Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - 14.10.2026

U-Bahnhof Paulsternstrasse

Herzlich willkommen zu den Denkmal News!

Der Herbst ist da und bringt eine Fülle an interessanten Veranstaltungen. Von Berliner U-Bahn-Architektur bis zu japanischen Vasen aus aktuellen Grabungen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer es sich lieber auf dem Sofa gemütlich machen möchte, findet auf unserem YouTube-Kanal einen neuen Film zur Elektropolis Berlin oder kann die Podiumsdiskussion „Jung, aber Denkmal“ im Livestream verfolgen.

Eine interessante Lektüre wünscht das Landesdenkmalamt Berlin.

Neuer Film: Berlin unter Strom. Denkmale der Elektropolis

Berlin und Elektro: it’s a match! Doch nicht nur in musikalischer Hinsicht, auch in Sachen Architektur. Denn Berlin gilt als Wiege der Elektroindustrie, wurde früher in einem Atemzug mit Chicago genannt. Vor rund 100 Jahren bauten AEG und Siemens hier riesige Fabriken und machten Berlin zur größten Industriemetropole Europas. Kabel, Glühbirnen, Transformatoren – alles kam aus der Hauptstadt! Noch heute sind die Relikte dieser Zeit in fast jedem Berliner Stadtteil zu finden: Um- und Abspannwerke, die mit ihrer expressionistischen Backsteinarchitektur beeindrucken und für den Aufbruch in ein neues Zeitalter stehen. Begleiten Sie uns durch beeindruckende Hallen, das erste Fabrikhochhaus Europas und Lost Places, die 30 Jahre lang leer standen und bald wieder zum Leben erweckt werden!

Zum Film auf YouTube

Vortrag „L, M, S, XL. Denkmalpflege in Berlin“ (19. Oktober 2026, 18.15 Uhr)

Unter dem Titel „L, M, S, XL. Denkmalpflege in Berlin“ lädt Prof. Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor des Landesdenkmalamtes Berlin, zu seiner Antrittsvorlesung an der Technischen Universität Berlin ein. Sein Rufgebiet „Großstadtdenkmalpflege“ fokussiert auf das Spannungsfeld zwischen Denkmalpflege und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen einer Metropole wie Berlin. Im Anschluss an die Antrittsvorlesung besteht bei einem Umtrunk Gelegenheit zum Austausch.

Termin: 19. Oktober 2026, 18.15 Uhr
Ort: Technische Universität Berlin, Marchstraße 4, 10587 Berlin
Raum HL001, Gebäude Heizung und Lüftung (hinter dem Architekturgebäude)

Um Anmeldung an veranstaltungen@hbd.tu-berlin.de wird gebeten.

Jung, aber Denkmal: U-Bahn-Architektur (3. November 2026, 19.30 Uhr)

U-Bahnhof Paulsternstraße

Die U-Bahn durchzieht Berlin, verbindet dabei ganz unterschiedliche Epochen der Stadtentwicklung und macht so mehr als 130 Jahre Berliner Geschichte sichtbar. Davon erzählen auch die jüngeren Erweiterungen des Netzes: die farbenfrohen, von Pop-Art geprägten Bahnhöfe der U7 nach Spandau, die in der DDR entstandene Verlängerung der heutigen U5 vom Tierpark nach Hönow oder die neuen Stationen zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof. In der Podiumsdiskussion “Jung, aber Denkmal” am 3. November in der Urania nehmen Expertinnen und Experten aus Architektur, Denkmalpflege und Mobilität dieses besondere Berliner Erbe in den Blick. Diskutieren Sie mit, was die U-Bahn-Bauten erhaltenswert macht und wie sie fit für die Zukunft bleiben können.

Termin: 03. November 2026, 19.30 Uhr
Ort: Urania Berlin, Kleist-Saal, An der Urania 17, 10787 Berlin oder im Livestream

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung über das Ticketsystem der Urania Berlin ist erforderlich.

Weitere Informationen und Anmeldung

Denkmalpflege. MehrWert als du denkst

Wozu braucht man das ganze alte Zeug? Wie wär’s mit mehr Reichtum durch Kulturerbe? Diese und andere Fragen will die Wanderausstellung „Denkmalpflege. MehrWert als du denkst“ beantworten. Auf ihrer letzten Station in diesem Jahr ist sie vom 2. November bis 18. Dezember in der Albert-Einstein-Volkshochschule Schöneberg zu sehen. An ausgewählten Beispielen zeigt sie dort, welchen MehrWert für die Berliner Stadtgesellschaft denkmalgeschützte Bauten, Objekte und Gärten haben und lädt ein, eigene Werte in Denkmalen zu entdecken. An einer interaktiven Station können die Besucherinnen und Besucher ihre Gedanken und Ideen zum Thema unmittelbar in die Ausstellung einbringen.

