Entwurf für das Lutherdenkmal in Berlin-Mitte ausgewählt

Pressemitteilung vom 07.07.2026

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat in Amtshilfe für den Bezirk Mitte das europaweite Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb zur gestalterischen Aufwertung des Lutherdenkmals vor der St.-Marien-Kirche erfolgreich abgeschlossen.
Der überzeugende Entwurf des Planungsbüros BASD – Gerhard Schlotter und Claudia Kruschel-Bücker Architekten in Zusammenarbeit mit den Künstlern Maria Vill und David Mannstein erhielt den Zuschlag im Verhandlungsverfahren. Das Planungsbüro konnte mit der langjährigen Erfahrung in der Sanierung von Denkmalen und einem behutsamen Entwurf für die Inwertsetzung des bestehenden Lutherdenkmals überzeugen.
Der Entwurf sieht die Restaurierung der bestehenden Lutherfigur und deren Einbettung in die Berliner Mitte mit neuen Elementen – einem Natursteinsockel, einer umlaufenden Sitzbank und einer Informationsstele – vor. Die Grün Berlin GmbH wird das Lutherdenkmal im Rahmen der begonnenen Neugestaltung des Rathausforums und Marx-Engels-Forums realisieren.
Das Lutherdenkmals ist ein Bestandteil der Städtebauförderkulisse „Berliner Mitte“, die der Senat von Berlin im August 2025 in das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“ aufgenommen hat. In der Städtebauförderkulisse stehen bis zu 1,5 Mio. Euro für das Lutherdenkmal und 2,4 Mio. Euro für die Gestaltung des Umfelds inklusive Baumpflanzungen bereit.
Bis zum 20. April 2026 waren Architektinnen und Architekten, Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten sowie Künstlerinnen und Künstler, die sich zuvor in einem Teilnahmeverfahren qualifiziert hatten, zur Einreichung von Entwürfen aufgefordert. Im Mittelpunkt der Aufgabenstellung standen die stärkere Sichtbarmachung des Denkmals im städtischen Kontext, die barrierefreie und gestalterische Integration des Sockels sowie die restauratorische Sicherung der erhaltenen historischen Elemente.
Das Lutherdenkmal an der Marienkirche entstand ursprünglich im Jahr 1895 als repräsentatives Reformationsdenkmal nach einem Entwurf von Paul Otto und wurde nach dessen Tod durch Robert Toberentz vollendet. Die ursprünglich als räumliches Ensemble konzipierte Anlage verband die zentrale Lutherfigur mit mehreren Begleitfiguren bedeutender Reformatoren sowie einer architektonisch gefassten Platzgestaltung auf einem erhöhten Sockel. Die Ausführung in Bronze auf einem Granitsockel unterstrich die repräsentative Wirkung auf dem Neuen Markt. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde das ursprüngliche Ensemble weitgehend zerstört. Die Platzanlage und die meisten Begleitfiguren gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Die zentrale Lutherfigur wurde im Jahr 1989 am historischen Standort in der Nähe der St.-Marien-Kirche wieder aufgestellt.
Der prämierte Entwurf wird die Lutherfigur als isoliertes Fragment des ursprünglichen Denkmals für den Reformator Martin Luther neu in Wert setzen und an die stadtgeschichtliche Bedeutung als zentralem Element auf dem ehemaligen Neuen Markt anknüpfen.