Umbenennen?! – Straßennamen und ihre Geschichten in Pankow

Ausstellung vom 26.09.2025 bis 15.02.2026, geöffnet von Dienstag bis Sonntag, 10.00-18.00 Uhr (feiertags geschlossen) | Eintritt frei.
Museum Pankow – Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Raum 108

Umbenennung der Stolpische Straße in Paul-Robeson-Straße, 1978

Umbenennung der Stolpische Straße in Paul-Robeson-Straße, 1978

Zwölf Ausstellungen zur Geschichte der Berliner Straßennamen

Auf zwei Jahre angelegt widmen sich Aus­stellungen unter dem Titel »um­be­nennen?!« einem Thema, das regel­mäßig öffent­liche Debatten auslöst, und erweitern es um Geschichten der letzten hundert Jahre. Denn kontro­verse Diskussionen über die Benennung von Straßen waren schon immer Teil der Berliner Stadt­geschichte.

Das Gemeinschafts­projekt vom Aktiven Museum und den zwölf Berliner Regio­nal- und Bezirks­museen möchte zur Versach­lichung und Kontextu­a­li­sie­rung der Debatten um Straßen­be­nennungen beitragen. Ver­an­staltungen und Ver­mitt­lungs­angebote in ganz Berlin sollen den Aus­tausch der Zivil­gesell­schaft über Geschichte und Wahr­nehmung von Straßen­namen fördern. Prozesse von (Um)Be­nen­nungen zeigen nicht nur die politi­schen Um­brüche der Stadt wie beispiels­weise 1945 und 1989, sondern auch gesell­schaft­lichen Wandel und wechselnde Deutungs­hoheiten im öffent­lichen Raum.

Im Bezirk Pankow gibt es heute ungefähr 1.300 Straßen. Zwischen der Stadt­rand­siedlung Malchow im Norden, Weißen­see und dem süd­lichen Prenzlauer Berg liegen die Geschichten, die sich zu diesen Straßen und ihren (Um)Be­nen­nungen erzählen lassen.

Anhand von acht thematischen Schwer­punkten wird in der Ausstellung des Museums Pankow dar­gestellt, welche Zeit­schichten sich in Straßen­namen überlagern und wie sichtbar oder unsicht­bar sich die politischen Systeme des 20. Jahr­hunderts in das Straßen­bild ein­ge­schrieben haben. Ebenso wird der Frage nach­gegangen, wie die Be­wohnerinnen und Bewohner des Bezirks bis heute kontrovers über Straßen­namen diskutieren und an ihrer (Um)Benennung mitwirken.

Weitere Informationen unter: https://umbenennen.berlin/

Ein gemeinsames Projekt des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e. V. und des Arbeitskreises Berliner Regionalmuseen.
Gefördert durch die LOTTO-Stiftung Berlin.

Filmprojekt: "Meine Straße in Pankow", Screenshot

Filmprojekt: Meine Straße in Pankow

Sei dabei und mach deine Straße sichtbar

Welche Geschichten stecken in den Straßen Pankows?

In unserem Film­projekt laden wir dich ein, deine Straße vor­zustellen – mit deiner Perspektive, deinen Erinnerungen und deinem ganz persön­lichen Blick auf den Ort. Ob Alltags­szenen, Lieblings­orte oder besondere Be­gegnungen: Zeig uns, was deine Straße für dich bedeutet. Dabei muss es nicht zwangs­läufig die Straße sein, in der du wohnst. Jede Straße in Pankow, zu der du etwas erzählen oder zeigen möchtest, ist will­kommen.

Spannend wird es auch beim Namen:
Welche Geschichte steckt hinter deiner Straße? Hast du etwas über die Namens­gebung herausgefunden – oder eigene Gedanken und Ideen dazu?

