Wegner übergibt Berliner Landesorden an zwölf Bürgerinnen und Bürger
Pressemitteilung vom 29.09.2026
Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, übergibt am Donnerstag, den 1. Oktober 2026, dem Verfassungstag des Landes Berlin, um 11.00 Uhr im Festsaal des Roten Rathauses die Verdienstorden des Landes Berlin. Die zwölf in diesem Jahr ausgezeichneten Bürgerinnen und Bürger werden jeweils mit dem Orden und mit einer Laudatio geehrt (Wort-Bild-Termin; für die Berichterstattung ist eine Anmeldung bis Mittwoch, 30. September 2026, 12.00 Uhr, über das Anmeldeformular erforderlich).
Wegner vorab: „Tausende Menschen engagieren sich in Berlin für ein solidarisches Zusammenleben, für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Traditionell zeichnen wir am Verfassungstag des Landes Berlin Frauen und Männer mit dem Verdienstorden aus, die sich in besonderer Weise um unsere Stadt verdient gemacht haben. Wir würdigen heute die Lebenswege und die Leistungen von zwölf Bürgerinnen und Bürger die sich seit langem und auf vielfältige Weise für Berlin einsetzen. Gesellschaftliches Engagement ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält und sie damit auch noch resilienter macht.“
Mit dem Berliner Landesorden 2026 werden Şemsi Bilgi, Thomas de Vachroi, Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, Jan Eder, Bastian Finke, Beate Kitzmann, Dragan Mitrovski, Reinhard Müller, Nadja Ofuatey-Alazard, Sabine Röhm, Elena Semechin und Martina Tittel geehrt.
Şemsi Bilgi, Informatikerin und Vorstandsvorsitzende des Türkischen Frauenvereins e. V., engagiert sich seit über drei Jahrzehnten ehrenamtlich für die gesellschaftliche Teilhabe und Gleichstellung türkischer Frauen in Berlin. Mit Ausdauer, Fachkompetenz und großem Verantwortungsbewusstsein hat sie unzähligen Frauen neue Perspektiven eröffnet und einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung von Vielfalt und Chancengleichheit in Berlin geleistet.
Thomas de Vachroi setzt sich seit vielen Jahren für benachteiligte Menschen ein: Insbesondere für Menschen, die von Armut und Obdachlosigkeit betroffen sind. Seit 2017 ist er als erster Armutsbeauftragter Deutschlands tätig, zunächst für das Diakoniewerk Simeon, seit 2021 für den Evangelischen Kirchenkreis Neukölln und seit April 2024 für die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Es gelingt Thomas de Vachroi, Verantwortliche in Politik und Verwaltung für die Anliegen sozial schwacher Menschen zu gewinnen.
Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer ist als Chefarzt in der Rehabilitationsklinik Medical Park Berlin Humboldtmühle tätig und hat die Berliner Ehrenbürgerin und Holocaust-Überlebende Margot Friedländer ärztlich betreut. Er unterstützte sie bei der Gründung der gemeinnützigen Margot-Friedländer-Stiftung und hält ihr Vermächtnis durch sein Engagement im Vorstand der Stiftung lebendig. Die Stiftung steht für alles, was Margot Friedländer mit großer Glaubwürdigkeit selbst verkörperte: für ihren Kampf gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung – und für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit.
Jan Eder war 33 Jahre für die Industrie und Handelskammer zu Berlin tätig, davon 22 Jahre als Hauptgeschäftsführer, und hat dabei die wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadt maßgeblich geprägt. Er setzte sich für die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ein und stärkte den Austausch zwischen zentralen Akteuren der Stadt. Durch sein Engagement trug er zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung in Berlin bei.
Bastian Finke hat im Jahr 1990 Maneo, das älteste schwule Anti-Gewalt-Projekt in Deutschland mit Sitz in Berlin, mitbegründet und bis Juni 2026 geleitet. Er engagiert sich gegen Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung von schwulen und bisexuellen Männern sowie der gesamten LSBTIQ+-Gemeinschaft in Berlin. Er hat damit maßgeblich zu mehr Sichtbarkeit der queeren Community beigetragen und Berlin als Stadt der Vielfalt gestärkt.
