Berlin stärkt die Widerstandsfähigkeit seiner Kommunikationsnetze

Pressemitteilung vom 11.08.2026

Aus der Sitzung des Senats am 11. August 2026:

Die Brandanschläge auf die Strominfrastruktur im September 2025 und Januar 2026 haben deutlich gemacht, wie abhängig die Telekommunikation von einer stabilen Stromversorgung ist. Die großflächigen und langanhaltenden Stromausfälle hatten massive Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit von Festnetz, Mobilfunk und Internet. Besonders in den ersten Stunden kam es für die Bürgerinnen und Bürger zu Einschränkungen, Telefonverbindungen aufzunehmen oder amtliche Warnmeldungen zu empfangen. Die Erkenntnis ist damit eindeutig: Ein gezielter Angriff auf die Stromversorgung kann unmittelbar die Kommunikation der Bevölkerung beeinträchtigen und damit auch die öffentliche Sicherheit.

Deshalb hat sich der Berliner Senat in seiner heutigen Sitzung mit dem „Resilienz-Konzept Mobilfunk für Berlin“ befasst. Dieses enthält zwölf konkrete Maßnahmen, die aus den Erfahrungen bei der Bewältigung der beiden Anschläge abgeleitet wurden. Das Konzept bildet die Grundlage für die nächsten Schritte von Land, Netzbetreibern und weiteren beteiligten Akteuren.

Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „In der Krisensituation nach dem Anschlag auf unser Stromnetz zu Beginn des Jahres hat sich gezeigt, wie essentiell eine funktionierende Mobilfunkkommunikation ist. Wir haben Verbesserungsbedarfe erkannt und in den letzten Monaten intensiv mit den Mobilfunkbetreibern daran gearbeitet, genau dort auch zu Verbesserungen zu kommen. Klar ist: Resilienz entsteht durch abgestimmtes Handeln über Zuständigkeiten hinweg. Wir wollen Ausfälle künftig besser verhindern, ihre Auswirkungen begrenzen und im Krisenfall schneller wieder handlungsfähig sein. Die Notfallkommunikation muss auch in massiven Krisenlagen verlässlich gewährleistet sein. Das vorliegende Konzept ist ein weiterer Baustein für ein resilientes Berlin, neben dem TOP-Konzept für mehr technischen, organisatorischen und physischen Schutz von kritischer Infrastruktur in der Hauptstadt und unserem Resilienzkonzept für die Wirtschaft, das Unternehmen besser für Krisenfälle wappnen soll.“

Im Mittelpunkt steht, die Folgen von Ausfällen der Telekommunikationsnetze zu begrenzen und die Netze möglichst schnell wieder funktionsfähig zu machen. Dafür sollen unter anderem Meldeketten optimiert und Mobilfunknetzbetreiber stärker in die Krisenübungen des Landes eingebunden werden. Die Telekommunikationsnetze sollen künftig ein fester Bestandteil des Lagebildes des Landes sein. Zudem werden Bewegungs- und Zutrittsrechte für Einsatzpersonal sichergestellt, damit notwendige Reparaturen und Wiederherstellungsmaßnahmen beispielsweise an Telekommunikationsmasten schnell erfolgen können.

Die Telekommunikationsinfrastrukturen werden in die Kraftstoffversorgungspläne des Landes integriert und auch priorisiert. Auf einer geeigneten landeseigenen Immobilie soll außerdem die Wirksamkeit von Photovoltaikanlagen in Verbindung mit Batteriesystemen zur Unterstützung der Energieversorgung im Krisenfall überprüft werden. Ziel ist, die Energieversorgung von Telekommunikationsstandorten im Krisenfall zusätzlich abzusichern.
Ein besonderer Schwerpunkt des Konzepts liegt auf der Weiterentwicklung der Katastrophenschutzleuchttürme des Landes (KAT-Leuchttürme). Sie sollen zukünftig im Krisenfall mehr leisten können als ihre bisherige Funktion als Anlaufstelle. Bürgerinnen und Bürger sollen dort weiterhin Informationen erhalten und ihre Geräte aufladen können. Darüber hinaus soll das vorhandene Mobilfunknetz im Krisenfall auch um diese KAT-Leuchttürme herum verlässlich funktionieren.

Erarbeitet und abgestimmt wurde das „Resilienz-Konzept Mobilfunk für Berlin“ unter aktiver Beteiligung der vier in Berlin tätigen Mobilfunknetzbetreiber Telekom Deutschland GmbH, Vodafone GmbH, Telefónica Deutschland Holding AG und 1&1 AG sowie der BIM Berliner Immobilienmanagement und der Stromnetz Berlin GmbH.