Berlin macht sich fit für den Klimawandel
Pressemitteilung vom 08.09.2026
Aus der Sitzung des Senats am 8. September 2026:
Der Senat hat heute auf Vorlage von Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, die Schaffung einer ressortübergreifenden Projektstruktur zur Umsetzung des Berliner Klimaanpassungsgesetzes (KAnGBln) beschlossen. Ziel ist es, Berlin besser gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen und die Lebensqualität in der Stadt auch künftig zu sichern.
Hitze, Trockenheit und Starkregen gehören bereits heute zur Realität Berlins. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Stadtplanung, Infrastruktur, Gesundheit, Katastrophenschutz und die Gestaltung des öffentlichen Raums. Mit dem Klimaanpassungsgesetz hat Berlin dafür einen verbindlichen Rahmen geschaffen. Jetzt geht es darum, diesen Rahmen mit Leben zu füllen und konkrete Veränderungen auf den Weg zu bringen.
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Berlin wartet nicht auf die Folgen des Klimawandels. Wir handeln jetzt. Mit dem Umsetzungsplanungsprojekt schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Klimaanpassung in allen Bereichen der Stadt systematisch mitgedacht und praktisch umgesetzt wird. Unser Ziel ist eine Stadt, die auch bei zunehmender Hitze, Trockenheit und Starkregen funktioniert, schützt und lebenswert bleibt. Wir wollen weg vom Nebeneinander einzelner Maßnahmen und hin zu einer gemeinsamen Planung. Wenn eine Straße ohnehin umgebaut wird, müssen wir gleichzeitig prüfen, wie wir dort mehr Schatten, Grün, Aufenthaltsqualität und Schutz vor Starkregen schaffen können. Klimaanpassung soll zum festen Bestandteil unserer Infrastrukturplanung werden.“
Der Senat hat den Projektauftrag für das Umsetzungsplanungsprojekt nach § 22 KAnGBln erteilt und einen ressortübergreifenden Aufbaustab eingerichtet. Dieser übernimmt die Projektleitung und bringt die notwendigen fachlichen, organisatorischen und finanziellen Arbeiten zusammen. In den kommenden 18 Monaten werden die Grundlagen dafür geschaffen, das Klimaanpassungsgesetz dauerhaft und wirksam umzusetzen. Dazu werden Zuständigkeiten geklärt, konkrete Aufgaben definiert, Ressourcen ermittelt und die notwendigen Strukturen für die kommenden Jahre entwickelt.
Dabei geht es ausdrücklich um die praktische Umsetzung vor Ort: Wie können Straßen und Plätze klimaresilienter gestaltet werden? Wo können Bäume gepflanzt, Entsiegelungen vorgenommen oder Grün- und Aufenthaltsflächen geschaffen werden? Wie lassen sich Hitzevorsorge, Regenwassermanagement, Stadtentwicklung und Infrastrukturplanung besser miteinander verbinden?
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem öffentlichen Straßenland. Künftig sollen die unterschiedlichen Anforderungen von Bezirken, Leitungsbetrieben, Infrastrukturunternehmen, öffentlichen Bauherren und privaten Vorhabenträgern stärker zusammengeführt werden. Dafür sollen gemeinsame Planungs- und Abstimmungsverfahren entstehen. Ziel ist, Zielkonflikte frühzeitig zu erkennen, Entscheidungen schneller vorzubereiten und vorhandene Mittel möglichst wirkungsvoll einzusetzen.
Auch die Digitalisierung wird zu einem wichtigen Werkzeug der Klimaanpassung. Berlin verfügt bereits über eine Vielzahl von Daten und digitalen Fachverfahren. Diese sollen stärker zusammengeführt und für die Planung nutzbar gemacht werden.
Perspektivisch soll insbesondere ein Digitaler Zwilling Straße entstehen. Er kann unterschiedliche Informationen über Straßen, Bäume, Leitungen, Infrastruktur, Hitze- und Starkregenbelastungen sowie weitere Planungsanforderungen zusammenführen. Damit sollen künftig bessere Entscheidungen darüber möglich werden, wo Klimaanpassungsmaßnahmen besonders dringend und besonders wirksam sind.
Klimaanpassung findet vor allem vor Ort statt. Deshalb werden die zwölf Berliner Bezirke frühzeitig und verbindlich in die weiteren Arbeits- und Entscheidungsprozesse eingebunden. Die Bezirke sollen ihre lokalen Erfahrungen und Daten einbringen und Maßnahmen entsprechend den jeweiligen Belastungen und Bedarfen priorisieren. Werden ihnen im Rahmen der Umsetzung zusätzliche Aufgaben übertragen, soll dies entsprechend dem Konnexitätsprinzip mit einer angemessenen Personal- und Finanzausstattung verbunden werden.
Der Senat setzt zugleich auf die Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Der Steuerungskreis des Umsetzungsplanungsprojekts bringt deshalb neben den zuständigen Senatsverwaltungen und den Bezirken auch die Berliner Wasserbetriebe sowie Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen. Für die wissenschaftliche Begleitung der Aufbauphase arbeitet die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) zusammen.
Die Ergebnisse des 18-monatigen Umsetzungsplanungsprojekts werden dem Senat zur Beschlussfassung und anschließend dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnisnahme vorgelegt.
Zum Steuerungskreis gehören Heinrich Strößenreuther (BaumEntscheid e.V.), Prof. Dr. Hartmut Balder (Stiftung Zukunft Berlin), Dr. Gesine Grützmacher (Berliner Wasserbetriebe), Dr. Claudia Leistner (Bezirksamt Treptow-Köpenick). Sebastian Pieper (Bezirksamt Reinickendorf), Julia Beckel (Senatskanzlei), Staatssekretär Andreas Kraus (SenMVKU), Staatssekretär Henry Marx (SenWGP), Staatssekretärin Tanja Mildenberger (SenFin) und Staatssekretär Alexander Slotty (SenStadt).
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