Programmstart Tag des offenen Denkmals 2026

Pressemitteilung vom 03.08.2026

Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ findet am 12. und 13. September in Berlin der Tag des offenen Denkmals statt. Auf dem Programm stehen mehr als 300 Denkmale und 700 Einzelveranstaltungen in allen Bezirken. Ausstellungen, Führungen, Radtouren, interaktive Formate, Gespräche, Performances, Kunst und Musik sowie natürlich viele große und kleine Denkmale machen das Berliner Denkmalwochenende wieder zu einem Fest für alle Sinne und Interessen.

Das laufend ergänzte und aktualisierte Programm ist ab sofort online verfügbar: www.berlin.de/denkmaltag

Das Titelmotiv

Das Kino International ist eines der bedeutendsten Filmtheater Deutschlands und herausragendes Beispiel sozialistischer Moderne. Es wurde 1963 nach Plänen von Josef Kaiser eröffnet, diente als Premierenkino der DDR für nationale und internationale Produktionen und ist bis heute ein zentraler Ort der Filmkultur mit internationaler Ausstrahlung. Nach einer 18-monatigen Sanierung erstrahlt das Haus heute wieder in seinem ursprünglichen Glanz und verbindet historische Authentizität mit moderner Kinotechnik. Mehrere Führungen am Samstag bieten vertiefte Einblicke in die (Bau-)Geschichte des Kino International.

Besondere Orte entdecken

Auch 2026 gibt es wieder neue Denkmale und besondere Angebote zu entdecken, von denen hier nur eine Auswahl vorgestellt wird.

Das Bauhaus-Archiv zählt zu den bedeutendsten Architektur- und Museumsbauten der Stadt. Der markante Bau mit seinen charakteristischen Sheddächern wurde nach Entwürfen von Walter Gropius realisiert und steht seit 1997 unter Denkmalschutz. Derzeit wird das ikonische Gebäude umfassend saniert und um einen Neubau erweitert. Baustellenführungen am gesamten Wochenende gewähren einen seltenen Einblick in den Stand der Arbeiten.

Das Haus des deutschen Sports auf dem Olympiagelände ist Teil des denkmalgeschützten Gebäudeensembles „Das Deutsche Sportforum“, das als Sporthochschule seit 1927 begonnen und zur Olympiade 1936 vom Architekten Werner March fertiggestellt wurde. Der Gebäudekomplex wurde seit 2018 in vier Bauabschnitten energetisch ertüchtigt und umfassend saniert. Im Rahmen von Führungen kann der besondere Kuppelbau erkundet werden.

Das Mittelmeerhaus im Botanischen Garten wurde 1904 als erstes Gewächshaus der Anlage fertiggestellt und spiegelt mit seinen Jugendstil-Elementen auf einzigartige Weise die Gartenbaukunst des frühen 20. Jahrhunderts wider. Bevor das Haus für eine mehrjährige Sanierung Anfang 2027 schließt, erzählt eine Führung am Samstag die Geschichten des Mittelmeerhauses als Bühne der Wissenschaft.

Wer sich mehr für besondere Einblicke in privates Wohnen und architektonische Kleinode interessiert, findet neu im Programm die Bankiersvilla Haus Behaim-Schwarzbach im Westend Sie wurde 1907/08 für den Bankdirektor Carl Behaim-Schwarzbach erbaut und bildet gemeinsam mit den benachbarten Villen ein bemerkenswertes Ensemble der späten Kaiserzeit. Für eine ganz andere Zeitepoche steht das Landhaus Am Rupenhorn. Es wurde 1929/30 von Hans und Wassili Luckhardt und Alfons Anker erbaut und ist ein herausragendes Beispiel der Neuen Sachlichkeit und des Neuen Bauens in Berlin. Der Garten des Haus Langenscheidt wurde von Bodo Ebhardt für den Verleger Carl Langenscheidt entworfen. Anders als die repräsentativen Villen der Umgebung war das Sommerhaus am Wannsee als privates Refugium konzipiert. Hinter dem schmiedeeisernen Eingangstor laden historische Wege und alter Baumbestand mit Blick auf den Wannsee ein.