Beate Kitzmann ist die Geschäftsführerin des Naturhofs Malchow, auf dem unter anderem ein Süßwasseraquarium, ein Bienenhaus, ein Schmetterlingshaus sowie ein Sinnesgarten zu finden sind. Die Naturschutzstation zeichnet sich durch ihre umweltpädagogische Arbeit aus. Mit Bildungsangeboten ermöglichte sie auf dem Naturhof Malchow Kindern und Jugendlichen die Natur anschaulich und spielerisch kennenzulernen und zu schützen.
Dragan Mitrovski engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für das Gemeinwesen in Berlin. Seit 35 Jahren ist der Unternehmer Vorsitzender des Kirchenrats der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Berlin. Sein Engagement richtet sich insbesondere auf die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der Integration sowie des respektvollen Miteinanders unterschiedlicher Kulturen und Lebensweisen. Damit leistet er über die eigene Gemeinde hinaus einen Beitrag zur Integration und zum interkulturellen und interreligiösen Dialog in Berlin.
Reinhard Müller ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der EUREF AG und hat sich als Unternehmer, aber auch ehrenamtlich vielfach für die Denkmalerneuerung und -pflege in Berlin eingesetzt. 2007 erwarb er das Gelände um den ehemaligen Gasometer in Schöneberg und entwickelte dort mit seinem Team den EUREF-Campus. Der Standort hat sich zu einem international bekannten Forum für Innovationen im Bereich der Energie sowie einer Plattform für die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit entwickelt.
Nadja Ofuatey-Alazard ist Journalistin, Filmemacherin und Kulturwissenschaftlerin und an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und gesellschaftspolitischem Engagement tätig. Sie setzt sich ein gegen Rassismus, für die Teilhabe von schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Menschen in Deutschland sowie für dekoloniale Erinnerungsarbeit ein. Mit dem „Black Communities Center“ in Wedding hat sie einen deutschlandweit einmaligen Ort für Austausch und Integration geschaffen.
Sabine Röhm ist Pfarrerin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Ihr Fokus liegt auf Menschen in Ausnahmesituationen und in Hochrisikoberufen. Sie hat bei der Berliner Feuerwehr und auch am Flughafen Berlin-Brandenburg die Seelsorge auf- und ausgebaut. Sabine Röhm setzt seit Jahren ein starkes Zeichen der Wertschätzung für die Menschen in Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Bei den Gottesdiensten in Gedenken an den Einsatz der Rettungskräfte nach dem islamistischen Terroranschlag am Breitscheidplatz im Dezember 2016 wirkt sie jedes Jahr mit.
Elena Semechin ist eine Sportlerin, die aufgrund ihrer Sehbehinderung mehrfach an Paralympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften im Para-Schwimmen teilgenommen und zahlreiche Goldmedaillen gewonnen hat. Nach einer schweren Erkrankung hat sich die Schwimmerin in den Sport zurückgekämpft und mit ihrem eigenen Beispiel vielen anderen Menschen Mut gemacht. Als Mitglied des Kuratoriums für die Berliner Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele hat sie ihren Einsatz für Berlin und für den Parasport unterstrichen.
Martina Tittel ist seit 2015 Inhaberin der Nicolaischen Buchhandlung in Friedenau, der ältesten Buchhandlung Berlins mit einer bis ins 18. Jahrhundert zurückreichenden Tradition. Im Jahr 2024 übernahm sie unter Fortführung des literarischen Programms im Sinne einer kritischen, zeitgemäßen Verlagsarbeit zudem den historischen Nicolai Verlag. Mit ihrem langjährigen Engagement für Literatur, Buchkultur und den unabhängigen Buchhandel leistet sie einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt Berlin. Die von ihr geführte Buchhandlung ist weit über Berlin hinaus als traditionsreicher Ort des geistigen und kulturellen Austauschs bekannt.
Details über die Auszeichnung und die bisher Geehrten finden Sie auf der Seite Verdienstorden des Landes Berlin – Berlin.de.
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