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Jahresrückblick: Das war 2019! | Dezember 2019

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Bild: Zebralog GmbH & Co. KG

Liebe Interessierte am Modellprojekt Rathausblock Kreuzberg,

ein ganzes Jahr ist es her, dass wir auf dem Dragonerareal in Kreuzberg unterwegs waren und Menschen befragt haben, ob sie das Areal kennen und was sie sich für ihren Kiez wünschen. Dabei stießen wir sowohl auf großes Interesse als auch auf viele fragende Gesichter. Heute, 12 Monate später, werden die über das Sanierungsverfahren entwickelten städtebaulichen Entwürfe für das Areal diskutiert, die frühzeitige Beteiligung für den Bebauungsplan ist gestartet und die Kooperation im Modellprojekt hat eine solide Vereinbarung. Der Weg dorthin war spannend, aber auch fordernd: In zahlreichen Werkstätten, Sitzungen, Kolloquien, Arbeitsgruppen, Foren und kleinen wie großen Abstimmungsrunden wurde gemeinsam überlegt, diskutiert, gebaut – und manchmal auch improvisiert. Für das große Engagement und das Durchhaltevermögen möchten wir allen Beteiligten, Teilnehmer*innen und Kooperationspartner*innen an dieser Stelle herzlich danken.

Bevor wir Sie in eine kurze, wohlverdiente Winterpause verabschieden, haben wir die größten Meilensteine im Jahr 2019 noch einmal für Sie zusammengefasst. Freuen Sie sich auf einen Jahresrückblick am Ende dieses Newsletters.

Außerdem möchten wir nicht versäumen, Ihnen die neue „AG Ökologie“ näher vorzustellen, die sich bereits seit Juli 2019 trifft und sich mit ökologischen Themen im Modellprojekt auseinandersetzt. Und wir haben in der Reihe „Rathausblock im Porträt“ mit der Anwohnerin Angela Laich über ihre Wünsche und Sorgen gesprochen, wenn sie durch ihr Küchenfenster auf das Dragonerareal blickt.

Viel Spaß beim Lesen wünschen
Alexander Matthes (Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg), Lisa Frach, Anna Lalla und Caroline Winkelmann (Zebralog)

Arbeitsgruppe Ökologie

Während des Forums Ende Juli initiiert, startete die AG Ökologie/Nachhaltigkeit mit fünf Mitgliedern ihre Arbeit. In der Kooperationsvereinbarung des Modellprojekts wurde sich auf einige grundlegende ökologische Aspekte geeinigt, doch die AG versteht eine nachhaltige Quartiersentwicklung sehr weit gefasst: Es geht nicht nur um Energie, sondern auch um Ressourcen, Kultur, Soziales, Ökonomie, Mobilität, Konsum und Ernährung. Kurz gesagt: Städtebau muss die Strukturen schaffen, in denen Bewohner*innen ihre Lebensweisen verändern und eine Entwicklung möglich ist. Mehr zur AG und den öffentlichen Terminen können Sie auf unserer Internetseite zur AG lesen.

Wer lebt eigentlich im Rathausblock? Ein Gespräch mit der Anwohnerin Angela Laich

Angela Laich lebt seit über 30 Jahren im Rathausblock. Wir haben uns mit der Bildhauerin bei russischer Suppe und Brot in ihrer gemütlichen Altbauwohnung über das Sanierungsgebiet unterhalten. Wie der Kiez sich in den letzten Jahren verändert hat, warum Frau Laich Besuch von den Planungsteams bekommen hat und was sie für Bedenken mit Blick auf die geplante Bebauung hat, erfahren Sie in unserer Serie „Rathausblock im Porträt“.

Jahresrückblick: Das war 2019!

Der erste Meilenstein des Jahres waren die Werkstätten für die Bau- und Nutzungsanforderungen, die im April und Mai den BVV-Saal im Rathaus Kreuzberg in einen bunten Arbeits- und Denkraum verwandelten. Unter dem Motto „MitMischen“ wurde diskutiert, wie ein Nebeneinander der Nutzungen Wohnen, Soziales, Gewerbe und Kultur auf dem Dragonerareal funktionieren könnte. Auf einem Luftbildteppich und vor Modellen mit blau-grauen Klötzen wurde über Flächen, Geschosshöhen, Wege aber auch über Fragen des Gemeinwohls und über Wohnformen diskutiert. Die Ergebnisse und Impressionen der Veranstaltung sind auf der Internetseite unter Bau- und Nutzungsanforderungen dokumentiert.

