Der städtebauliche Realisierungswettbewerb für den Luisenblock Ost II ist entschieden.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hatte gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen den städtebaulichen Realisierungswettbewerb im Dezember 2025 ausgelobt. Insgesamt 77 interdisziplinäre Planungsteams aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur haben Entwürfe für das Areal am Schiffbauerdamm erarbeitet. Ziel des Wettbewerbs war es, ein städtebauliches Konzept für Neubauten des Deutschen Bundestages, für die ver.di-Vermögensverwaltung sowie für dringend benötigten Wohnraum für den Luisenblock Ost II auszuwählen. Ein besonderer Schwerpunkt der Planungen liegt auf der Aufwertung des öffentlichen Raums entlang der Spree. Die Uferzone am Schiffbauerdamm soll zu einer attraktiven und belebten Promenade entwickelt werden, die Aufenthaltsqualität, Zugänglichkeit und Freiraumnutzung verbessert.
Der Wettbewerb wurde trotz des Beschlusses des Deutschen Bundestages, das Areal Luisenblock Ost II nicht mehr bebauen zu wollen, vor allem aus Respekt vor der bereits geleisteten Arbeit der 77 Planungsteams mit der Auswahl der besten Konzepte abgeschlossen.
Das Land Berlin wird sich jetzt mit den Bundesstellen darüber verständigen, wie die Entscheidung des Bundestages und das gemeinsame Ziel einer zügigen städtebaulichen Entwicklung des Luisenblock Ost II zu einem städtischen Quartier trotzdem realisiert werden kann.
Unter dem Vorsitz des Architekten Prof. Markus Neppl prämierte die Jury drei Preisträgerinnen bzw. Preisträger. Sechs weitere Entwürfe wurden zudem mit einer Anerkennung ausgezeichnet.
Ergebnis:
1. Preis:
35.800 Euro, Studio Wessendorf, Berlin / Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH
2. Preis:
22.375 Euro, SERO Architekten BDA, Leipzig / SC34 schaefers concept Landschaftsarchitektur, Kassel / KOLLEKTIV B Architekten PartGmbB BDA, Leipzig
3. Preis:
13.425 Euro, MESS Stadtplaner Amann & Groß PartGmbB, Kaiserslautern / GDLA Gornik Denkel Landschaftsarchitektur PartGmbB, Heidelberg
Anerkennung:
• BLK2 Architekten PartG mbB, Hamburg / Bruun & Möllers GmbH & Co. KG, Hamburg
• bK I bueroKleinekort, Düsseldorf / Lichtelandschaften (Burmester / Treibert Landschaftsarchitektin und Stadtplaner), Frankfurt a.M. / Sattler Architektur, Wiesbaden
• Ortner & Ortner Baukunst, Berlin / Studio grüngrau, Düsseldorf
• Palais Mai GmbH, München / grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partmbb, Freising
• Machleidt GmbH, Berlin / A24 LANDSCHAFT landschaftsarchitektur GmbH, Berlin / Winkelmüller Architekten GmbH, Berlin
• Yellow Z – Abel Bormann Koch Architekten und Stadtplaner PartGmbB, Berlin / bf Bauforum Berlin GmbH, Hannover / Kronaus Mitterer Architekten ZT GmbH, Berlin
Prof. Markus Neppl, Vorsitzender des Preisgerichtes:
„Wir haben heute für die sehr komplexe Aufgabenstellung ein ziemlich einfaches Ergebnis gefunden, was diese städtebauliche Situation sehr stark aufwertet, neu interpretiert und jetzt die Grundlage für die weitere Bearbeitung ist. Es sind drei Körper, die sich sehr stark ähneln und diesen Ort in Zukunft zu einem sehr interessanten Ort in Berlin Mitte machen.“
Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen:
„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist mit einer hochkarätigen Jury aus Fach- und Sachpreisrichtenden ein städtebauliches Konzept auszuwählen, dass die hohen qualitativen Ansprüche an den Ort als Abschluss des Bands des Bundes und gleichzeitig der Schaffung eines zeitgemäßen urbanen Quartiers gerecht wird. Damit sind die Grundlagen dafür gelegt, hier entlang des Schiffbauerdamms die bestehende Stadt mit ihren hohen architektonischen und stadträumlichen Qualitäten weiterzubauen.“
Bezirksstadtrat Ephraim Gothe, Bezirksamt Mitte:
„Hier entsteht ein dichtes, urbanes, gemischt genutztes und durch attraktive öffentliche Räume erschlossenes Stück Stadt in zentralster Lage! Von der Spree aus betrachtet, überzeugt der Erste Preis durch die klare Setzung von drei sinnfälligen Blöcken für „Wohnen“, „Bundestag“ und „Ver.di“, wobei der Block für den Bundestag durch einen kleinen baumbestandenen Platz in der Mitte nobilitiert wird.“
Robert Erfen, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben:
„Die qualitativ hochwertigen Wettbewerbsentwürfe liefern eine hervorragende Grundlage für die städtebauliche Weiterentwicklung und Neuordnung des Luisenblocks Ost.“
Christine Neuhoff, Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen:
„Mit dem Wettbewerb haben Bund und Land gemeinsam die stadträumliche Entwicklung dieses zentralen Ortes im Herzen Berlins gefördert. Nun gilt es, auf Basis des Siegerentwurfs und im Dialog mit allen Beteiligten ein neues, lebendiges Quartier zu schaffen, das unsere Stadt nachhaltig bereichert.“
Günter Haardt, Ver.di:
„Der Siegerentwurf schafft einen großen Mehrwert für die städtebauliche Entwicklung der Stadt Berlin.“
Bild- und Fotomaterial
Abbildungen der prämierten Arbeiten finden Sie unter diesem Link:
https://cloud.dsk-gmbh.de/s/bQNnioAko2sH9ik
Bitte geben Sie als Quelle stets die Namen der prämierten Büros sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen an.
Ausstellung
Die Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse wird am Montag, den 13.Juli 2026 eröffnet.
Während der Veranstaltung haben Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit Einblicke in die Arbeiten zu erhalten. Fragen und Anregungen zu den städtebaulichen Entwürfen sind ausdrücklich erwünscht.
Zur Ausstellungseröffnung möchten wir Sie herzlich einladen:
Wann: 13.Juli 2026, 18:00-20:00 Uhr
Wo: Foyer des Ernst-Reuter-Hauses, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin
Alle Wettbewerbsarbeiten werden ab dem 14. bis zum 24. Juli 2026 im Ernst-Reuter-Haus ausgestellt. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr. An den Wochenenden ist die Ausstellung geschlossen.
Die Veranstaltung ist barriere- und kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.