Heißester Tag des Jahres in Brandenburg

Heißester Tag des Jahres in Brandenburg

In Brandenburg kamen Menschen am Wochenende ordentlich ins Schwitzen: Mit Temperaturen über 36 Grad wurde am Samstag der bislang heißeste Tag dieses Jahres im Bundesland gemessen. Am heißesten wurde es im Süden des Landes, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag mitteilte: Am Fliegerhorst Holzdorf an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt wurden 36,6 Grad gemessen.

Hitze in Brandenburg

© dpa

Vier Kinder springen von einem Steg in das Wasser des Trepliner Sees.

Wusterwitz (Potsdam-Mittelmark) kam demnach auf 36,1 Grad und im Ortsteil Langenlipsdorf in der Gemeinde Niedergörsdorf (Teltow-Fläming) zeigte die Messstation 36,0 Grad. Zum Vergleich: Im Vorjahr war es nach Angabe der Meteorologen bereits Ende Juni sehr heiß. Am 26. Juni 2019 betrug die Höchsttemperatur an der Station Coschen nahe Neißemünde (Oder-Spree) 38,6 Grad.
Die hohen Temperaturen lockten viele Besucher an die Badeseen. Das Seebad Prenzlau (Uckermark) musste am Samstagmittag seine Türen vorübergehend schließen - laut dem Hygienekonzept des Bades ist derzeit nach dem 365. Besucher Einlassstopp. «Das erlebe ich zum ersten Mal in 30 Jahren», sagte Seebadleiter Ronny Klein. Am Sonntag lief es unerwartet etwas ruhiger ab. «Wir haben noch Kapazitäten», sagte Klein kurz nach Mittag.
Die Gäste hielten sich an den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50 Metern, zumindest am Strand. «Im Wasser ist das schon schwieriger.» Das Bad begrüßt zu normalen Zeiten 700 bis 900 Gäste am Tag.
Auch am Waldbad Templin im Potsdamer Süden wurde es bei heißen Temperaturen und viel Sonne voll. Das Bad begrenzte die Zahl der Gäste, die sich dort gleichzeitig aufhalten dürfen, auf 960 Besucher. Tickets konnten nur online gekauft werden, sagte Rettungsschwimmerin Samar Shafaee. Wer spontan ein Ticket an der Kasse kaufen wollte, hatte Pech.
In den brandenburgischen Tierparks und Zoos waren die schattigen Plätzchen am Samstag gut belegt: Ihre Bewohner flüchteten - wie viele Menschen - vor der Sonne. «Sie beklagen sich nicht, suchen sich einen schattigen Ort und bewegen sich nicht viel», berichtete Zooinspektor Lutz Robel vom Tierpark Cottbus. Der Park habe für feuchte Stellen auf dem Boden gesorgt, wo sich die Tiere etwas abkühlen könnten.
Im Wildpark Johannismühle in Baruth/Mark (Teltow-Fläming) zeigte man sich froh, dass mittlerweile der Brunnen in der Mitte der Anlage fertiggestellt ist, wie Geschäftsführer Jan Tayeb sagte. Pfleger füllten die Becken in den Gehegen bei Hitze drei Mal mit Wasser und damit ein Mal mehr als üblich. Besucher müssten allerdings etwas Zeit mitbringen, um die Tiere auch an ihren schattigen Plätzen zu finden.
Auch im kleinen Streichelzoo am Landhotel Burg (Spreewald) mieden Esel, Ziegen, Gänse und Ponys die direkte Sonne. Trotz der hohen Temperaturen kämen Besucher, um die Tiere aus nächster Nähe zu betrachten, erzählte eine Mitarbeiterin. Die Tiere ließen sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen und blieben einfach, wo sie sind.
In Brandenburg ist es am Samstag und in der Nacht zum Sonntag zu mehreren kleineren Waldbränden gekommen. In Jüterbog (Teltow-Fläming) brannten am Samstagabend jeweils 200 Quadratmeter Waldboden am Kapellenberg und im Neuheimer Weg, wie die Polizeidirektion West am Sonntag mitteilte. Da die Brandmeldetürme früh Alarm schlugen und die Feuerwehr schnell mit der Arbeit begann, konnten die Brände zügig gelöscht werden, wie es hieß.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

Tipp: Urlaub in Brandenburg

Ausflugsziele, besondere Landschaften und Orte in Brandenburg plus Seen, Radtouren, Wanderungen, Ziele für Familien, Unterkünfte und mehr

Am Sonntag galt, wie auch am Vortag, in 9 von 14 Landkreisen die höchste Waldbrandgefahr, wie das Umweltministerium auf seiner Internetseite mitteilte. In den übrigen fünf Kreisen, darunter die Uckermark und Spree-Neiße, galt die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe. Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragen des Landes, Raimund Engel, brannten in der Nacht zu Sonntag 50 Quadratmeter Wald in Cottbus, 100 Quadratmeter Waldfläche hinter einem Sportplatz in Rückersdorf und rund 1000 Quadratmeter in Schlieben (beides Elbe-Elster).
Auch in den kommenden Tagen soll es heiß bleiben. Zwar nehmen die Temperaturen ab Samstag fast täglich um etwa ein bis zwei Grad ab. Werte unter 30 Grad soll es laut DWD aber erst am kommenden Wochenende geben. Die Waldbrandgefahr bleibt damit weiter hoch bis sehr hoch. Für den Montag rechneten die Meteorologen mit örtlichen Hitzegewittern. Diese könnten auch schon am Sonntag und in der zweiten Nachthälfte zum Montag auftreten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 9. August 2020 15:09 Uhr

Weitere Meldungen