Büsten im Roten Rathaus

"Reuters Reuter": Die von Erich F. Reuter stammende Büste Ernst Reuters im Roten Rathaus.

Ernst-Reuter-Büste

Der SPD-Politiker Ernst Reuter war von 1948 bis 1950 Oberbürgermeister und danach bis zu seinem Tod 1953 der erste Regierende Bürgermeister von Berlin. Er amtierte faktisch nur in West-Berlin. Im Roten Rathaus befindet sich eine Büste des Berliner Bildhauers Erich Fritz Reuter, die Ernst Reuter ehrt.

Die Bronzebüste von Ernst Reuter steht heute im Obergeschoss des Foyers des Roten Rathauses. Sie stammt vom Berliner Bildhauer Erich F. Reuter (1911 – 1997), der mit Ernst Reuter trotz der Namensgleichheit nicht verwandt ist. Erich F. Reuter gilt als einer der bekanntesten Bildhauer der Nachkriegszeit, dessen Werke an vielen Stellen in Berlin zu finden sind: An der Fassade des TU-Gebäudes an der Straße des 17. Juni ist ein 13 Meter langes Bronze-Relief angebracht, das bei der Weltausstellung in Montreal im Pavillon der Bundesrepublik als beispielhaft für die Bildhauerkunst der Nachkriegszeit gezeigt wurde. Erich F. Reuter schuf ebenfalls Fußboden-Mosaike in der Berliner Philharmonie sowie der Staatsbibliothek. Das Bundespräsidialamt (Schloss Bellevue) besitzt Reuter-Reliefs der Bundespräsidenten Theodor Heuss, Heinrich Lübke und Gustav Heinemann sowie des Reichspräsidenten Friedrich Ebert. Erich F. Reuter hat nur etwa ein Drittel seiner Arbeiten signiert. Auch die Büste im Roten Rathaus zeigt keinerlei Hinweis auf den Künstler oder die berühmte Berliner Gießerei Noack.

Margot Friedländers Bronzebüste im Roten Rathaus

Margot-Friedländer-Büste

Margot Friedländer (1921 – 2025) war eine jüdische Berlinerin, Holocaust-Überlebende, Zeitzeugin und Berliner Ehrenbürgerin. Für ihre Verdienste um die Erinnerung an die Shoah, und für ihr Engagement, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten, wurde sie 2023 mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse und einer bronzenen Porträtbüste im Roten Rathaus geehrt. Margot Friedländer wurde am 26. Juni 2018 zur 121. Ehrenbürgerin Berlins ernannt. 2025 folgte das Große Verdienstkreuz.

Margot Friedländers Familie fiel dem menschenverachtenden Regime der Nationalsozialisten zum Opfer. Ihr Vater, ihr Bruder und ihre Mutter wurden in Vernichtungslagern ermordet. Die Mutter hinterließ ihrer Tochter Margot die Botschaft „Versuche, dein Leben zu machen“. Dieser Satz wurde für Margot Friedländer zum Leitspruch ihres ganzen Lebens. Friedländer und ihr späterer Mann überlebten das Konzentrationslager Theresienstadt und emigrierten nach Ende des Zweiten Weltkriegs in die Vereinigten Staaten von Amerika. 2010 kehrte Friedländer in ihre Geburtsstadt Berlin zurück, um sich in Deutschland, besonders bei jungen Menschen, gegen das Vergessen zu engagieren. Aus dieser Motivation heraus gründete sie 2023 die Margot Friedländer Stiftung. Sie ist Namensgeberin des Margot-Friedländer-Preises, mit dem Menschen für ihr Engagement für Toleranz, Menschlichkeit und gegen Antisemitismus oder Demokratiefeindlichkeit ausgezeichnet werden. Margot Friedländer starb am 9. Mai 2025 und ist auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee begraben.

Die Büste von Margot Friedländer steht im Obergeschoss des Foyers des Roten Rathauses. Die Skulptur der Künstlerin Stephanie von Dallwitz wiegt 12,4 Kilogramm und ist etwa 30 Zentimeter hoch.

Margot Friedländer war jahrelang Abonnentin der Zeitschrift “aktuell”, die sich an ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner Berlins richtet, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und in die Emigration gezwungen wurden, sowie an deren Nachfahren. Sie wird seit 1970 vom Regierenden Bürgermeister von Berlin herausgegeben und erscheint zweimal im Jahr. Die auf Deutsch und Englisch erscheinende Zeitschrift „aktuell“ kann kostenlos abonniert werden.

Hermann-Waesemann-Büste im Roten Rathaus

Hermann-Waesemann-Büste

Hermann Friedrich Waesemann (1813 – 1879) war ein deutscher Architekt. Sein Hauptwerk ist das Rote Rathaus in Berlin. Im Obergeschoss des Foyers des Roten Rathauses ist seine Büste ausgestellt.

Waesemann wurde in Danzig als Sohn eines Architekten geboren. Er studierte Mathematik und Naturwissenschaften in Bonn, kam anschließend nach Berlin, um an der Bauakademie Architektur zu studieren. Bevor Waesemann als Baumeister des Roten Rathauses in die Architekturgeschichte Berlins einging, hatte er am Bau des Neuen Museums mitgewirkt und den Umbau und die Erweiterung des Berliner Stadtschlosses geleitet. Das Rote Rathaus entstand von 1861 bis 1870. Es war seinerzeit eines der größten Bauvorhaben Berlins. Anregungen für den Backsteinbau hatte Waesemann auf einer Reise durch Frankreich, England und die Niederlande gesammelt, auch Anleihen an die Formensprache der Schinkelschule und an die italienische Frührenaissance sind deutlich erkennbar.

Waesemann starb 1879 in Berlin und ist auf dem Friedhof II der Sophiengemeinde Berlin bestattet. An der Außenfassade des Roten Rathauses zur Jüdenstraße erinnert eine Gedenktafel an Hermann Friedrich Waesemann.

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