Berliner Verfassungsschutzbericht 2025 veröffentlicht
Pressemitteilung vom 02.06.2026
Aus der Sitzung des Senats am 2. Juni 2026:
Auf Vorlage der Senatorin für Inneres und Sport, Iris Spranger, hat der Senat heute den Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2025 zur Kenntnis genommen.
Innensenatorin Iris Spranger: „Der Berliner Verfassungsschutzbericht macht einmal mehr deutlich, wie notwendig es ist, unsere Demokratie entschlossen gegen innere und äußere Bedrohungen zu verteidigen. Vor allem die Anschläge auf unsere Energieinfrastruktur haben gezeigt, wie schnell und hart wir alle von der Gewalt, die von Extremistinnen und Extremisten ausgeht, betroffen sein können. Hinzu kommt, dass das verfassungsfeindliche Personenpotenzial in Berlin in allen Phänomenbereichen angestiegen ist. Fremde Nachrichtendienste und Verfassungsfeinde haben ihre Aktivitäten intensiviert und professionalisiert. Besonders besorgniserregend ist, dass sich diese Aktivitäten in zunehmendem Maß an junge Menschen richten. Extremistische Gruppierungen in allen Phänomenbereichen versuchen gezielt, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem Sinne zu politisieren und zu radikalisieren. Sie sollen in immer jüngerem Alter an verfassungsfeindliche und menschenverachtende Positionen herangeführt werden. Auf diese Weise soll gezielt das zukünftige Fundament unserer Gesellschaft und unserer Demokratie untergraben werden. Hier gilt es besonders wachsam zu sein und dieser Entwicklung gemeinsam – in der Politik, den Sicherheitsbehörden aber auch in Familien, Schulen und Vereinen – entgegenzutreten.“
Zentrale Inhalte des Berliner Verfassungsschutzberichts 2025:
Rechtsextremismus/Rechtsterrorismus
Das rechtsextremistische Personenpotenzial in Berlin ist auf 1480 Personen (2024: 1450) angewachsen. Ursächlich dafür ist das Entstehen einer neuen rechtsextremistischen Jugendkultur, die der Berliner Verfassungsschutz erstmals unter der Bezeichnung „Gewaltorientierte rechtsextremistische Netzkulturen“ im Bericht aufführt. Vor allem die Aktivitäten dieser Szene, die die Wahrnehmung des Rechtsextremismus in Berlin im vergangenen Jahr wesentlich geprägt haben, sind dafür verantwortlich, dass die rechtsextremistische Szene spürbar aggressiver auftrat. Neben den „Gewaltorientierten rechtsextremistische Netzkulturen“ zählen insbesondere die Partei „Der III. Weg“ und ihre Jugendorganisation „Nationalrevolutionäre Jugend“ (NRJ), die Partei „Die Heimat“ und die verfassungsschutzrelevante „Neue Rechte“ zu den zentralen Akteuren des Rechtsextremismus in Berlin.
Linksextremismus/Linksterrorismus
Berlin war 2025 wiederholt von Brandanschlägen betroffen, zu denen sich unter wechselnden Begründungen und Bezeichnungen linksextremistische Akteure bekannten. Der gravierendste Brandanschlag ereignete sich am 9. September 2025 im Berliner Ortsteil Johannisthal, in dessen Folge zehntausende Berlinerinnen und Berliner über mehrere Tage nicht mit Strom versorgt werden konnten. Damit setzte sich eine Entwicklung fort, die den gewaltorientierten Linksextremismus in Berlin bereits seit längerem beeinflusst. Klandestin agierende Kleingruppen propagieren und verüben Gewalt gegen staatliche Einrichtungen, Unternehmen und Einrichtungen der kritischen Infrastruktur. Die diesen Straftaten zugrunde liegende Ideologie des „Öko-Anarchismus“ hat spürbar zur Radikalisierung des gewaltorientierten Teils der linksextremistischen Szene in Berlin beigetragen. Dies spiegelt sich auch im erneut angestiegenen Personenpotenzial wider. Das linksextremistische Personenpotenzial beläuft sich in Berlin auf
3950 Personen (2024: 3800). Erstmals seit mehreren Jahren stieg auch das Personenpotenzial des gewaltorientierten autonomen und postautonomen Teils der Szene.
Auslandsbezogener Extremismus
Die heterogene Szene des Auslandsbezogenen Extremismus prägten auch 2025 vor allem israelfeindliche und antisemitische Akteure. Diese verfassungsschutzrelevante, israelfeindliche Szene verbreitete weiterhin israelfeindliche Propaganda und war erneut für eine Vielzahl von Veranstaltungen verantwortlich, auf denen das Existenzrecht Israels negiert und der Terror der Hamas gefeiert wurde. Zu den prägenden Akteuren dieser Szene zählten das „Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee“, „BDS Berlin“ und die Gruppierung „Young Struggle“. Das Personenpotenzial für den Auslandsbezogenen Extremismus in Berlin beläuft sich auf rund 1700 Personen (2024: 1680), von denen der Großteil (1100 Personen) unverändert der PKK zuzurechnen ist.
Islamismus/Islamistischer Terrorismus
Das Personenpotenzial der islamistischen Szene in Berlin ist im vergangenen Jahr auf 2590 Personen (2024: 2440) angewachsen. Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf einen entsprechenden Zuwachs im Bereich salafistischer Bestrebungen. Dort haben insbesondere die intensivierten und professionalisierten Online-Aktivitäten internationaler Terrororganisationen sowie salafistischer Prediger dazu geführt, dass sich salafistische Inhalte schneller und direkter verbreiten. Diese Propaganda erreicht über Soziale Medien vor allem immer mehr junge Menschen und hat sich zu einem zentralen Radikalisierungstreiber entwickelt.
Der Berliner Verfassungsschutzbericht für 2025 ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.berlin.de/sen/inneres/verfassungsschutz/publikationen/verfassungsschutzberichte/
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