Fortschrittsbericht zur Entwicklung des Flughafengebäudes Tempelhof

Pressemitteilung vom 11.08.2026

Aus der Sitzung des Senats am 11. August 2026:

Der Senat hat heute auf Vorlage des Senators für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Christian Gaebler, den jährlichen Fortschrittsbericht zur Planung und Entwicklung des Flughafenareals in Tempelhof zur Kenntnis genommen. Der Bericht, der nun dem Abgeordnetenhaus vorgelegt wird, beleuchtet umfassend die Entwicklungen, den Betrieb sowie die Sanierungs- und Nutzungsperspektiven im Zeitraum von Juni 2025 bis Mai 2026 und gibt Ausblicke auf die weiteren Planungen.

Das Land Berlin verfolgt das Ziel, das ehemalige Flughafengebäude in Tempelhof schrittweise zu sanieren und einer wirtschaftlich tragfähigen Nutzung unter Beachtung öffentlicher und kultureller Belange zuzuführen. Seit 2015 leistet der Standort darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Unterbringung von Geflüchteten. Derzeit stehen am Standort THF bis zum Jahr 2028 etwa 2700 Plätze für Geflüchtete zur Verfügung.

Mit seinen 55 Hektar Grundstück und seinen rund 300.000 Quadratmetern Geschossfläche stellt der Flughafen Tempelhof mit seiner Dimension, seiner historischen Überformung und seiner baulichen Komplexität ein europaweit einzigartiges Baudenkmal dar. Das seit über 80 Jahren ohne konsistente bau- und genehmigungsrechtliche Grundlage betriebene Flughafengebäude wurde weitgehend als Provisorium für unterschiedliche Zwecke genutzt. Eine systematische Sanierung hat bis dato nicht stattgefunden. Der dadurch aufgelaufene erhebliche Investitionsstau betrifft insbesondere die technische Infrastruktur, den Brandschutz, die Statik und die Dach- sowie Betonkonstruktionen.

Vor dem Hintergrund eingeschränkter Haushaltsmittel hat der Aufsichtsrat der Tempelhof Projekt GmbH eine strategische Priorisierung beschlossen: Im Mittelpunkt stehen die Sicherung der grundlegenden technischen und statischen Strukturen, die Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit sowie die schrittweise Aktivierung ergänzender Finanzierungs- und Kooperationsmodelle unter Wahrung der Steuerungsfähigkeit des Landes Berlin. Seit 2025 verfolgt die Tempelhof Projekt GmbH dazu drei aufeinander abgestimmte Prozesse: die Erarbeitung eines umfassenden Entwicklungskonzepts, eines standortbezogenen Profils sowie darauf aufbauender Nutzungsleitlinien.

Gleichzeitig schreitet dennoch die bauliche Entwicklung voran: Zentrales Rückgrat ist dabei die Erneuerung der technischen Infrastruktur im Rahmen des Projekts „Technische Infrastruktur 2030“. Diese Maßnahme bildet die Voraussetzung für alle weiteren substanziellen Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen. Parallel hierzu erfolgen Dach- und Betondeckensanierungen, die schrittweise Ertüchtigung des Stahltragwerks sowie brandschutztechnische Maßnahmen zur Sicherung des laufenden Betriebs.

Darüber hinaus wird der Standort stetig weiter geöffnet und belebt. Es fanden eine Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten statt, darunter die Durchführung von über 2200 Gebäudeführungen, zahlreiche Veranstaltungsformate wie „Sommer am THF“, „THF leuchtet“, „Winter am THF“, „THFxSPEZIAL female edition“ und die Eröffnung der neuen Ausstellung „Lufthansa. Berlin Tempelhof 1926-1945. Zwischen ziviler und militärischer Luftfahrt“ im THF Tower, die im Jahr 2025 über 125.000 Gäste anzogen – so viele wie nie zuvor. Im Locationgeschäft sind vor allem die sportlichen Großevents wie die Formula E, die Fahrradmesse Velo und der Fitness-Wettkampf Hyrox zu nennen. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen wie die Positions Art Fair, die Inszenierung von „Jesus Christ Superstar“ der Komischen Oper Berlin im Hangar 4 sowie die Nova Music Festival Exhibition stärkten zudem den Kunst- und Kulturstandort Flughafen Tempelhof.

Um zusätzliche Einnahmen zu generieren und den Standort weiter zu beleben, werden gezielt bislang ungenutzte Flächen reaktiviert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf temporären und genehmigungsfähigen Nutzungen mit begrenztem baulichem Aufwand.