Senat beschließt Kindertagesstättenentwicklungsplanung bis 2031
Pressemitteilung vom 25.08.2026
Aus der Sitzung des Senats am 25. August 2026:
Der Senat hat heute die von Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, vorgestellte gesamtstädtische Kindertagesstättenentwicklungsplanung (KEP) für die Kitajahre 2026/2027 bis 2030/2031 beschlossen. Der Bericht gibt einen Überblick über die Entwicklung der Platz- und Fachkräftesituation in der Kindertagesbetreuung im Zeitraum 2022 bis 2025. Ferner wird der Kitaplatz- und Fachkräftebedarf für die kommenden fünf Kitajahre prognostiziert.
Die Versorgungssituation in der Kindertagesbetreuung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Gemeinsam mit den freien Trägern und den Kita-Eigenbetrieben wurde das Platzangebot kontinuierlich ausgebaut. Gleichzeitig ist die Zahl der Kinder im kitarelevanten Alter zurückgegangen. In der Folge besteht in den kommenden Jahren kein flächendeckender Ausbaubedarf mehr. Der Fokus liegt nun auf der Schließung von Versorgungslücken in einzelnen, noch unterversorgten Regionen der Stadt. Die verbesserte Angebotssituation eröffnet zugleich neue Möglichkeiten, noch mehr Kinder frühzeitig mit Angeboten der Kindertagesbetreuung zu erreichen. Ziel des Senats ist es daher, die Inanspruchnahme weiter zu erhöhen und insbesondere Kindern, die bislang keine Kindertagesbetreuung besuchen, den Zugang zu frühkindlicher Bildung und Förderung zu erleichtern. Die Maßnahmen des Kita-Chancenjahres setzen hier gezielt an.
Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Unser Ziel bleibt, allen Kindern einen frühzeitigen Zugang zu guter frühkindlicher Bildung und Förderung zu ermöglichen. Denn frühkindliche Bildung schafft Chancen von Anfang an. Mit dem Kita-Chancenjahr richten wir deshalb den Blick besonders auf die Kinder, die bislang keine Kindertagesbetreuung besuchen. Mit dem neuen Willkommensgutschein, einer konsequenteren Vermittlung von Kindern mit Sprachförderbedarf und dem umfassend mehrsprachigen, modernisierten Kita-Navigator erleichtern wir Familien den Zugang zu Betreuung und Förderung. Damit stärken wir Chancengerechtigkeit gerade dort, wo Kinder zusätzliche Unterstützung benötigen.“
Neben einer bedarfsgerechten Versorgung mit Betreuungsplätzen bleibt die Gewinnung und Sicherung pädagogischer Fachkräfte eine zentrale Aufgabe. Bei einer weiter steigenden Inanspruchnahme wird auch künftig ein hoher Fachkräftebedarf bestehen. Die Kindertagesstättenentwicklungsplanung geht davon aus, dass der prognostizierte Bedarf von rund 32.600 Vollzeitstellen bis zum Kitajahr 2030/2031 gedeckt werden kann, sofern die Anstrengungen zur Fachkräftegewinnung und -sicherung fortgeführt werden.
Eckpunkte der Kindertagesstättenentwicklungsplanung 2026/2027 bis 2030/2031:
- Die Inanspruchnahme von Angeboten der Kindertagesbetreuung ist seit 2022 weiter gestiegen. Im Jahr 2025 wurden 71,7 Prozent der Ein- bis unter Dreijährigen und 94,1 Prozent der Drei- bis unter Sechsjährigen in einer Kita oder Kindertagespflege betreut. 2022 lagen die Quoten bei 70,8 beziehungsweise 91,6 Prozent.
- Für die kommenden Jahre wird von weiter steigenden Inanspruchnahmequoten in allen Altersgruppen ausgegangen. Dazu sollen unter anderem die Maßnahmen des Kita-Chancenjahres beitragen.
- Gleichzeitig ist die Zahl der Kinder im Kita-Alter rückläufig. Ende 2025 lebten rund 237.400 Kinder unter sieben Jahren in Berlin – rund 23.400 weniger als 2022. Die Bevölkerungsprognose 2024–2040 geht bis 2030 von rund 235.300 Kindern im Alter von Null bis unter sieben Jahren aus.
- Zum Ende des Kitajahres 2030/2031 wird gesamtstädtisch ein Zielplatzbedarf von rund 172.200 Betreuungsplätzen erwartet.
- In den meisten Regionen Berlins besteht ein ausreichendes Angebot an Betreuungsplätzen. Ein flächendeckender weiterer Platzausbau ist daher nicht erforderlich.
- In acht Regionen der Bezirke Spandau, Neukölln, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf besteht weiterhin ein gezielter Platzausbaubedarf.
- Für den bedarfsgerechten Ausbau sowie die Sanierung und Modernisierung der Kita-Infrastruktur stehen Mittel aus verschiedenen Finanzierungsquellen zur Verfügung. Mit Berliner Landesmitteln in Höhe von insgesamt zwölf Millionen Euro für die Jahre 2026 und 2027 werden zusätzlich zum Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm (KSSP) Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt von Betreuungsplätzen gefördert. Weitere 20 Millionen Euro stehen auf Grundlage des Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetzes für Ausbau und Erhalt zur Verfügung. Darüber hinaus erhält Berlin bis 2029 rund 104 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) des Bundes für Ausbau-, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.
- Der prognostizierte Fachkräftebedarf von rund 32.600 Vollzeitstellen kann bis zum Kitajahr 2030/2031 gedeckt werden. Voraussetzung dafür sind weiterhin konsequente Anstrengungen zur Gewinnung und Sicherung pädagogischer Fachkräfte.
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