Unternehmensnachfolgen sichern: Bericht zur Arbeit der Berliner Nachfolgezentrale
Pressemitteilung vom 22.09.2026
Aus der Sitzung des Senats am 22. September 2026:
Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey, den Bericht „Unternehmensnachfolgen sichern – Arbeitsplätze und Existenzen in Berlin erhalten“ beschlossen.
Viele erfolgreiche Berliner Unternehmen stehen vor einem Generationenwechsel. Die entscheidende Frage lautet: Wie gelingt es, Erfahrung, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Substanz in die nächste Generation zu überführen? Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gibt darauf mit der Nachfolgezentrale eine konkrete Antwort. Sie bringt Menschen zusammen, die ihr Unternehmen in gute Hände übergeben wollen, und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und einen bestehenden Betrieb weiterzuentwickeln. Als zentrale Anlauf- und Vermittlungsstelle informiert sie, strukturiert den vertraulichen Matching-Prozess und schafft neue Wege ins Unternehmertum.
Der aktuelle Evaluationsbericht zeigt: Das Angebot wird stark genutzt. Die Zahl der registrierten Nutzerinnen und Nutzer stieg innerhalb eines Jahres von 1.219 auf 2.290 – ein Plus von 88 Prozent. Die Zahl der qualifizierten Matching-Vorstellungen erhöhte sich von 167 auf 851 und damit um 410 Prozent. 113 Erstgespräche wurden vermittelt, elf Betriebsübergaben bereits erfolgreich begleitet. Weitere laufende und fortgeschrittene Prozesse zeigen das wachsende Potenzial für zusätzliche Unternehmensübergaben in Berlin.
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „In unseren Betrieben steckt jahrzehntelange Erfahrung – in den besten Händen, klugen Köpfen und Ideen, die Berlin stark machen. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, dieses Know-how an eine neue Generation weiterzugeben. Die Nachfolgezentrale bringt deshalb Menschen zusammen: diejenigen, die mit Herzblut einen Betrieb aufgebaut haben, und diejenigen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihn weiterzuentwickeln. Die Zahlen zeigen, dass das Angebot ankommt. Deshalb investieren wir weiter in Personal, die digitale Vermittlung und eine starke Sichtbarkeit der Nachfolgezentrale, damit erfolgreiche Berliner Unternehmen und gute Nachfolger zusammenfinden können.“
Das Land Berlin stellt der Nachfolgezentrale im Jahr 2026 eine Million Euro zur Verfügung. Gemeinsam mit den Eigenmitteln der Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg, der Industrie- und Handelskammer zu Berlin und der Handwerkskammer Berlin stehen damit insgesamt 1,15 Millionen Euro bereit. Die personelle Ausstattung konnte deshalb von vier auf fünf Vollzeitstellen erhöht werden. Zwei Fachreferenten der IHK Berlin unterstützen zusätzlich die operative Vermittlungsarbeit.
Aktuell entwickelt die Nachfolgezentrale ihr Portal weiter, damit passende Vorschläge anonymisiert und unkompliziert zusammenfinden. Sie baut die Zusammenarbeit mit den bezirklichen Wirtschaftsförderungen aus und gewinnt gemeinsam mit Partnerinnen wie der Gründerinnenzentrale und dem Goldrausch Frauennetzwerk gezielt mehr Frauen für die Unternehmensnachfolge. So entstehen frühzeitig passende Kontakte.
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