Das Hermann's gibt der Jackfruit ein kulinarisches Zuhause

Das Hermann's gibt der Jackfruit ein kulinarisches Zuhause

Sie hat Stacheln und ist riesig. Die Jackfruit ist in der Obstabteilung noch ein Exot. Falls sich das ändern sollte, könnte das auch an Verena Bahlsen und ihrem Restaurant «Hermann's» liegen.

  • Verena Bahlsen mit einer aufgeschnittenen Jackfrucht© dpa
    Verena Bahlsen steht neben einer aufgeschnittenen Jackfrucht im Restaurant «Hermann's».
  • Jackfrucht© dpa
    Eine aufgeschnittene Jackfrucht liegt bei einem Pressedinner zur Vorstellung von Jackfrucht-Gerichten im Restaurant «Hermann's» auf einem Teller.
  • Jackfrucht© dpa
    Ein Koch öffnet eine Jackfrucht bei einem Pressedinner zur Vorstellung von Jackfrucht-Gerichten im Restaurant «Hermann's». Links steht Verena Bahlsen. Die 26-jährige Urenkelin des Gründers der Keks-Fabrik Bahlsen und Tochter von Werner Bahlsen, dem ehemaligen Geschäftsführer der Hannoveraner Keks-Dynastie Bahlsen, hat mit einer Kollegin ein Restaurant gegründet, in dem Jackfruit-Burger serviert werden.
Bei der Avocado ist der Hype schon passiert. Beim Grünkohl auch, der klingt auf Englisch hipper: Da heißt er «kale» und landet im Smoothie. Jetzt könnte es noch einen Trendkandidaten aus der Obst- und Gemüseabteilung geben: die Jackfruit, im Fernsehen bereits in der Gründershow «Die Höhle der Löwen» zu sehen. Die stachelige Riesenfrucht mit gelbem Fleisch schmeckt ein bisschen wie eine herbe Ananas und taugt zum Fleischersatz.

Im Hermann's gibt es Jackfruit-Burger

Diese Idee nutzt auch die Unternehmerin Verena Bahlsen (26), die Urenkelin des Gründers der Keks-Fabrik Bahlsen und Tochter von Werner Bahlsen. Sie hat mit einer Kollegin in Berlin ein Restaurant gegründet und nach ihrem Urgroßvater benannt, das «Hermann's» in der Torstraße. Es ist eine Art Zukunftslabor für Essen. Dort werden Jackfruit-Burger serviert.

Restaurant möchte auch Zukunftslabor für gesundes Essen sein

Verena Bahlsen hält es für eine Aufgabe ihrer Generation, «wie wir uns als Bevölkerung in Zukunft besser ernähren können». Sie wisse bestimmt nicht, was die Lösung sei. Aber es lohne sich, es zusammen auszuprobieren. Von der Faserlänge ähnele die Jackfruit rotem Fleisch, erklärt sie. Und die Ökobilanz der eingeflogenen Frucht? Bahlsen verweist auf Berechnungen aus ihrem Team: Der CO-Ausstoß sei besser als beim Steak.

Ist das alles nicht ein Widerspruch dazu, wenn man aus einer für Kekse bekannten Familie kommt?

«Überhaupt nicht», findet Bahlsen. Ihr Urgroßvater sei einer der Gründungsväter der industriellen Herstellung von Essen gewesen. Jetzt gehe es darum, die Massenindustrie effizienter, nachhaltiger und gesünder zu machen. «Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, noch mal alles in Frage zu stellen.» Jackfruit-Kekse hält sie allerdings für eher unwahrscheinlich.

Ob die Jackfruit massentauglich werden könnte, wird sich noch zeigen

Zwei Gründe sprechen dagegen: Sie ist innen klebrig und etwa so groß wie eine Melone. Und sie ist richtig schwer - nichts für den Singlehaushalt, wie es beim Deutschen Fruchthandelsverband heißt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 28. März 2019