Newsletter des Landesdenkmalamtes Berlin - 13.05.2026

Reihenhäuser in der Welterbesiedlung Am Falkenberg

Herzlich willkommen zu den Denkmal News!

In dieser Ausgabe erwarten Sie Einblicke in die Berliner UNESCO-Welterbestätten, spannende Veranstaltungen zur Archäologie und Gartendenkmalpflege sowie ein Ausblick auf das Festival 2026 in der Waldsiedlung Zehlendorf. Außerdem stellen wir eine neue Publikation vor und informieren über weitere aktuelle Termine, Projekte und digitale Angebote rund um das kulturelle Erbe Berlins.

Eine interessante Lektüre wünscht das Landesdenkmalamt Berlin.

UNESCO Welterbetag (7. Juni 2026)

UNESCO-Welterbestätten in Berlin

„Gemeinsam für Frieden und Verständigung“ lautet das Motto des UNESCO-Welterbetages am 7. Juni 2026. Alle 55 Welterbestätten in Deutschland bieten dazu ein vielfältiges Kulturprogramm und machen das breite bürgerschaftliche Engagement vor Ort sichtbar. Auch Berlin beteiligt sich wieder in den drei Welterbestätten. Zahlreiche Vereine und Initiativen locken mit spannenden Angeboten und einem umfangreichen Programm zu den „Schlössern und Parks von Potsdam und Berlin“, auf die „Museumsinsel“ und in die „Siedlungen der Berliner Moderne“. Das Landesdenkmalamt dankt all den engagierten Vereinen, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Initiativen und lädt herzlich ein, den Welterbetag zu besuchen.

Zum Programm

Entdecke die Archäologie … bei der Mini-Werkstatt Archäobotanik

Archäobotanikerin Michèle Dinies zeigt live am Mikroskop im PETRI Berlin, welche Pflanzenreste bei den Ausgrabungen am Berliner Molkenmarkt gefunden wurden.

Welche Pflanzen wuchsen in Berlin vor 300, 500, 800 Jahren oder noch früher? Was wurde angebaut, welches Obst haben die Menschen hier gegessen? Antworten liefern die Sedimente von Latrinen und anderen Abfallgruben, die seit drei Jahren am Molkenmarkt in Berlin-Mitte ausgegraben und erforscht werden. Am Werkstatttisch im PETRI Berlin zeigen Expertinnen der Archäobotanik, wie aus Sedimentproben Pflanzenreste gewonnen werden. Blickt mit ihnen durchs Mikroskop und erfahrt, wie Pflanzen bestimmt, gezählt und die Ergebnisse ausgewertet werden. Dabei könnt ihr euch auch selbst im Identifizieren versuchen.
Los geht es am 26. Mai mit Samen und Früchten. Bei einem zweiten Termin am 9. Juli nehmen wir Pollen in den Blick und stoßen dabei auch auf Eier des Peitschenwurms. Kommt einfach vorbei, ohne Anmeldung und jederzeit!

Termin: Dienstag, 26. Mai und 9. Juli, jeweils 14.00-16.00 Uhr
Ort: PETRI Berlin, Getraudenstraße 8, 10178 Berlin, Werkstatttisch vor der Restaurierungswerkstatt im 2. Stock

Weitere Informationen

Ausstellung „Denkmalpflege. MehrWert als Du denkst“

Unter dem Motto „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ feiert das denkmalgeschützte Paul Gerhardt Stift am 7. Juni sein 150-jähriges Bestehen mit einem vielfältigen Programm. Auch die Wanderausstellung „Denkmalpflege. MehrWert als du denkst“ ist anlässlich des Jubiläumsfests im Fliedner Saal des Stifts zu sehen.
Die Ausstellung zeigt, welchen MehrWert für die Berliner Stadtgesellschaft denkmalgeschützte Bauten, Objekte und Gärten haben. Die ausgewählten Beispiele sollen Impulse geben, eigene Werte in Denkmalen zu entdecken. An einer interaktiven Station können die Besucherinnen und Besucher ihre Gedanken und Ideen zum Thema unmittelbar in die Ausstellung einbringen.

