Ostflügel des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität öffnet zum Wintersemester

Pressemitteilung vom 23.10.2026

Nach Abschluss der Sanierung hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen den Ostflügel des Hauptgebäudes an die Humboldt-Universität zu Berlin übergeben. Ab dem 26. Oktober 2026 finden wieder Lehrveranstaltungen in den beiden größten Hörsälen statt.

Die Humboldt-Universität hat den sanierten Gebäudeteil, der die östliche Seite des Innenhofs des denkmalgeschützten Hauptgebäudes abschließt, nach mehreren Jahren der Sanierung übernommen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat für die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Pflege und Gesundheit als Bedarfsträgerin die Baumaßnahme durchgeführt.

Die Maßnahmen umfassten unter anderem die umfangreiche Instandsetzung der Gebäudehülle, die Ertüchtigung des Brandschutzes, die energetische Sanierung sowie Umbaumaßnahmen an den vorhandenen technischen Anlagen wie Sanitär, Heizung, Lüftung sowie Elektroanlagen. Die Sanierung hat unter anderem aufgrund der umfangreichen Maßnahmen und der alten Bausubstanz deutlich länger gedauert.

Im Wintersemester 2026/2027 können wieder Vorlesungen im Kinosaal und im Audimax, einem Herzstück der Universität, stattfinden. Das Hörsaalzelt, in das die Lehrveranstaltungen während der Bauphase ersatzweise auf dem Campus Nord verlegt werden musste, wird Anfang November abgebaut.
Die beiden sanierten Hörsäle im Ostflügel bieten insgesamt 1.050 Sitzplätze, wovon 600 im Audimax sowie 450 im Kinosaal sind. Beide Hörsäle sind mit moderner Medientechnik ausgestattet worden.

Im Dachgeschoss, oberhalb des Audimax, befindet sich das ebenfalls frisch sanierte Menzel-Dach. Dort fand bis zur Sanierung die praxisbezogene Ausbildung im Fach Kunst- und Bildgeschichte statt. Nun stehen in dem mit Oberlichtern versehenen Dachgeschoss dafür unterschiedliche Funktionsbereiche auf einer 400 m² großen Fläche zur Verfügung: Gesprächsforum und Zeichensaal, Kabinette mit Druckmaschinen, eine Dunkelkammer und ein Raum für Videoschnitt. Die Gesamtkosten der Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen belaufen sich auf rund 86 Millionen Euro.

In Kürze werden auch mehrere Einrichtungen der HU ihre neuen Räume im Ostflügel beziehen können.

Der frisch sanierte Ostflügel gehört nicht zu Mitte des 18. Jahrhunderts. errichteten Prinz-Heinrich-Palais, das der preußische König Friedrich Wilhelm III. der 1809 gegründeten Universität gestiftet hatte. Da die „Königliche Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin“ schnell zur größten deutschen Universität wuchs und mehr Platz benötigte, wurden in den Jahren 1913 bis 1920 die beiden Flügel des Universitätsgebäudes nach hinten erweitert. Aus dem ursprünglich u-förmigen, den Ehrenhof umschließenden Gebäude, wurde so das heutige h-förmige Gebäude mit einem Innenhof. Zuvor hatte sich an der Stelle ein Park und später der Universitätsgarten befunden.

Schon damals wurde im Ostflügel das Audimax mit Galerie und ein darunter liegender Hörsaal, der heutige Kinosaal, eingerichtet. Oberhalb des Audimax befand sich ein Hörsaal mit Glasdach. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ostflügel weitgehend zerstört und in den Jahren 1953 bis 1954 wieder aufgebaut. Auffälligstes Relikt dieses Aufbauprojekts der DDR sind die 1962/63 von dem Künstler Walter Womacka unter dem Titel „Die Wissenschaft erobern“ gestalteten Glasfenster in der Treppenhalle des Audimax.