Geldstrafe für Lehrer mit rechtsextremen Tattoos

Geldstrafe für Lehrer mit rechtsextremen Tattoos

Er zeigte rechtsextreme Tattoos vor Schülern - dafür ist jetzt ein Lehrer aus Oranienburg (Oberhavel) vom Landgericht Neuruppin zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der 38-Jährige muss 4500 Euro zahlen - das Gericht verurteilte den Mann am Montag zu 90 Tagessätzen in Höhe von 50 Euro, wie Sprecherin Iris le Claire am Dienstag auf Nachfrage bestätigte (Az.: 14 Ns 102/20). Der Mann wurde im Berufungsprozess wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen schuldig gesprochen. Zunächst hatte die «Märkische Allgemeine» berichtet.

Justitia

© dpa

Die Statue Justitia.

Der 38-Jährige war im Juli 2018 auf einem Schulfest am Bernsteinsee (Barnim) als Schiedsrichter im Einsatz. Als er sein T-Shirt auszog, kamen der Wahlspruch der SS, «Meine Ehre heißt Treue», sowie andere rechte Tattoos zum Vorschein. Ein Zeuge fotografierte den Mann inklusive seiner Tätowierungen. Die Hennigsdorfer Oberschule, wo er beschäftigt war, kündigte dem Lehrer daraufhin.
Das Amtsgericht Oranienburg verurteilte den Angeklagten im Oktober 2020 zu drei Monaten Haft auf Bewährung. Gegen die Strafe legte er Berufung ein. Das Landgericht befand nun, dass die kurze Freiheitsstrafe nicht gerechtfertigt sei. Nach dem Gesetz ist eine Freiheitsstrafe unter sechs Monaten nur in Ausnahmen zulässig.
Solche lagen hier nach Ansicht des Gerichts nicht vor, wie le Claire erläuterte. Außerdem habe der Mann seine Tattoos nun so verändert, dass diese nicht mehr strafbar seien. Das war beim Prozess vor dem Amtsgericht noch anders. Der 38-Jährige selbst hatte im Prozess bestritten, eine rechte Gesinnung zu haben. Er begründete die Körperbemalung damit, dass er sich für Wikinger und Germanen interessierte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 4. Mai 2021 16:45 Uhr

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