Kurzmeldung vom 14.07.2026
Architektur. Gemeinschaft. Erleben.
Vor 100 Jahren wurde der Grundstein für die Waldsiedlung Zehlendorf gelegt. Zwischen 1926 und 1931 schufen die Stararchitekten Bruno Taut, Otto Rudolph Salvisberg und Hugo Häring mit diesem Quartier ein weltweit beachtetes Vorzeigeprojekt des sozialen Wohnungsbaus. Ihr revolutionäres Leitmotiv „Licht, Luft und Sonne“ brachte mit bunten Fenstern, Balkonen und Gärten eine radikal neue Lebensqualität nach Berlin.
Ermöglicht wurde das visionäre Projekt durch Baudirektor Martin Wagner in enger Zusammenarbeit mit dem Initiator und Bauunternehmer Adolf Sommerfeld. Er erwarb das Gelände und veräußerte es schrittweise an die GEHAG, die hier erstmals Einfamilienhäuser direkt zum Kauf anbot. Sommerfeld trieb auch die moderne Infrastruktur voran – inklusive eines eigenen U-Bahn-Anschlusses ab 1929 und einer sensationell neuartigen Ladenstraße. Dank der kreativen Gartenplanung von Martha Willings-Göhre und Leberecht Migge schmiegt sich die Großwohnungssiedlung bis heute perfekt in die Landschaft des Grunewalds ein.
Das Festival feiert die Schönheit, die Farbigkeit und die Heiterkeit dieses einzigartigen Ensembles. Das facettenreiche Programm für alle Generationen lädt an Originalschauplätzen zum Entdecken ein – ob unter freiem Himmel oder in Räumen der Siedlung. Musikerinnen, Expertinnen, Bewohnende und Gäste kommen zusammen und füllen die Architektur mit Leben. In Konzerten, Workshops, Freiluftkino, Salons oder Führungen wird spürbar, wie im gelebten Miteinander eine neue gesellschaftliche Kraft entsteht – damals, heute und wegweisend für die Zukunft.
Veranstaltet wird das Festival vom Landesdenkmalamt Berlin in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern vor Ort.