Heute wurde das Richtfest für den Neubau der berlinweit dritten Holz-Compartmentschule (HOCOMP) im Römerweg 39 im Bezirk Lichtenberg gefeiert. Im Beisein des Senators für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Christian Gaebler, der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Katharina Günther–Wünsch, der Bezirksstadträtin für Schule und Sport Sandy Mattes sowie mit Prof. Nicole Berganski und Andreas Krawczyk aus dem Architekturbüro NKBAK wurde die Richtkrone gesetzt. Zum Schuljahr 2026/2027 sollen das neue Schulgebäude und die Sporthalle für 625 Schülerinnen und Schüler an den Start gehen. Die Gesamtkosten für den Neubau der Integrierten Sekundarschule (ISS) in Modulbauweise liegen bei rund 63,6 Millionen Euro.
Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: „Ein weiterer Meilenstein der Berliner Schulbauoffensive ist erreicht. In Rekordzeit können wir bereits für die dritte Holz-Compartmentschule, die im Rahmen des innovativen und nachhaltigen Schnellbauprogramms errichtet wird, das Richtfest feiern. Aktuell befinden sich drei Schulen aus diesem Programm im Bau, vier weitere Standorte sind in der Planung. Noch im Dezember 2025 wird das Richtfest für die Grundschule in der Bruno-Baum-Straße im Bezirk Marzahn-Hellersdorf stattfinden. Im Januar 2026 erfolgt die Grundsteinlegung der Grundschule Haltoner Straße in Marzahn-Hellersdorf. Mit der Schnellbauweise zeigen wir, dass eine gute Gestaltung, funktionale Lernräume und ein beschleunigter Bauprozess kein Widerspruch sind.“
Christina Henke, Staatssekretärin für Bildung:
„Berlin braucht dringend neue Schulplätze – und wir schaffen sie. Mit der Berliner Schulbauoffensive entstehen hier in Karlshorst 625 moderne Plätze für Schülerinnen und Schüler. Das heutige Richtfest zeigt: Wir kommen zügig voran, und schon zum nächsten Schuljahr wird diese Schule ihre Türen öffnen. Für die Familien im Kiez bedeutet das eine spürbare Entlastung, für die Kinder einen Ort, an dem sie gemeinsam lernen und aufwachsen können. Besonders freue ich mich, dass wir auch den Wunsch nach guten Sportmöglichkeiten erfüllen konnten. Jede neue Schule ist ein starkes Signal: Berlin investiert in die Zukunft seiner jungen Menschen.“
Sandy Mattes, Bezirksstadträtin für Schule und Sport: „Der Neubau der Holz-Compartmentschule im Römerweg ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Schullandschaft in Lichtenberg und darüber hinaus. So trägt er zur Entspannung der Schulplatzsituation an weiterführenden Schulen in Lichtenberg sowie in ganz Berlin bei und schafft zugleich die Möglichkeit, eine angrenzende Bestandsschule zu sanieren. Da es sich bei dem Neubau um eine aufwachsende Schule mit einer neu gegründeten Schulgemeinschaft handelt, bietet das Schulgebäude dem Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasiums Platz als Ausweichquartier während der geplanten Sanierung. Die Ausführung in Holzbauweise setzt dabei ein Zeichen für nachhaltigen und zukunftsorientierten Schulbau. Mit der modernen und flexiblen Schularchitektur schaffen wir optimale Lernbedingungen und einen Raum, in dem junge Menschen bestmöglich auf ihre Zukunft vorbereitet werden können.“
Das Typenbauprogramm der HOCOMP wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen für die Berliner Schulbauoffensive (BSO) umgesetzt. Es besteht aus drei Gebäudetypen: Grundschule, Integrierte Sekundarschule und Sporthalle.
Die Raummodule werden vom Generalunternehmen Kaufmann Bausysteme in einer Produktionshalle in Berlin-Köpenick produziert. Fenster, Sanitäranlagen, Haustechnik und Heizkörper sind bereits vorinstalliert, bevor sie auf der Baustelle montiert werden. Innerhalb von vier Monaten steht der Rohbau. Von der Fertigstellung der Bodenplatte bis zur Übergabe des Schulgebäudes und der Sporthalle an den Bezirk werden in der Regel lediglich dreizehn Monate benötigt.
Eine Besonderheit des Typenbauprogramms der Holz-Compartmentschule ist die hohe Anpassungsfähigkeit des Schulgebäudes an die Gegebenheiten vor Ort. Die drei Gebäudeflügel mit zentralem Treppenhaus können unterschiedlich ausgerichtet werden. Form und Ausmaße des Baukörpers sind somit variabel, es kann besser auf den städtebaulichen Kontext reagiert werden. Im Inneren sind die Räume in Compartments angeordnet, offene Lernbereiche mit Team- und Stammgruppenräumen, die modernste Lehr- und Lernbedingungen ermöglichen. In Absprache mit SenBJF wurden die Flächen der Compartments für diese Baureihe jedoch optimiert, um die Kosten zu senken und den pädagogischen Ansatz beizubehalten. Zudem ist Holz das prägende Gestaltungsmerkmal. Die Oberflächen sind robust, pflegeleicht und wirken sich positiv auf das Raumklima und die Lernumgebung aus.
Die Holz-Compartmentschulen werden mit dem BNB-„Silber“-Standard und mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) zertifiziert und erfüllen den Energieeffizienzstandard EG 40. Hierzu werden Photovoltaikanlagen und Gründächer auf den Schulgebäuden und Sporthallen errichtet. Zudem erhalten alle Gebäude eine hybride Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Auf dem Grundstück im Römerweg stellten sich besondere Herausforderungen vor Beginn der eigentlichen Baumaßnahme. Das Kellergeschoss eines unvollendeten Mensagebäudes aus den 80-ziger Jahren samt des inzwischen baumbewachsenen, damaligen Bodenaushubs mussten rückgebaut und Schadstoffe entsorgt werden. Erschwert wurde und wird die Baustellenlogistik, durch eine vorhandene Hochspannungsleitung auf dem Grundstück. Dennoch wurde der anspruchsvolle Zeitplan eingehalten.