Reiche einen kurzen Film (max. 5 Minuten, .mp4 oder .mov) ein und werde Teil eines filmi­schen Straßen­archivs von Pankow, das die Viel­falt der Menschen, Orte und Geschichten sichtbar macht. Du musst dabei nicht dein Gesicht zeigen. Genauso möglich sind Auf­nahmen von deiner Straße mit Ton “aus dem Off”.
Wir sind gespannt und freuen uns auf deine Straße in Pankow!

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UmBenennen, Eröffnung

Ausstellungseröffnung

Donnerstag, 25.09.2025, 18.00 Uhr | Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, 3. OG, Aula

  • Begrüßung
    Bernt Roder, Leiter Museum Pankow
  • Grußworte
    Manuela Anders-Granitzki, Bezirksstadträtin für Ordnung und Öffentlichen Raum
    Nora Hogrefe, Koordinierungsstelle Historische Stadtmarkierungen im Aktiven Museum
  • Einführung in die Ausstellung durch die Kuratorinnen
    Kristin Witte, Museum Pankow
    Helen Przibilla, Historikerin
  • Musikalische Belgleitung
    Pankow Saxophon Ensemble – Musikschule Béla Bartók

Begleitveranstaltungen

Enthüllung des Straßenschildes bei der Rückbenennung der Klement-Gottwald-Allee in Berliner Allee in Berlin-Weißensee, 31.08.1991

Enthüllung des Straßenschildes bei der Rückbenennung der Klement-Gottwald-Allee in Berliner Allee in Berlin-Weißensee, 31.08.1991

Sonntag, 15.02.2025, 15.30 Uhr / Donnerstag 12.02.2026, 17.30 Uhr / Sonnabend, 11.10.2025, 14.00 Uhr
Treffpunkt: Museum Pankow – Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Ausstellungsraum 108

Kuratorinnenführung

Die Kuratorin Helen Przibilla gibt Einblicke in die Entwicklung der Thematik und Themen der Ausstellung (Um)Benennen und die darin gezeigten Beispiele für Straßen(um)benennungen im Bezirk Pankow von den 1870er Jahren bis in die Gegenwart.

Postkarte der Wohnstadt Carl Legien, Jäckel-, Ecke Elmstraße, ca. 1930

Postkarte der Wohnstadt Carl Legien, Jäckel-, Ecke Elmstraße, ca. 1930

Sonnabend, 11.10.2025, 15.30 Uhr | Treffpunkt: am Schriftzug „Wohnstadt Carl Legien“, Ecke Erich-Weinert-Straße und Gubitzstraße

Stadtspaziergang durch die Wohnstadt Carl Legien
Gewerkschafter, Flandern und Widerstandskämpfer

Die Benennung der Straßen in der Wohnstadt Carl Legien repräsentiert die wechselvolle Geschichte Berlins im 20. Jahrhundert. Die Geschichte(n) um die konfliktreichen (Um)Benennungs­prozesse in der Weimarer Republik, nach 1933 und 1945 sowie in den Nachwende­jahren sind Thema des Spazier­gangs durch die Straßen des Viertels. (Keine Architekturführung)

Referentin: Helen Przibilla, Historikerin

Straßenschild der Cunistraße in Französisch Buchholz, 1999

Straßenschild der Cunistraße in Französisch Buchholz, 1999

Sonnabend, 18.10.2025, 11.00 Uhr | Treffpunkt: Buchholz Kirche, Pfarrer-Hurtienne-Platz, 13127 Berlin

Stadtspaziergang durch Französisch Buchholz

Das über 750 Jahre alte Buchholz wurde durch die Ansiedlung von französischen Glaubens­flüchtlingen Ende des 17. Jahr­hunderts geprägt. Ihre Spuren sind bis heute im Ort sichtbar und gaben dem Ort seinen charakteristi­schen Namen “Französisch Buchholz”. Heute tragen viele Straßen die Namen der Siedler. Sie sind herzlich eingeladen die Orts­geschichte entlang dieser Straßen zu entdecken.

