll vorausdenkt. Die repariert, statt wegzuwerfen. Die saniert, statt abzureißen. Die umbaut und Dinge mit Respekt behandelt. Die in Kreisläufen wirtschaftet. Mit Blick auf den Klimaschutz wird die Denkmalpflege zur Avantgarde. Zur Pionierin dafür, den gegenwärtigen Moment mit dem Wissen der Vergangenheit zu verbinden. Und damit Zukunft zu gestalten. Zeit, dieses Potenzial zu nutzen.

Ausstellung MehrWert Texttafel Reichtum

Wie wär's mit mehr Reichtum dank Kulturerbe?

Denkt man an ein Erbe, hat man oft Grundstücke, Geld und Gegenstände vor Augen. Kurz: finanzielle Werte. Doch es gibt ein Erbe, das nachhaltiger ist, das allen gehört, nicht nur wenigen: unser Kulturerbe. Sein Wert wird nicht von Rating-Agenturen festgestellt, sondern von der Gesellschaft selbst. Er steigt, wenn Menschen sich mit ihrer Geschichte, ihren Kulturgütern verbunden fühlen. Die Denkmalpflege zahlt darauf ein. Hinter jedem Denkmal stehen Köpfe, die es erdacht und errichtet haben. Die es pflegen und sanieren, umbauen und neu nutzen. Immer mit dem Wissen, dass schützenswerte Bauwerke im Sinne des kulturellen Kapitals bedeutsame Aufgaben erfüllen. Sie zeigen, worauf unser kultureller Reichtum gebaut ist.
Das Kulturerbe ist dabei nicht mit einer Leitkultur zu verwechseln. Es engt nicht ein, es lädt ein. Jede und jeder kann davon profitieren. Das Kulturerbe setzt keine Leitplanken, sondern regt zu Debatten an. Darüber, wie aus der Energiequelle der Vielfalt heraus Zusammenhalt entsteht. Eine gemeinsame Kultur. Als ein Ort der Begegnung ist jedes Denkmal nicht zuletzt ein Gegenpol zu einer Gesellschaft, die sich individualisiert. Die sich zu spalten und in virtuellen Welten zu verlieren droht. Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen öffentliche Räume, wo wir aufeinandertreffen können, egal ob jemand neu ist oder schon seit Ewigkeiten hier lebt. Orte, an denen wir uns gemeinsam engagieren können – für das Viertel, die Stadt, das Dorf. Denkmäler gehören dazu. Die mutig umgenutzte Kirche. Die sanierte Bibliothek. Der historische Gemeindesaal. Ihr MehrWert, den wir hinterlassen? Unschätzbar.

MehrWert Magazin

Weitere Informationen zur Deutschland weiten Kampagne MehrWert sowie den Link zum Onlinemagazin MehrWert finden Sie hier.

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