Der nächste große Wurf gelang am 17. Juni: Fast zwei Jahre nach der offiziellen Auftaktveranstaltung im Sanierungsprozess unterzeichneten die Vertreter*innen der sechs Kooperationspartner*innen vor der anwesenden Presse im Club Gretchen die Kooperationsvereinbarung. Sie stellt die Grundlage für das „Modellprojekt Rathausblock Kreuzberg“ dar und setzt wichtige Leitlinien für eine gemeinwohlorientierte und kooperative Quartiersentwicklung. Die Kooperationsvereinbarung und weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite zur Zusammenarbeit.

Sommerpause? Nicht im Rathausblock. Im Juli und August arbeiteten alle Beteiligten mit Hochdruck daran, die Weichen für das städtebauliche Werkstattverfahren zu stellen: Die Bau- und Nutzungsanforderungen wurden finalisiert, Mitglieder für das Obergutachter*innengremium gewählt und Auslobungsunterlagen für die Planungsteams erstellt. Die vielen Abstimmungen bedeuteten extra Termine: Für den Gründungsrat aber auch für das Forum Rathausblock, dort wurde im Sommer gleich zwei Mal zur Wahl aufgerufen wurde: Für Vertreter*innen im Obergutachter*innengremium und im Zukunftsrat.

Am 12. August hatte der Gründungsrat seine letzte Aufgabe schließlich erfüllt und der Zukunftsrat konnte als neues Entscheidungs- und Steuerungsgremium im September ganz offiziell seine Arbeit aufnehmen. Mit dabei: Drei neue Delegierte und Stellvertreter*innen für das Forum Rathausblock. Sie wollen mehr über die ersten Sitzungen erfahren und die neuen Gesichter kennenlernen? Schauen Sie auf unsere Internetseite zum Zukunftsrat

Und dann ging es endlich los: Mit vier Aktionstagen wurde das städtebauliche Werkstattverfahren für das Dragonerareal und angrenzende Bereiche eingeläutet. Gespannt wurden die drei Planungsteams auf dem Dragonerareal erwartet und bei hohen Temperaturen mit dem Areal und den Menschen vor Ort vertraut gemacht. In den nächsten Tagen verwandelte sich die Adlerhalle dann in Werkstatt, Präsentationsraum, offenes Archiv, Bar und Kiezküche zugleich. Eindrücke und Ergebnisse können Sie auf unserer Internetseite zur Auftaktwoche einsehen.

Direkt im Anschluss ging es für die Planungsteams an die Arbeit: Drei Wochen hatten sie Zeit, erste Ideen und Entwürfe für das Dragonerareal zu entwickeln. Ende September stellten sie diese in einer ersten Zwischenpräsentation und Werkstatt zur Diskussion, um gleich darauf neue Lösungen und Varianten zu entwickeln. Im November fand mit der zweiten Zwischenpräsentation und Werkstatt die letzte öffentliche Konsultation in diesem Jahr statt. Nun warten alle gespannt auf die finalen Konzepte der drei Planungsteams, diese müssen bis kurz vor Weihnachten eingereicht werden. Sie hatten keine Zeit an den Veranstaltungen teilzunehmen? Die bisherigen Ergebnisse und Entwürfe können Sie sich auf der Internetseite zum städtebaulichen Werkstattverfahren in Ruhe ansehen.

Die Zwischenergebnisse der Planungsteams bildeten auch die Grundlage für die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange zum Bebauungsplan, die im November startete. Damit wurde der nächste große Schritt im Verfahren eingeläutet: Die Aufstellung des Bebauungsplans 2-48 für das Dragonerareal, der im Herbst 2021 beschlussfähig sein soll. Was darin genau geregelt wird, erfahren Sie auf der Internetseite zum Bebauungsplan.

Ein kleiner Ausblick auf den Beginn des Jahres 2020: Am 28. Januar werden die Konzepte der drei Planungsteams in Rahmen einer Abschlusspräsentation öffentlich vorgestellt, bevor das Obergutachter*innengremium am 29. Januar im Abschlusskolloquium einen Entwurf zur Realisierung empfehlen wird. Im Anschluss daran werden die Entwürfe in einer Ausstellung öffentlich präsentiert.

Es gäbe noch viel mehr zu berichten: von AG-Sitzungen, von der Neuaufstellung des Forums, vom Lernlabor „Gemeinwesen“, vom Start der ZusammenStelle in der Plangarage oder dem Bau einer Komposttoilette zum Tag der Städtebauförderung. Keine Sorge, wir entlassen Sie an dieser Stelle, möchten Sie aber noch auf drei Studien hinweisen, die 2019 fertiggestellt wurden, für die aber bei all den Terminen vielleicht noch nicht genügend Zeit zum Lesen war: