Vor Schulöffnungen: Land stellt mehr Selbsttests bereit

Vor Schulöffnungen: Land stellt mehr Selbsttests bereit

Nach den Grundschulen öffnen am kommenden Montag (15. März 2021) in Brandenburg auch die weiterführenden Schulen für den Wechselunterricht. Das Land will zu Beginn mehr Corona-Schnelltests als Selbsttests anbieten.

Corona-Schnelltest

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Der Haushaltsausschuss des Landtags beschloss am Dienstag mehrheitlich die Ausweitung der Testmöglichkeiten an den Einrichtungen. Das Angebot: Sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler sollen sich einmal pro Woche an Schulen selbst testen können. «Das ist uns ein Anliegen, um den Schutz an den Schulen auszuweiten, aber es ist auch eine Umsetzung des MPK-Beschlusses», sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) im Haushaltsausschuss. Das kostenlose Angebot des Landes soll bis zum Ende des laufenden Schuljahres (24. Juni) gelten. Dafür will das Land einen Maximalbetrag von insgesamt 28,3 Millionen Euro bereitstellen. Die Kosten werden aus dem Rettungsschirm 2021 des Landes getragen.

300 000 Selbsttests in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro

Ein erster Auftrag für knapp 300 000 Selbsttests in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro sei bereits an die Firma Roche erteilt worden, die ein schnelles Angebot gemacht habe, berichtete Ministerin Ernst. Damit könne die erste Woche abgedeckt werden. Die Tests sollen noch diese Woche an einen zentralen Ort in Brandenburg geliefert und dann an die Schulen verteilt werden, damit sie zu Schulbeginn zur Verfügung stünden. Weitere Aufträge an andere Firmen zur Lieferung von mehr Schnelltests sollen zeitnah vergeben werden. Finanzministerin Katrin Lange (SPD) sagte, es handele sich um eine außerplanmäßige Ausgabe. Eile sei geboten, um damit schnell in den Schulbetrieb einsteigen zu können. Noch sei nicht klar, wie das Angebot der Schnelltests angenommen werde. Das Bildungsministerium solle dem Finanzministerium monatlich darüber berichten.
Bereits seit Herbst 2020 können sich alle Lehrkräfte an Schulen in Brandenburg kostenlos bei Hausärzten testen lassen. Das Land hat dazu eine Vereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) getroffen. Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe werden seit Anfang Februar 2021 zweimal wöchentlich Schnell- und Selbsttests finanziell vom Land gefördert.
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GEW und Hauptpersonalrat fordern Ausweitung der Impfangebote

Vor der Wiederöffnung der Schulen kommt scharfe Kritik von der Lehrergewerkschaft GEW und dem Hauptpersonalrat. Sie fordern eine Ausweitung der Impfangebote für Lehrkräfte. «Weder erhalten alle Lehrkräfte ein Impfangebot, noch sind die Regelungen zur regelmäßigen freiwilligen Testung in den Schulen vorhanden», sagte GEW-Chef Günther Fuchs am Dienstag. Es sei ein politischer Skandal, dass es noch immer kein verlässliches Testkonzept für die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler gebe. Sollte die Impf- und Teststrategie vor der Ausweitung der Unterrichtsangebote nicht entsprechend angepasst werden, handele das Bildungsministerium «grob fahrlässig».
Das Impfangebot für die Lehrkräfte sei eine «unverzichtbare Voraussetzung für die weitere Öffnung der Schulen durch Wechselmodelle», sagte Fuchs weiter. Ohne die Möglichkeit, sich durch eine Impfung vor einer Infektion schützen zu können, bestehe für die Lehrer ein deutlich erhöhtes Gesundheitsrisiko. «Jedem muss klar sein, dass dies ein Spiel mit dem Feuer ist und somit leichtfertig mit der Gesundheit der betroffenen Lehrkräfte umgegangen wird.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 10. März 2021 08:55 Uhr

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