Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - 18.06.2026

Verleihung des Studienpreises 2026 am 17.06.2026 im Vestibül des Bärensaals im Alten Stadthaus, vlnr: Landeskonservator Prof. Dr. Christoph Rauhut, die Preisträgerinnen und Preisträger Anna Schiel, Sophia Schapiro, Lina Roling, Fabian Matuschka, Lena Zoelle, Maik Kleiner sowie rechts im Bild Senatsbaudirektorin Prof. Petra Kahlfeldt

Landeskonservator Prof. Dr. Christoph Rauhut (li.) und Senatsbaudirektorin Prof. Petra Kahlfeldt (re.) mit den Preisträgerinnen und Preisträgern des diesjährigen Studienpreises am 17.06.2026

Herzlich willkommen zu den Denkmal News!

Sie interessieren sich für die Archäologie Berlins? In der aktuellen Ausgabe informieren wir über einen neu entdeckten mittelalterlichen Steinkeller auf dem Molkenmarkt, das Geburtstagswochenende und weitere Workshops im PETRI Berlin sowie neue Karten zur barocken Stadtbefestigung im Geoportal. Weitere Themen sind unsere Nachwuchsförderung, Veranstaltungen und aktuelle Veröffentlichungen.

Eine interessante Lektüre wünscht das Landesdenkmalamt Berlin.

Grabung Molkenmarkt – Einzigartiger Steinkeller aus dem Spätmittelalter freigelegt

Blick über das Feldsteinpflaster auf den Steinkeller

Am 10. Juni präsentierten Senator Christian Gaebler und Landeskonservator Prof. Dr. Christoph Rauhut gemeinsam mit dem Team der Molkenmarkt-Grabung erstmals einen neu entdeckten mittelalterlichen Steinkeller der Öffentlichkeit. Der Steinkeller diente möglicherweise als Kauf- und Handelskeller und gehörte zu einem bislang unbekannten, großen und repräsentativen Bauwerk des späten Mittelalters. Bemerkenswert ist neben seiner Größe die exponierte Lage des Gebäudes in unmittelbarer Nähe zum mittelalterlichen Rathaus und zum Hohen Haus, dem Sitz der askanischen Markgrafen. Unmittelbar angrenzend an das Gebäude wurde zudem ein mittelalterliches Feldsteinpflaster freigelegt. Ob dieses in einem baulichen und zeitlichen Zusammenhang mit dem Steinkeller beziehungsweise dem Gebäudekomplex steht, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

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Studienpreis 2026

Verleihung des Studienpreises 2026 im Vestibül des Bärensaales im Alten Stadthaus

Am 17. Juni fand die feierliche Preisverleihung des Studienpreises des Landesdenkmalamtes Berlin statt. In diesem Jahr wurden sechs Preisträgerinnen und Preisträger für Ihre Arbeiten mit Bezug zur Berliner Denkmallandschaft geehrt. Die Arbeiten zeichnen sich durch eine große Bandbreite von der Erfassung, bauforscherischen Untersuchung und denkmalpflegerischer Bewertung bis hin zu Nachnutzungskonzepten und Vermittlungsarbeit aus.

„Ich freue mich sehr über das große Interesse der Studierenden an der vielfältigen Berliner Denkmallandschaft. Die eingereichten Arbeiten zeigen, dass der denkmalgeschützte Bestand ein großes Potenzial für die zukünftige Stadtentwicklung hat. Denkmale bieten Anknüpfungspunkte, erzählen Geschichten und eröffnen neue, kreative Nutzungsmöglichkeiten“, sagt Senatsbaudirektorin Prof. Petra Kahlfeldt bei der Preisverleihung im Alten Stadthaus.

Was die Preisträgerinnen und Preisträger selbst zu ihren Arbeiten sagen, zeigen kurze Videos auf dem YouTube-Kanal des Landesdenkmalamtes.

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Grundriss der barocken Befestigung Berlins jetzt neu im Geoportal

Der Screenshot aus dem Geoportal Berlin zeigt die barocke Stadtbefestigung (Stand: 15. Juni 2026)

Das Landesdenkmalamt Berlin hat einen neuen Datenbestand zur barocken Befestigung Berlins im Geoportal Berlin veröffentlicht. Die Karte „Grundriss der barocken Befestigung (1658-1746)“ zeigt die Lage der Befestigung im heutigen Stadtgrundriss. Die Darstellung basiert auf historischen Karten, u.a. dem Plan aus den Lindholzschen Papieren (1658), dem La-Vigne Plan (1685) und der Darstellung der Stadtbefestigung des 17. Jahrhunderts im Straube-Plan (ca. 1920). Durch archäologische Ausgrabungen und baubegleitende Dokumentationen konnte der Verlauf an einigen Stellen präzisiert werden.

