Tiefe Geothermie: Senat legt Zwischenbericht zum Energieatlas vor

Pressemitteilung vom 13.10.2026

Aus der Sitzung des Senats am 13. Oktober 2026:

Der Senat hat heute auf Vorlage von Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, einen Zwischenbericht an das Abgeordnetenhaus zur Erweiterung des Energieatlas Berlin um die Ressource Geothermie beschlossen.

Der Bericht geht auf einen Beschluss des Abgeordnetenhauses vom 24. Mai 2024 zurück (Drucksachen 19/1452, 19/1683 und 19/1921). Darin wird der Senat aufgefordert, die Potenziale der Geothermie und aller weiteren erneuerbaren Energieformen wissenschaftlich und strukturiert zu erfassen und im Energieatlas als allgemein zugängliche Datenbasis bereitzustellen.

Die Daten zur Oberflächennahen Geothermie sind bereits vollständig im Energieatlas integriert. Für die Erkundung der Daten zur Tiefen Geothermie hält das Land Berlin seit Juni 2025 das bergrechtliche Erlaubnisfeld „Erdwärme Berlin“. In den Jahren 2028 bis 2030 sollen vier Bohrungen zur Aufsuchung von Erdwärme, Sole und Lithium durchgeführt werden.

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Wer die Wärmeversorgung einer Millionenstadt klimaneutral umbauen will, muss wissen, was der Untergrund hergibt. Für die oberflächennahen Schichten sind diese Informationen im Energieatlas bereits öffentlich zugänglich. Größere Tiefen müssen nun erkundet werden. Mit der stadtweiten 3D-Seismik im Jahr 2027 und den vier Erkundungsbohrungen ab 2028 schaffen wir die Grundlage, auf der Wärmenetzbetreiber, Unternehmen und Bezirke konkret planen können. Sobald die Ergebnisse ausgewertet sind, stellen wir sie allen Interessierten im Energieatlas bereit.“

Vorbereitend fanden Anfang Juli 2025 in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf erste seismische Messungen statt. Diese sogenannte Pilotseismik lieferte die messtechnischen Parameter für die geplante stadtweite 3D-Seismik sowie wichtige Erfahrungen für die Information der Anwohnerinnen und Anwohner. Die stadtweiten Messungen sind für 2027 angesetzt und werden voraussichtlich vier Monate dauern.

Belastbare Abschätzungen zum Potenzial der Tiefen Geothermie sind möglich, sobald die Ergebnisse der 3D-Seismik und der Aufsuchungsbohrungen vorliegen. Die ermittelten Potenziale werden dann – ebenso wie die der Oberflächennahen Geothermie – im Energieatlas veröffentlicht.