Feierliche Umbenennung des Hans-Carossa-Gymnasiums in Margot-Friedländer-Gymnasium

Pressemitteilung vom 18.09.2026

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Mit einem Festakt wurde heute, am 18. September 2026, die Umbenennung des Hans-Carossa-Gymnasiums in Margot-Friedländer-Gymnasium gefeiert. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, enthüllte gemeinsam mit Schulleiter Henning Rußbült, dem Vorstandsvorsitzenden der Margot Friedländer Stiftung, Karsten Dreinhöfer, sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Senat und Bezirk den neuen Namenszug an der Fassade der Schule. Das Gymnasium in Kladow trägt auf Beschluss der Schulkonferenz bereits seit 1. August 2026 offiziell den Namen der Berliner Ehrenbürgerin.

Margot Friedländer setzte sich bis zu ihrem Tod am 9. Mai 2025 als Zeitzeugin dafür ein, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten. Seit 2011 sprach sie regelmäßig an Berliner Schulen über ihre Lebensgeschichte und die Verbrechen des Nationalsozialismus. Mit dem Gymnasium in Kladow stand sie dabei in engem Austausch. Die Namensgebung würdigt ihr Lebenswerk.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner: „Margot Friedländer hat als Holocaust-Überlende mit ihrer Erinnerungsarbeit, ihrem Einsatz gegen das Vergessen und vor allem mit ihren Gesprächen mit jungen Menschen unschätzbar viel geleistet. Sie hat uns eindringlich vor Augen geführt, wohin Hass und Ausgrenzung führen und uns mit ihrer Botschaft ‚Seid Menschen‘ eine bleibende Mahnung mit auf den Weg gegeben. Das Lebenswerk Margot Friedländers ist für uns Vorbild und Auftrag zugleich: Wir müssen unsere Demokratie schützen, für Menschlichkeit und Toleranz einstehen und jeder Form von Antisemitismus entschieden entgegentreten. Ich wünsche mir, dass das Margot-Friedländer-Gymnasium diese Werte jeden Tag mit Leben füllt.“

Die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch: „Margot Friedländer war eine außergewöhnlich mutige Frau, die sich mit großer Kraft für Freiheit, Demokratie und Toleranz und gegen Antisemitismus eingesetzt hat. Besonders wichtig war ihr dabei der Austausch mit jungen Menschen und der Besuch unserer Schulen. Für sie war klar: Demokratie und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen jeden Tag aufs Neue gelebt und verteidigt werden. Umso mehr freut es mich, dass eine so lebendige Berliner Schule künftig ihren Namen trägt. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Schulnamen und zum 75-jährigen Jubiläum.“

Der Bezirksbürgermeister von Spandau, Frank Bewig: „Die Umbenennung in Margot-Friedländer-Gymnasium ist weit mehr als ein neuer Name. Es ist besonders schön, dass die Schulgemeinschaft diesen Weg angestoßen und sich für den Namen Margot Friedländers eingesetzt hat. Sie hat an dieser Schule über viele Jahre ihre Geschichte erzählt und junge Menschen daran erinnert, wohin Ausgrenzung, Antisemitismus und Menschenverachtung führen können. Diese Erinnerung wachzuhalten und für ein klares ‚Nie wieder‘ einzustehen, bleibt unsere gemeinsame Verantwortung.“

Die Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur, Sport und Facility Management, Carola Brückner: „Margot Friedländer hat uns gezeigt, dass Erinnern mehr bedeutet, als zurückzublicken – es bedeutet, Verantwortung für unsere Gegenwart und unsere Zukunft zu übernehmen. Dass ein Spandauer Gymnasium ab sofort ihren Namen trägt, erfüllt mich mit großer Freude und ist zugleich ein Auftrag an uns alle: Unterschiede auszuhalten und sich für Respekt, Toleranz und ein friedliches Miteinander starkzumachen. Ich bin mir sicher, dass die Schulgemeinschaft sich dieser Verantwortung bewusst ist und der Name Margot Friedländers sie dabei begleitet und inspiriert – heute und in Zukunft.“

Der Vorstandsvorsitzende der Margot Friedländer Stiftung, Karsten Dreinhöfer: „Ich gratuliere dem Margot-Friedländer-Gymnasium von Herzen zum 75-jährigen Bestehen und zu seinem bewusst gewählten neuen Namen. Mit dem Namen Margot Friedländers verbindet sich auch die Verpflichtung, ihre Botschaft von Menschlichkeit, Toleranz und Verantwortung lebendig zu halten und für eine demokratische Gesellschaft einzustehen. Mein Dank gilt der gesamten Schulgemeinschaft für ihr Engagement und den Mut, aus der Geschichte zu lernen und Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.“