Referent: Stephan Krämer, Hugenottenmuseum Berlin

Historische Hallenfassade des ehemaligen Vieh- und Schlachthofes nach Sanierung des Areals, 2012

Historische Hallenfassade des ehemaligen Vieh- und Schlachthofes nach Sanierung des Areals, 2012

Sonntag, 16.11.2025, 14.00 Uhr | Treffpunkt: Subway-Filiale, nähe S-Bhf Storkower Straße, Zur Rinderauktionshalle

Stadtspaziergang durch das Viertel des ehemaligen Vieh- und Schlachthofs

Wie findet man Namen für 19 Straßen?
Bernt Roder, Mitglied der Namens­findungs­kommission, und die Ausstellungs­kuratorin Helen Przibilla ver­anschau­lichen in einer dialogischen Führung durch das Gelände des ehe­maligen Vieh- und Schlacht­hofs den Prozess zur Namens­findung für 19 neue Straßen am Beginn der 2000er Jahre. Dabei werden die vielfältigen Bezüge der Straßen­namen zur Geschichte des Geländes und des Prenzlauer Bergs angesprochen.

Umbenennung der Wilhelm-Florin-Straße in Lilli-Henoch-Straße, Anbringung des neuen Straßenschildes, 01.02.1993

Umbenennung der Wilhelm-Florin-Straße in Lilli-Henoch-Straße, Anbringung des neuen Straßenschildes, 01.02.1993

Donnerstag, 20.11.2025, 16.30 Uhr | Treffpunkt: Museum Pankow – Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Ausstellungsraum 108

Kuratorinnenführung

Die Ausstellungs­kuratorin Helen Przibilla gibt Einblicke in die Ent­wicklung der Themen der Ausstellung (Um)Benennen und den darin gezeigten Beispielen für Straßen(um)benennungen im Bezirk Pankow von den 1870er Jahren bis in die Gegenwart.

Die ehemalige Nummernstraße 5 in Buch trägt nun den Namen Ilse-Krause-Straße.

Die ehemalige Nummernstraße 5 in Buch trägt nun den Namen Ilse-Krause-Straße

Donnerstag, 20.11.2025, 18.00 Uhr | Treffpunkt: Museum Pankow – Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Raum 111

Vortrag

Die Arbeits­gemeinschaft SpurenSuche erforscht seit vielen Jahren die Geschichte von Frauen im Bezirk, deren Leben und Wirken nachhaltige Spuren hinter­ließen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Spuren durch Gedenktafeln, Platz- und Straßen­benennungen sichtbar zu machen. Welcher verwaltungs­technischen Vor­bereitung es bedarf und welcher Diskussionen sie sich stellen mussten, erläutern sie anhand der Be­nennung von drei Straßen in Berlin-Buch nach den Medizinerinnen Rosa Coutelle, Ilse Krause und Rose Scheuer-Karpin.

Referentinnen: Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft SpurenSuche des Frauenbeirates Pankow

Umbenennung der Breite Straße in Johannes-R.-Becher-Straße, 28. 06.1971

Umbenennung der Breite Straße in Johannes-R.-Becher-Straße, 28. 06.1971

Sonnabend, 24.01.2026, 15.00-16.00 Uhr | Treffpunkt: Museum Pankow – Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Ausstellungsraum 108

Kuratorinnenführung

Die Kuratorin Helen Przibilla gibt Einblicke in die Entwicklung der Thematik und Themen der Ausstellung »(Um)benennen?!« und die darin gezeigten Beispiele für Straßen(um)benennungen im Bezirk Pankow von den 1870er Jahren bis in die Gegenwart.

Straßenumbenennung von Majakowskiweg in Rudolf-Ditzen-Weg Niederschönhausen, 1995

Straßenumbenennung von Majakowskiweg in Rudolf-Ditzen-Weg Niederschönhausen, 1995

Donnerstag, 12.02.2026, 19.00 Uhr | Ort: Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Aula, 3.OG

GESPRÄCHSABEND: Wer darf auf unsere Straßenschilder?