Die Karte kann im Geoportal über den Bereich Fachkarten/Gesellschaft oder über die Geodatensuche aufgerufen werden. Die Flächen und Linien sind separat zuschaltbar.

Zum Geoportal Berlin

Ein Jahr PETRI Berlin – großes Geburtstagswochenende am 27./28. Juni

Am Jubiläumswochenende mit kostenlosen Führungen das PETRI Berlin entdecken

Mit freiem Eintritt und einem bunten Programm feiert das PETRI Berlin seinen ersten Geburtstag. Werkstätten und Arbeitsbereiche öffnen ihre Türen, Studierende restaurieren Fundstücke live vor Publikum, Expertinnen und Experten berichten von aktuellen Forschungen, und zahlreiche Sonderführungen führen durch die Ausstellung, das Bodendenkmal unter dem Haus und den Archäologischen Pfad rund um den Petriplatz. Ein Pub Quiz-Format zur Berliner Stadtgeschichte lädt die Besuchenden zum Wissenstest ein. Eine Buttonwerkstatt und weitere Mitmachaktionen ergänzen das Rahmenprogramm.

Termin: 27./28. Juni, jeweils 10.00-18.00 Uhr
Ort: PETRI Berlin, Getraudenstraße 8, 10178 Berlin

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Entdecke die Archäologie … bei der Mini-Werkstatt Archäobotanik

Archäobotanikerin Michèle Dinies zeigt live am Mikroskop im PETRI, welche Pflanzenreste bei den Ausgrabungen am Berliner Molkenmarkt gefunden wurden.

Welche Pflanzen wuchsen in Berlin vor 300, 500, 800 Jahren oder noch früher? Was wurde angebaut, welches Obst haben die Menschen hier gegessen? Antworten liefern die Sedimente von Latrinen und anderen Abfallgruben, die seit drei Jahren am Molkenmarkt in Berlin-Mitte ausgegraben und erforscht werden. Am Werkstatttisch im PETRI Berlin zeigen Expertinnen der Archäobotanik, wie aus Sedimentproben Pflanzenreste gewonnen werden. Blickt mit ihnen durchs Mikroskop und erfahrt, wie Pflanzen bestimmt, gezählt und die Ergebnisse ausgewertet werden. Dabei könnt ihr euch auch selbst im Identifizieren versuchen.

Termin: 9. Juli, 14.00-16.00 Uhr
Ort: PETRI Berlin, Getraudenstraße 8, 10178 Berlin, Werkstatttisch vor der Restaurierungswerkstatt im 2. Stock

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Ausstellung „Chodowiecki 300: Zwischen Kunst und Konfession“

Das Hugenottenmuseum befindet sich im Französischen Dom am Gendarmenmarkt.

Daniel Chodowiecki (1726–1801) war nicht nur ein gefeierter Künstler, sondern auch tief in das hugenottische Familienleben und die Französische Kirche zu Berlin verwoben. Die Sonderausstellung zum 300. Geburtstag von Daniel Chodowiecki beleuchtet erstmals umfassend das spannungsreiche Verhältnis zwischen dem europaweit gefeierten Kunstschaffen des Aufklärers und seiner tiefen Verwurzelung in der hugenottischen Gemeinde Berlins. Gezeigt werden originale Handzeichnungen, Druckgrafiken, historische Bücher und Medaillen; ein kunstvoller Damenfächer veranschaulicht, wie Motive den Hugenottenmythos im Alltag prägten. Ergänzend ermöglichen Entwurfszeichnungen aus der Kunstsammlung der Akademie der Künste einen Blick hinter die Kulissen des großen Bildprogramms am Französischen Dom.
Die Ausstellung des Hugenottenmuseums Berlin ist Teil des internationalen Jubiläumsjahres Chodowiecki 300 und wird gefördert vom Landesdenkmalamt Berlin, der Akademie der Künste Berlin und der Französischen Kirche zu Berlin.

