Brandenburg lässt wieder mehr Fans in die Fußballstadien

Brandenburg lässt wieder mehr Fans in die Fußballstadien

In großen Stadien und Hallen erlaubt Brandenburg wieder mehr als 1000 Fans - zum Beispiel beim Fußball. Das rot-schwarz-grüne Kabinett entschied am Dienstag in Potsdam, dass bei einer Kapazität von mehr als 5000 Plätzen ein Fünftel belegt werden darf - also mit mehr als 1000 Zuschauern. «Das Ganze ist aber flankiert von ganz klaren Auflagen», sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Ein strenges Hygienekonzept müsse vorliegen, die Hygieneregeln und der Mindestabstand von 1,5 Metern müssten eingehalten werden, die Tickets seien persönlich mit festem Platz. Und: Es gilt ein absolutes Alkoholverbot. Die Regelung sollte noch am Dienstag in Kraft gesetzt werden.

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Ein Ball geht ins Netz.

«Natürlich freuen wir uns auch, wenn jetzt wieder mehr Fans auch mal in ein Stadion gehen können», sagte Nonnemacher. Sie hoffe «sehr inständig, dass die Regeln eingehalten werden» und nicht die falschen Bilder «von irgendwelchen Verbrüderungen auf der Tribüne» zu sehen seien.
Die Länder hatten sich in der vergangenen Woche auf eine flächendeckende Fan-Rückkehr in Stadien und Hallen mit einer Auslastung von 20 Prozent geeinigt, zunächst als Testphase von sechs Wochen. Nonnemacher sagte, wenn der Test vorbei sei und die Infektionslage das hergebe, könnten auch Rückschlüsse auf andere Veranstaltungen gezogen werden.
Die Regelung dürfte nicht für viele Stadien oder Hallen in Brandenburg gelten. Das Stadion der Freundschaft in Cottbus fasst zum Beispiel nach Angaben von Energie Cottbus 22 528 Plätze, ein Fünftel wären rund 4500 Zuschauer. Das Karl-Liebknecht-Stadion, in dem Bundesligist Turbine Potsdam und Regionalligist SV Babelsberg 03 spielen, hat fast 10 800 Zuschauerplätze, ein Fünftel wären über 2100.
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Die Sport-Großveranstaltungen dürften nur stattfinden, wenn es in der Stadt oder Region nicht mehr als 35 neue Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen gebe, sagte die Ministerin. Der höchste Wert für Brandenburg lag zuletzt im Landkreis Elbe-Elster bei 7,8. Die Zahl neuer Corona-Infektionen stieg landesweit wieder stärker - um 23 Fälle. Nonnemacher sprach aber von einer immer noch «sehr stabilen Situation» in Brandenburg.
Die Ministerin zeigte sich besorgt über den Anstieg an Corona-Infektionen in anderen europäischen Ländern - und über die Situation im Nachbarland. «Wir sehen jetzt gerade in Berlin, dass in den innerstädtischen Bezirken da auch die Infektionsraten wirklich besorgniserregend ansteigen», sagte sie.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 22. September 2020 17:29 Uhr

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