Termin: 06. Juni 2026, 09.30-16.30 Uhr und 07. Juni 2026, 10.00-18.30 Uhr
Ort: Paul Gerhardt Stift, Fliedner Saal, Müllerstraße 56-58, 13349 Berlin

Weitere Informationen zur Ausstellung

GartenForum Glienicke: Der Garten der Villa Liegnitz – Geschichte und Wiederherstellung (25. Juni 2026, 18.00 Uhr)

Blick von der Villa Liegnitz in den Garten und zum Stibadium

Der etwa ein Hektar große Garten der Villa Liegnitz entstand durch Zusammenziehung verschiedener Einzelgrundstücke und hat zwei wesentliche Gestaltungsperioden erfahren: ab 1841 mit der Schaffung eines landschaftlichen Gartens durch Peter Joseph Lenné und ab 1880 mit der Überformung in einen formalen historisierenden Garten durch Emil Sello. Trotz Vereinfachungen und teilweiser Veränderungen hat sich diese Gestaltung bis 1945 im Wesentlichen erhalten. Drei Vorträge und eine anschließende Führung durch den Garten der Villa Liegnitz zeigen die wechselvolle Geschichte der innerhalb der Stiftungsgärten einzigartigen Anlage und die aufwändige Wiederherstellung seit 2013. Hierbei werden auch Einblicke in die Restaurierung des Stibadiums gegeben.

Termin: 25. Juni 2026, 18.00 Uhr
Ort: Die Vorträge finden im Friedenssaal statt – Schopenhauerstraße 23, 14467 Potsdam. Treffpunkt für die anschließende Führung ist Lennéstraße 7a, 14469 Potsdam.

Anmeldung per E-Mail an info@gartenforum-glienicke.de bis 18.06.2026

Weitere Informationen auf der Website des GartenForums Glienicke

Save the date: Das Festival 2026 – 100 Jahre Grundsteinlegung Waldsiedlung Zehlendorf (27.-30. August 2026)

Geschossbau von Bruno Taut im südlichen Bauabschnitt der Waldsiedlung

Das Festival zu den Siedlungen der Berliner Moderne findet in diesem Jahr in der Waldsiedlung Zehlendorf statt. Anlass ist das 100-jährige Jubiläum ihrer Grundsteinlegung. Veranstaltet wird das Festival vom Landesdenkmalamt Berlin in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort wie Vereinen, Unternehmen und Kirchengemeinden.

Die Waldsiedlung Zehlendorf zählt zu den bedeutenden Zeugnissen der klassischen Moderne und steht – wie das UNESCO-Welterbe „Siedlungen der Berliner Moderne“ – für den sozialreformerischen Wohnungsbau der Weimarer Republik. Mit dem Ideal von „Licht, Luft und Sonne“ verkörpert sie bis heute innovatives, naturnahes Wohnen. Das Festival würdigt dieses einzigartige Ensemble und schafft Begegnungsräume für Fachpublikum, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Interessierte. Geplant sind Fachvorträge, Ausstellungen, interaktive Formate und ein kulturelles Rahmenprogramm. Der Gedanke der Gemeinschaft, der den Siedlungen zugrunde liegt, wird dabei in die Gegenwart und Zukunft getragen.

Termin: 27. bis 30. August 2026
Ort: verschiedene Orte in der Waldsiedlung Zehlendorf

Einladung und Programm folgen in Kürze.

