Mehr Corona-Fälle: Schülervertreter und Pädagogen in Sorge

Mehr Corona-Fälle: Schülervertreter und Pädagogen in Sorge

Die auch in den Schulen wieder gestiegenen Corona-Infektionszahlen machen Schülervertretern in Brandenburg Sorgen. «Schwierig ist, wenn es jetzt draußen kalt ist. Dann tummeln sich die Schüler wieder mehr in den Räumen», sagte Vertreterin Katharina Swinka. Das werde sich auf den Unterricht auswirken, auch weil wieder mehr Lehrkräfte infiziert seien. Sie hoffe, dass die Schulen aus den vergangenen Monaten der Pandemie gelernt und bei den eigenen Hygienekonzepten nachgesteuert hätten.

Corona-Test

© dpa

Ein Arzt macht einen Abstrich für einen Corona-Test.

Entsprechend der rasant steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen gibt es auch an den Schulen im Land deutlich mehr Corona-Fälle. Nach Angaben des Bildungsministeriums vom Freitag lag die Zahl der positiv getesteten Schülerinnen und Schüler bei 1267 (Stand: 4.11.). In der Vorwoche waren es mit 557 positiv getesteten Schülern weniger als die Hälfte. Bei den Lehrkräften waren es mit 124 Infizierten gut doppelt so viele wie in der Vorwoche, als 56 positiv Getestete gemeldet waren.
Schwierig sieht sie, dass vor allem viele jüngere Schüler an weiterführenden Schulen nicht geimpft seien. Die Gespräche mit Eltern dazu könnten die Schulen nicht leisten. Sie schlug Familienimpftage vor, die sich in Kommunen schon bewährt hätten. Das sei eine Alternative, um Jugendliche und Eltern zu erreichen.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder ab 12 Jahren ausgesprochen. Zugelassen sind die Impfstoffe von Biontech und Moderna.
Auch der Brandenburger Pädagogenverband (BPV) blickt angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie mit Sorge auf die kühlere Jahreszeit. «Das wird ein harter Winter», sagte Präsident Hartmut Stäker. Die Ständige Impfkommission kritisierte er für ihre unklaren Empfehlungen, was das Impfen von Kindern angehe. Das verunsichere Eltern und Schüler. Er appellierte, die Teststrategie an den Schulen fortzusetzen. Das stehe allerdings konträr dazu, wie die Lage sich außerhalb der Schulen darstelle. Stäker befürchtet deshalb, dass die Infektionszahlen in den Einrichtungen weiter ansteigen - egal, wie politisch über die pandemische Lage entschieden werde und was das für Maßnahmen nach sich ziehe.
Schülervertreterin Swinka sieht angesichts der Pandemie noch ein anderes Problem. Lernende, die vor dem Abitur stünden seien derzeit klar überlastet. «Wir sind ausgeburnt», sagte die 19-Jährige. Es sei nach der langen Zeit des Online-Unterrichts und Selbststudiums sehr viel Lernstoff aufzuholen. Sie sehe mit Sorge, dass das von den vor Prüfungen Stehenden kaum zu leisten sei. «Man muss jetzt alles daran setzen, den Schülern nicht noch mehr aufzubürden sondern sie zu entlasten.»
Stäker berichtete, dass die Schulen die Unterstützung des Landes für die Schulen zum Aufholen von Lerndefiziten gut angenommen hätten. Was die einzelnen Einrichtungen genau für Projekte durchführten, darüber hatte er zunächst keinen Überblick.
Das Programm «Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche» des Bildungsministeriums soll beim Abbau fachlicher Defizite und im sozialen Miteinander unterstützen. Dafür stehen nach Angaben des Bildungsministeriums in den kommenden zwei Jahren insgesamt 68,7 Millionen Euro zur Verfügung, der Bund beteiligt sich demnach mit 38,7 Millionen Euro. In dem Programm sind unter anderem ergänzende Lernangebote, individuelle Lernbegleitung und schulergänzende Förderangebote enthalten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 5. November 2021 18:59 Uhr

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