Doch auch der Ausstellungsort lädt zum Entdecken ein. Die ehemalige Chamisso-Schule war die die erste höhere Töchterschule in Schöneberg. Ihr 1905-1908 errichtetes Gebäude am Barbarossaplatz bot Platz für 1.000 Schülerinnen und zählte vor dem Ersten Weltkrieg zu den am aufwendigsten gestalteten öffentlichen Gebäuden. Nach einer wechselvollen Nutzungsgeschichte ist sie heute erneut ein Lernort für Groß und Klein und wird neben der Albert-Einstein-Volkshochschule von der Grundschule am Barbarossaplatz genutzt.

Termin: 02. November – 18. Dezember 2026, Mo-Fr 8.30-21.00 Uhr, Sa-So 9.30-17.00 Uhr
Ort: Albert-Einstein-Volkshochschule, Barbarossaplatz 5, 10781 Berlin. 1. OG

Weitere Informationen zur Ausstellung

Internationale Tagung „Im Blick der Anderen. In the View of Others“ (6./7. November 2026)

Akademie der Künste im Hansaviertel

Am 06. und 07. November 2026 findet in der Akademie der Künste (Studio) die Internationale Tagung „Im Blick der Anderen. In the View of Others: Berlin The international Discourse on European Postwar Modernism“ statt. Im Fokus steht die mediale Rezeption der Nachkriegsmoderne in der Zeit des Kalten Krieges am Beispiel der blockübergreifenden Berichterstattung zur Karl-Marx-Allee (Ost-Berlin) sowie den Bauten der Interbau 1957 (West-Berlin). Die Tagung basiert auf einem vom Landesdenkmalamt Berlin geförderten Forschungsprojekt.

Termin: 06. November, 18.30–21.00 Uhr und 07. November 2026, 13.00–21.30 Uhr
Ort: Akademie der Künste (Studio), Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Anmeldung: Eine Anmeldung ist erforderlich und geschieht mit dem Ticketkauf.

Weitere Informationen und Ticketkauf auf der Website der Akademie der Künste

Internationale Tagung zu ungewöhnlichen Berliner Bodenfunden (11.-13. November 2026)

Japanische Satsumavase

Bei archäologischen Ausgrabungen in der Wilhelm-/Ecke Leipziger Straße wurden 2024 ungewöhnliche kulturgeschichtliche Objekte entdeckt. In der Verfüllung eines im Zweiten Krieg zerstörten Hauses fanden sich unter anderem ein gläserner Buddha sowie chinesische und japanische Keramiken aus dem 18./19. Jahrhundert. Erste Recherchen deuten auf einen ehemaligen Antiquitätenhandel für asiatische Kunstgegenstände hin, der bis 1943 in dem Gebäude ansässig war.

Wie kamen diese Kunstgegenstände nach Europa und in der NS–Zeit in den Besitz der Galerie? Diesen und weiteren Frage widmet sich die internationale Konferenz „Provenance and Asian Art: Sharing Stories, Building Connections“, welche vom National Museum of Asian Art des Smithsonian Instituts Washington, USA und den Staatlichen Museen zu Berlin/Stiftung Preußischer Kulturbesitz vom 11. bis 13.11.2026 in Berlin veranstaltet wird.

Im Rahmen der Konferenz werden die Funde erstmals in den Werkstattbereichen des Landesdenkmalamtes im PETRI Berlin präsentiert.

Termin: 11. November 2026, 10.00–20.00 Uhr und 12./13. November 2026, 10.00-18.00 Uhr
Ort: James-Simon-Galerie, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin

Weitere Informationen und Anmeldung

Termine 2026

19. Juni – 25. Oktober: Chodowiecki 300: Zwischen Kunst und Konfession.
Eine Ausstellung des Hugenottenmuseums Berlin, gefördert vom Landesdenkmalamt Berlin, der Akademie der Künste Berlin und der Französischen Kirche zu Berlin.

19. Oktober: „L, M, S, XL. Denkmalpflege in Berlin“, Antrittsvorlesung von Landeskonservator Prof. Dr. Christoph Rauhut, Fachgebiet Großstadtdenkmalpflege Technische Universität Berlin

02. November – 18. Dezember: Ausstellung „Denkmalpflege. MehrWert als du denkst“
Eine Ausstellung des Landesdenkmalamtes Berlin in Kooperation mit der Albert-Einstein-Volkshochschule Schöneberg

03. November: Jung, aber Denkmal: U-Bahn-Architektur

06. – 07. November: Tagung „Im Blick der Anderen. In the View of Others: Berlin – The international Discourse on European Postwar Modernism”

11. November: GartenForum Glienicke: Die Simonschen Anlagen in Seelow. Geschichte und Wiederherstellung

24. November: Tag der Berliner Archäologie

25. November: Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2026