Berlins Welterbe erkunden

Vor wenigen Tagen wurden die sechs Welterbestätten der Siedlungen der Berliner Moderne um die Waldsiedlung Zehlendorf erweitert. Zahlreiche Veranstaltungen in der Waldsiedlung laden die Berlinerinnen und Berliner ein, das neue Welterbe intensiv zu erkunden: Private Eigentümerinnen und Eigentümer öffnen ihre Häuser und es gibt Führungen und Ausstellungen.
Auch in allen anderen Siedlungen der Berliner Moderne finden verschiedene Themenführungen statt.

Festival der Berliner Industriekultur

Der Tag des offenen Denkmals ist zugleich der Startpunkt für das Festival der Berliner Industriekultur. Vom 12. September bis 4. Oktober lädt das Festival ein, die Stadt aus einer neuen Perspektive zu entdecken – etwa am Walk of Fame in Schöneweide. Entlang der Wilhelminenhofstraße werden an verschiedenen künstlerischen Stationen große Erfindungen, berühmte Physiker oder bedeutende Start-ups vorgestellt, die mit den Industriebauten verbunden sind. Begleitend dazu gibt eine Ausstellung im Industriesalon Schöneweide vertiefende Einblicke in das einst bedeutende Gründerzentrum der Berliner Elektroindustrie. Im Natur Park Südgelände kann man bei silent.beats gemeinsam zwischen Industriearchitektur und Natur tanzen, im Straßenbahndepot Wendenschloßstraße mehr über historische Straßenbahnen der BVG erfahren und in Adlershof luftfahrttechnische Denkmale wie den Großen Windkanal entdecken. Alle weiteren Angebote finden sich unter den Stichworten „Industrie/Technik/Verkehr“ im Onlineprogramm.

Eine starke Gemeinschaft für Berlins Denkmale - Die Veranstaltenden

Der Tag des offenen Denkmals ist das größte gemeinschaftlich organisierte Kulturprojekt Berlins – von Berlinerinnen und Berlinern für Berlinerinnen und Berliner. Öffentliche Einrichtungen, Vereine und Initiativen, Kirchengemeinden und Stiftungen, Firmen und Wohnungsbaugesellschaften sowie viele private Denkmaleigentümerinnen und Denkmalfreunde zeigen gemeinsam und kostenfrei, wo für sie der Mehrwert ihres Denkmals liegt. „Nur ihr kontinuierliches Engagement und ihr unermüdlicher Einsatz machen es möglich, dass wir die reiche Geschichte und Kultur unserer Stadt an diesem Wochenende in besonderem Maße erleben können“, sagt Landeskonservator Prof. Dr. Christoph Rauhut.

Das gedruckte Programmheft

Das Landesdenkmalamt Berlin gibt ein umfangreiches, illustriertes Programmheft heraus, das kostenfrei im Alten Stadthaus ausliegt (Klosterstraße 47 in Berlin-Mitte, Mo–Fr, 8–18 Uhr). Die Adressen weiterer Auslagestellen finden Sie unter www.berlin.de/denkmaltag.

Die Veranstaltungen sind bis auf wenige Ausnahmen kostenfrei. Aufgrund der großen Nachfrage wird für Führungen häufig um rechtzeitige Anmeldung gebeten. Alle Details können der jeweiligen Programmankündigung entnommen werden.

Pressefotos

Pressefotos für die aktuelle Berichterstattung stehen unter www.berlin.de/denkmaltag im Pressebereich zur Verfügung.

Kontakt im Landesdenkmalamt Berlin

Nicole Hildebrandt, Tel. (030) 90259-3670, nicole.hildebrandt@lda.berlin.de