Ostdeutsche Wirtschaft: Corona auch eine Chance

Ostdeutsche Wirtschaft: Corona auch eine Chance

Corona als Chance auch für den Mittelstand in Ostdeutschland: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ist optimistisch, dass die Wirtschaft in den neuen Bundesländern gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. «Corona ist derzeit eine der größten Herausforderungen», sagte Altmaier am Dienstag in Bad Saarow in Brandenburg auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum. Seit dem Wochenende kamen rund 120 Unternehmer und Manager mittelständischer Firmen aus den neuen Bundesländern mit Politikern und Wirtschaftsexperten zusammen. Das Motto: «Mut zum Vorsprung – wie wir gemeinsam die Krise meistern».

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

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Peter Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister.

Aus Sicht von Altmaier bringt die Krise auch neue Ideen und Geschäftsmöglichkeiten hervor. «Es kann auch Neues entstehen, so Technologien, die mit Klima- und Umweltschutz zu tun haben», betonte der Bundesminister. Niemand solle sein Geschäft nur aufgrund der Krise aufgeben müssen. Finanzielle Hilfen seien deshalb angeboten worden.
Er sei überzeugt, dass die ostdeutsche Wirtschaft künftig besser dastehen werde als vor der Krise. Eine besondere Wirkung werde dabei das Kohleausstiegsgesetz haben, sagte Altmaier.
Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) forderte die Bundesregierung auf, Ostdeutschland bei wichtigen Standortentscheidungen nicht mehr zu benachteiligen. Zuletzt sei das bei der Batterieforschungsfabrik der Fall gewesen, die trotz ostdeutscher Bewerbungen nach Nordrhein-Westfalen gegangen sei, sagte Tiefensee. Eine gezielte Unterstützung des Bundes erwarte er künftig auch beim Ausbau der ostdeutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie des 5G-Mobilfunknetzes. Zudem müsste die Investitionskraft der Kommunen gestärkt werden, sagte Tiefensee.
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Der Dresdner Wirtschaftsforscher Joachim Ragnitz hielt den neuen Ländern auf dem Wirtschaftsforum eine «erschreckende Einfallslosigkeit» bei der Gestaltung des Strukturwandels vor. Gerade die Verwendung der mit gutem Recht eingeforderten Kompensationszahlungen für ihre Braunkohleregionen zeige, dass es eher an guten Ideen zur Gestaltung des Strukturwandels als an finanziellen Mitteln fehle, sagte Ragnitz, stellvertretender Leiter der Dresdner Niederlassung des Ifo Instituts. Die regionalen Akteure arbeiteten mit den Mitteln des Bundes nur ihre «Wunschzettel» ab.
«Weder neue Radwege noch hübsch sanierte Museen werden dazu beitragen, Unternehmen in die Region zu locken», sagte Ragnitz. Die Ansiedlung neuer Unternehmen und Branchen oder die Unterstützung von als besonders zukunftsträchtig angesehener Technologieentwicklungen könnten den Strukturwandel unterstützen, dürften aber auch nicht überschätzt werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 22. September 2020 14:54 Uhr

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