Deutscher Städtebaupreis 2027

Seit 45 Jahren setzt der Deutsche Städtebaupreis Maßstäbe für innovative und nachhaltige Stadtplanung. Ausgelobt von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) und gefördert durch die Wüstenrot Stiftung, prämiert der mit insgesamt 25.000 € dotierte Preis herausragende Projekte, die unsere Städte und Gemeinden zukunftsweisend gestalten. Bewertet werden unter anderem die Gestaltung des öffentlichen Raums, der ressourcenschonende Umgang mit Flächen sowie die Anpassung an zeitgemäße Lebensformen.
Die Teilnahme bietet eine hervorragende Gelegenheit, Projekte einem breiten Fachpublikum vorzustellen, sich mit Expertinnen und Experten auszutauschen und neue Impulse für die zukünftige Stadtentwicklung zu setzen. Das Landesdenkmalamt Berlin möchte besonders Denkmalprojekte motivieren, sich um den Preis zu bewerben.

Bewerbungen können ab sofort bis einschließlich 30. September 2026 eingereicht werden.

Weitere Informationen und Anmeldung Ihres Projektes

Aufzeichnung Jung, aber Denkmal: DDR-Kirchen – jetzt auf YouTube

Kirche Maria, Königin des Friedens in Biesdorf

Am 5. Mai 2026 beschäftigte sich die Veranstaltungsreihe „Jung, aber Denkmal“ mit den neu in die Denkmalliste aufgenommenen sogenannten Limex-Kirchen. Im Rahmen eines „Valuta-Sonderbauprogramms“ wurden in der DDR landesweit neue Kirchengebäude und Pfarrzentren errichtet – finanziert durch die bundesdeutschen Kirchen. Für die DDR brachte dies dringend benötigte Devisen, und sie konnte zugleich ihr Verhältnis zu den Kirchen verbessern.
In der Diskussionsrunde spüren Expertinnen und Experten aus den Bereichen Architektur, Stadtentwicklung, Geschichte und Denkmalpflege sowie Vertreter der beiden Kirchen diesem besonderen Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte nach. Sie werfen einen Blick auf die Rolle der Kirchen in der DDR und fragen, wie die Bauten heute genutzt werden.
Wer die Veranstaltung verpasst hat, findet die Aufzeichnung auf dem YouTube-Kanal des Landesdenkmalamtes Berlin.

Zum YouTube-Kanal des Landesdenkmalamtes

Aktuelle Veröffentlichungen: Walter Rossow (1920-1992). Leben und Werk

Mit der Neuerscheinung „Walter Rossow (1920–1992). Leben und Werk“ von Sarah Wiesner legt das Landesdenkmalamt Berlin erstmals einen umfassenden chronologischen Überblick über das Schaffen eines der bedeutendsten Landschaftsarchitekten der jungen Bundesrepublik vor. Die Publikation würdigt Rossow als prägenden Gestalter des Wiederaufbaus, Vordenker moderner Landschaftsplanung und engagierten „Anwalt der Landschaft“. Im Rahmen des GartenForums Glienicke wurde die Publikation am 20. April 2026 in der ausgebuchten Hansabibliothek vorgestellt.

Sarah Wiesner
Walter Rossow (1910–1992). Leben und Werk
Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin 63
Hardcover, 456 Seiten mit 255 Abbildungen
Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 2026
ISBN 978-3-87437-651-8
€ 69,95
Direkt bestellen beim Anton H. Konrad Verlag

Termine 2026

28./29. Mai: Glokal. Flughäfen und die Verflechtung Berlin-Brandenburgs mit der Welt
Eine Veranstaltung der Historischen Kommission zu Berlin e.V. in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin u.a.

07. Juni: UNESCO-Welterbetag

17. Juni: Verleihung des Studienpreises 2026

25. Juni: GartenForum Glienicke: Der Garten der Villa Liegnitz

27.-30. August: Das Festival: Waldsiedlung Zehlendorf

12./13. September: Tag des offenen Denkmals

12. September – 04. Oktober: Festival der Berliner Industriekultur

09. Oktober: 14. Forum für Industriekultur und Gesellschaft

03. November: Jung, aber Denkmal

24. November: Tag der Berliner Archäologie

25. November: Verleihung des Berliner Denkmalpreises 2026