Brandenburger AfD will Haushaltstag zurück als Familientag

Brandenburger AfD will Haushaltstag zurück als Familientag

Der Haushaltstag zu DDR-Zeiten soll in Brandenburg nach dem Willen der AfD-Landtagsfraktion als Familientag für berufstätige Eltern in neuer Variante zurückkehren. «Wir wollen diesen als einen modernen Familientag sowohl für Mutter als auch für Vater wieder einführen», sagte die familienpolitische Sprecherin Birgit Bessin am Dienstag in Potsdam. Eltern hätten oft Schwierigkeiten, Termine bei Ärzten oder Behörden in den Alltag zu integrieren, heißt es in einem Antrag der Fraktion. Bessin sprach von Kosten von etwa 56 Millionen Euro. Ein Finanzierungsvorschlag lag zunächst nicht vor. Die AfD-Fraktion ist im Brandenburger Landtag in der Opposition.

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hatte im vergangenen September in der «Bild am Sonntag» einen «Behördentag» für Berufstätige an fünf Tagen im Jahr gefordert und als Vorbild die Haushaltstage in der DDR genannt.
Die AfD-Fraktion in Brandenburg fordert die Landesregierung dazu auf, dass es für Eltern mit Kindern von bis zu 14 Jahren im Jahr drei Familientage je Elternteil geben soll, für Alleinerziehende sechs Tage. Der Tag soll Eltern zustehen, die in Vollzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind oder mehrere solcher Beschäftigungen haben, die einem Vollzeitjob gleichkommen. Der Haushaltstag für verheiratete Frauen wurde in der DDR 1952 eingeführt. Es gab einen Haushaltstag auch in einigen westdeutschen Ländern. Das Bundesverfassungsgericht erklärte ihn aber wegen der Ungleichbehandlung beider Geschlechter für verfassungswidrig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 4. Juni 2019 19:40 Uhr

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