Termin: 19. Juni bis 25. Oktober 2026
Ort: Hugenottenmuseum, Gendarmenmarkt 5, 10117 Berlin

Weitere Informationen zur Ausstellung und den Öffnungszeiten finden Sie auf den Seiten des Hugenottenmuseums Berlin

GartenForum Glienicke: Mont Klamott. Die Trümmerberge im Volkspark Friedrichshain (01. Juli 2026, 18.00 Uhr)

Gesprengter Bunker im Volkspark Friedrichshain, 1949

Das größte Mahnmal für die Zerstörung Berlins im Zweiten Weltkrieg liegt im Verborgenen: eine künstliche Bergkette, bestehend aus Kriegstrümmern. Nach dem Krieg fielen in Berlin rund 75 Millionen Kubikmeter Schutt an, von denen etwa ein Drittel in fast 20 sogenannten Trümmerbergen aufgeschüttet wurde. So entstand ein neues topographisches Relief der Stadt. Durch ihre landschaftliche Gestaltung ist heute kaum noch sichtbar, dass diese Berge menschengemacht sind. Als Parks dienen sie der Erholung und Freizeit, zugleich verbergen sie unter ihrer Oberfläche die zerstörten Teile der Stadt.

Die Künstlerin Caroline Böttcher führt durch den Volkspark Friedrichshain mit seinen zwei Trümmerbergen. Die Tour widmet sich ihrer Geschichte, der Beseitigung von Kriegsarchitektur nach 1945, der Bedeutung der Grünflächen für Berlin und der Frage nach dem Denkmalwert der Trümmerberge.

Termin: 01. Juli 2026, 18.00 Uhr
Ort: Treffpunkt ist der Vorplatz vom Filmtheater Friedrichshain, Bötzowstraße 1-5, 10407 Berlin

Anmeldung per E-Mail an info@gartenforum-glienicke.de bis 26.06.2026

Weitere Informationen auf der Website des GartenForums Glienicke

Aktuelle Veröffentlichungen

Das Landesdenkmalamt Berlin hat einen neuen Leitfaden für Visualisierungen von Hochhausvorhaben im Rahmen der denkmalfachlichen Standortprüfung veröffentlicht. Der Leitfaden soll eine frühzeitige und fundierte Bewertung möglicher Auswirkungen geplanter Hochhäuser auf die Berliner Denkmallandschaft eröffnen und eine einheitliche Bewertungsgrundlage für Vorhabenträger und Denkmalbehörden schaffen. Er beschreibt die Anforderungen an aussagekräftige visuelle Darstellungen, die als Grundlage für die denkmalfachliche Prüfung von Hochhausstandorten dienen.

Zum Download des Leitfadens als barrierefreies PDF

LDA intern

Neu im LDA: Katja Golombiewski
Katja Golombiewski studierte Prähistorische Archäologie und anschließend Landschaftsarchäologie an der Freien Universität Berlin und der HTW Berlin. Im Jahr 2023 schloss sie ihren Master mit der Arbeit „Gab es einen ‚See von Olympia‘ – Versuch einer Rekonstruktion anhand sedimentologischer und archäologischer Stratigraphien im Südbereich“ ab. Von 2023 bis 2026 arbeitete sie als Vermesserin für das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum. Seit dem 1. Juni 2026 ist Katja Golombiewski wissenschaftliche Volontärin in der Abteilung Bodendenkmalpflege des Landesdenkmalamtes Berlin.

Termine 2026

19. Juni – 25. Oktober: Chodowiecki 300: Zwischen Kunst und Konfession.
Eine Ausstellung des Hugenottenmuseums Berlin, gefördert vom Landesdenkmalamt Berlin, der Akademie der Künste Berlin und der Französischen Kirche zu Berlin.

25. Juni: GartenForum Glienicke: Der Garten der Villa Liegnitz

01. Juli: GartenForum Glienicke: Mont Klamott

27. – 30. August: Das Festival: Waldsiedlung Zehlendorf

03. September: Köpenicker Güterbahnhof
Eine Kooperationsveranstaltung des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit, Museen Treptow-Köpenick und des Landesdenkmalamtes Berlin

12./13. September: Tag des offenen Denkmals

12. September – 04. Oktober: Festival der Berliner Industriekultur

09. Oktober: 14. Forum für Industriekultur und Gesellschaft

03. November: Jung, aber Denkmal

24. November: Tag der Berliner Archäologie

25. November: Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2026