Anfang der 1990er Jahre wurde in den Ost­bezirken Berlins zum Teil leiden­schaftlich über die Um­benennung beziehungs­weise Rück­benennung von Straßen­namen debattiert. Einigen konnte es nicht schnell genug gehen, andere wehrten sich gegen die Vor­schläge, die seit Kriegs­ende auf dem Gebiet des sowjetischen Sektors und der späteren Haupt­stadt der DDR erfolgten Straßen­benennungen, zu ersetzen. Neben Personen der Staats- und Partei­führung und Kunst- und Kultur­schaffende waren vor allem Wider­stands­kämpfer im National­sozialismus geehrt worden. Diskutiert wurde auch, welche Mit­sprache die An­wohnenden an den Ent­scheidungen über die Straßen­namen haben sollte. In Prenzlauer Berg be­auftragte das Bezirks­parlament eigens einen Sonder­aus­schuss, der über die zu tilgenden und neu zu vergebenen Namens­vorschläge beriet. Im Rahmen der Sonder­ausstellung »(Um)benennen?! – Straßen­namen und ihre Geschichten in Pankow« lädt das Museum Pankow zu einer Gesprächs­runde über die nach wie vor aktuelle Frage ein, durch wen und wonach Straßen benannt werden sollen.

Eingeladen sind damalige Akteur*innen wie Max Neumann (Vorsitzender des Sonderausschusses), Roland Baron (Vorsitzender der BVV-Fraktion Bündnis 90/UFV/Grüne) und Conny Kirchgeorg-Berg (Neues Forum). Der Historiker Dirk Moldt (Museum Lichtenberg) berichtet über die Diskussionen im Nachbar­bezirk.
Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit uns über die Frage: Wer darf auf unsere Straßenschilder?
Moderation: Bernt Roder, Museum Pankow

UmBenennen, Mitmachstation Straßennamen

Finissage

Sonntag, 15.02.2026, 14.00 Uhr | Ort: Museum Pankow – Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Raum 111, 1. OG

FINISSAGE der Ausstellung: »(Um)benennen?! – Straßennamen und ihre Geschichten in Pankow« und Übergabe von Namens­vor­schlägen für das Neu­bau­gebebiet „Pankower Tor“ an die Stadt­rätin Manuela Anders-Granitzki

In der Ausstellung haben wir Besuchende eingeladen, Straßen­namen für das zu­künftige Stadt­quartier „Pankower Tor“ am S-Bahnhof Pankow vor­zu­schlagen – dieser Ein­ladung ist zahl­reich gefolgt worden, darüber freuen wir uns sehr!
Wir möchten die Finissage nutzen, um die Vor­schläge öffent­lich an die Stadt­rätin für Ordnung und Öffent­lichen Raum, Manuela Anders-Granitzki, zu über­reichen und mit ihr darüber ins Gespräch zu kommen.
Im Anschluss gibt es ein letztes Mal die Möglich­keit, sich von der Kuratorin Helen Przibilla durch die Aus­stellung führen zu lassen.
Seien Sie bei Kaffee und Kuchen dabei und diskutieren Sie mit der Stadträtin mögliche Straßen­namen für das neue Quartier.
Moderation: Bernt Roder, Museum Pankow

Museumsstandort Prenzlauer Allee

Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner

Verkehrsanbindungen

Fachbereichsleiter:
Bernt Roder

Sekretariat:
Vorderhaus, 2. OG | Zugang nicht rollstuhlgeeignet
Montag & Mittwoch, 9.00-11.00 Uhr sowie Dienstag, 14.00-16.00 Uhr
Tel.: (030) 90295-3917
E-Mail

Öffnungszeiten

Ausstellungen:
Halle und Haupthaus | Zugang rollstuhlgerecht
Dienstag bis Sonntag,
10.00 bis 18.00 Uhr
(feiertags geschlossen)

Archiv / Lesesaal

Haupthaus, Raum 208 | Zugang rollstuhlgerecht
Tel.: (030) 90295-3912
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